Tee - die Heilkraft aus der Tasse

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Statt Tablette Tee als Therapie: So manche Beschwerden lassen sich einfach wegtrinken
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Kräuter, Wurzeln und Blüten können heilsam sein

Ein Klostergarten ohne Heilpflanzen? Unvorstellbar! Bis heute ist die sanfte Heilwirkung von Kräutern, Wurzeln und Blüten unbestritten. Ob Erkältungen, Bauchweh oder Stimmungstief: Das passende Pflänzlein kann wahre Wunder wirken – besonders in Form von Tee. Denn die milden Naturarzneimittel wirken oft genauso gut wie Tabletten und haben - richtig angewendet - keine Nebenwirkungen.

Gesammelt, getrocknet und fein gewiegt unterliegen moderne Arznei-Tees strengen Kontrollen und sind vielfältig einsetzbar. Hier die sechs besten Heil-Rezepturen, die Sie sich in der Apotheke zusammenstellen lassen können:

  • 1. Schluss mit Husten: Sanfte Hilfe für die Bronchien

Rezept: 30 g Thymian, 25 g Eibischwurzel, 15 g Spitzwegerichkraut, 10 g Bitterfenchel

Wirkung: Thymian wirkt entzündungshemmend und schweißtreibend. Er hilft mit seinen ätherischen Ölen, genau wie Bitterfenchel, die Atemwege von festsitzendem Schleim zu befreien. Eibischwurzel und Spitzwegerichkraut enthalten Hustenreiz lindernde Schleimstoffe. Die tun besonders bei rauem Hals und kratzendem Husten gut!

Tipp: Den bitteren Geschmack dieses Tees sollten Sie sich mit einem TL Honig versüßen.

Anwendung: dreimal täglich 2 TL mit 200 ml kochendem Wasser überbrühen und zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen.

  • 2. Endlich wieder schlafen: Der Gute-Nacht-Tee

Rezept: 40 g Baldrian, 20 g Hopfen, 20 g Passionsblumenkraut, 15 g Pfefferminze

Wirkung: Baldrian und Hopfen beruhigen die Nerven nach einem stressigen Tag. In Kombination mit Passionsblumenkraut lindert der Tee auch nervöse Unruhezustände. Die ätherischen Öle der Pfefferminze erleichtern das Einschlafen.

Anwendung: 1 TL mit 150 ml kochendem Wasser überbrühen und zwei Stunden vor dem Zubettgehen trinken. Bei starken Einschlafstörungen sollte der Tee 3-4 Wochen als Kur getrunken werden (einmal täglich).

  • 3. Ein gutes Bauchgefühl: Heilkraft gegen Magenschmerzen

Rezept: 15 g Anis, 15 g Bitterfenchel, 15 g Kümmel, 15 g Kamillenblüten, 25 Pfefferminze

Wirkung: Anis und Bitterfenchel lösen Krämpfe und fördern sanft die Verdauung. Kümmel lässt Blähungen abklingen, Kamille und Pfefferminze beruhigen einen angespannten Magen, mindern Völlegefühl und Sodbrennen.

Anwendung: 1 TL mit 200 ml kochendem Wasser überbrühen und zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Bei akuten Magenschmerzen über den Tag verteilt 3-5 Tassen trinken.

  • 4. Das gibt gute Laune: Kräuter gegen Depressionen

Rezept: 50 g Melisse, 30 g Johanniskraut, 40 g Weißdorn

Wirkung: Johanniskraut fördert die Lichtaufnahmefähigkeit des Körpers, lindert Ängste und depressive Verstimmungen. Melissenblätter beruhigen nicht nur Geist und Seele, sondern auch einen angespannten Magen. Weißdorn entspannt zudem Herz und Arterien, löst

Motivationsblockaden und schenkt uns sofort neue Energie.

Anwendung: 2-3 tägl. 1 TL mit 150 ml kochendem Wasser überbrühen und über 3-4 Wochen trinken. Johanniskraut entfaltet seine Wirkung erst nach circa 2 Wochen.

  • 5. Monat für Monat beschwerdefrei: Rezeptur gegen Menstruationsbeschwerden

Rezept: 30 g Frauenmantel, 30 g Gänsefingerkraut, 30 g Schafgarbenblüten

Wirkung: Frauenmantel lindert hormonell bedingte Beschwerden, wirkt harmonisierend auf Körper und Geist. Gänsefingerkraut löst Krämpfe im Unterbauch, Schafgarbe reguliert Menstruationsstörungen.

Anwendung: 2-3 Tage vor der Periode mit dem Tee beginnen. Dafür 3 EL mit 500 ml kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen. In einer Thermoskanne warmhalten und über den Tag verteilt trinken.

  • 6. Wohltat bei Grippe: SOS-Tee bei Fieber- und Kopfschmerzen

Rezept: 30 g Pfefferminze, 20 g Thymian, 20 g Lindenblüten, 20 g Weidenrinde

Wirkung: Lindenblüten und Thymian wirken schweißtreibend und fiebersenkend. Pfefferminze erfrischt und lässt die Schleimhäute abschwellen - häufig die Hauptursache für einen dicken Kopf. Weidenrinde wirkt ähnlich wie Aspirin, denn sie enthält ebenfalls den natürlichen Schmerzkiller Salizylsäure.

Anwendung: Bei akuter Erkrankung alle 3 Stunden eine Tasse frisch zubereiteten Tee trinken (1 TL auf 200 ml). Wichtig: Schwangere sollten bei ihrer Rezeptur unbedingt auf Weidenrinde verzichten.

  • Die wichtigsten Zieh-Regeln für Tee

Unterschiedliche Sorten werden unterschiedlich zubereitet. Je nachdem, wie lange man Tee ziehen lässt, entfaltet das Getränk andere Wirkungen. Damit schwarzer Tee zum Beispiel anregend wirkt, sollte er zwei bis drei Minuten ziehen. Tee, der vier bis fünf Minuten stand, wirkt beruhigend. Für einen mittelstarken Aufguss von 150 ml genügt ein Teelöffel voll (1,5 bis 2 Gramm Teeblätter). Übrigens: Bei hartem Wasser empfiehlt es sich, dieses 2-3 Minuten kochen zu lassen.