The Biggest Loser: Top oder Flop?

the biggest loser top oder flop
Biggest Loser
Foto: Thinkstock

The Biggest Loser 2012

Kandidat Jack ist „The Biggest Loser 2012“! Doch ist die Abnehm-Serie wirklich eine Chance für die Teilnehmer oder nur eine peinliche Erfahrung? SHAPE Online hat sich diese Frage gestellt und ganz unterschiedliche Meinungen zur Sendung.

24 Kandidaten haben bei „The Biggest Loser 2012“ in nur acht Monaten insgesamt über 850 Kilogramm abgenommen. Trotzdem gab es am Ende nur einen Sieger! Am 20. Mai 2012 wurde Jack im großen Finale zum Gewinner gekürt und hat damit 50.000 Euro gewonnen. Mit 142 Kilogramm ging der Bayer an den Start. Seit Beginn der Dreharbeiten Anfang Oktober 2011 hat er beachtliche 66 Kilogramm verloren. Der Weg bis zum Finale war allerdings für alle Kandidaten schwer.

„The Biggest Loser“ – das Konzept

Das Motto der Show lautet „Abnehmen im Doppelpack“. Die Kandidaten starteten in zwölf Zweier-Teams. Mit Hilfe einer strikten Ernährungsumstellung und jeder Menge Sport sollten die Pfunde im andalusischen Abnehm-Camp purzeln. An der Seite von „The Biggest Loser“-Coach Dr. Christine Theiss mussten die Abnehmwilligen zusätzlich in verschiedenen Wettkämpfen Zusatzpunkte sammeln. Jede Woche wurden die Teilnehmer gewogen. Das Team, das am wenigsten abgenommen hat, musste die Sendung verlassen.

Nach sechs Wochen wurden die letzten sechs Kandidatenpaare getrennt und sollten von da an in zwei Mannschaften gegeneinander antreten. Ab der achten Woche musste jeder Teilnehmer für sich kämpfen. Und schlussendlich konnte sich Helmut alias Jack mit seiner unterhaltsamen, sympathischen Art und dem größten Gewichtsverlust den Titel „The Biggest Loser 2012“ holen.

Doch ist die Sendung wirklich eine Chance für die Kandidaten? Diese Frage haben sich Redakteurin Dörthe und Volontärin Monika gestellt und verraten auf den folgenden Seiten, was sie über „The Biggest Loser“ denken.

The Biggest Loser: Pro

Klar, „The Biggest Loser“ ist Geschmacksache und mit Sicherheit nicht jedermanns Ding. Aber grundsätzlich finde ich es gut, dass es bei der ganzen Schwemme an Talent- und Casting-Shows auch mal ein TV-Format gibt, das sich mit den Themen „Übergewicht“ und „ Abnehmen “ auseinandersetzt.

Schließlich spielen diese Themen in unserer Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes eine sehr gewichtige Rolle. Es gibt viele Menschen, die – wie auch die Teilnehmer von „The Biggest Loser“ – unter hohem Übergewicht leiden. Und in diesen Fällen geht es nicht um drei oder vier Kilos zu viel auf den Hüften, sondern teilweise um 50 Kilos und deutlich mehr.

Diesen Menschen helfen weder Crash- Diäten noch Diätpillen. Sie müssen langfristig lernen, ihre Ernährung komplett umzustellen und ihrem Körper regelmäßige Bewegungseinheiten zu gönnen.

Im Kampf gegen die Kilos

Und natürlich purzeln die Pfunde auch nicht von heute auf morgen. Erste sichtbare Erfolgserlebnisse lassen aufgrund des hohen Gewichts häufig lange auf sich warten. Darum müssen die Abnehmwilligen viel Geduld, Disziplin und Ehrgeiz mitbringen und brauchen jede Menge Unterstützung.

Woche für Woche wurden die Zuschauer vor der Mattscheibe Zeuge davon, wie anstrengend und Nerven zehrend der mediale Abspeck-Wettstreit sich gestaltete. Mit diszipliniertem Essverhalten und schweißtreibenden Trainingseinheiten kämpfen die Kandidaten im Kollektiv gegen ihre überflüssigen Kilos. Professionelle Unterstützung bekamen sie hierbei von echten Profis, wie der Kickbox-Weltmeisterin Dr. Christine Theiss, der Assistenzärztin Dr. med. Christine Tabacu und den Fitness-Experten Bineta Coulibaly und Nunzio Esposito.

Jeder kann abnehmen, wenn er will

Für den Motivations-Kick sorgte die wöchentliche Wiege-Session, nach der sich die Kandidaten vom Camp verabschieden mussten, die am wenigsten abgenommen hatten. Und nach acht Monaten strahlte Publikumsliebling Jack beim allerletzten Wiegen und kassierte für stolze 66 verlorene Kilos ordentlich Kohle. Auch die anderen Finalisten lächelten beim großen Finale deutlich schlanker und glücklich in die Kameras.

Die gute Message von „The Biggest Loser“: Jeder kann abnehmen, wenn er nur will. Zugegeben, die Intrigen und Zickereien zwischen den Kandidaten wären meiner Meinung nach nicht unbedingt nötig, aber ein bisschen Unterhaltung braucht der Zuschauer offenbar doch. Und dass die Rechnung aufgeht, bestätigen die Einschaltquoten der treuen Fans, die auch 2013 wieder bei der Abspeck-Show mitfiebern werden.

The Biggest Loser: Contra

24 übergewichtige Menschen ziehen in ein Camp, um abzunehmen. Da diese Geschichte alleine zu langweilig wäre, stehen hauptsächlich Tränen, Schicksalsschläge und Zickereien auf dem Programm. Ganz ehrlich, für mich liegt „The Biggest Loser“ auf einer Stufe mit niveaulosen Sendungen wie „Frauentausch“ und Co. Kein Wunder, dass ich beim Zuschauen abwechselnd mit Fremdschämen und Mitleid kämpfe.

Klar, die verzweifelten Übergewichtigen sehen in dieser Show ihre letzte Hoffnung. Um eines klarzustellen: Ich finde die Idee von „The Biggest Loser“ an sich nicht schlecht. Was mich stört, ist – wie sooft bei solchen Shows – das Zurschaustellen der Teilnehmer. Eine 140 Kilo schwere Frau fühlt sich mit Sicherheit nicht wohl dabei, sich halbnackt vor der Kamera zu präsentieren. Allerdings wäre es doch so langweilig, wenn die Zuschauer nicht etwas zum Staunen und Lästern hätten. Dann würden sicherlich nicht jede Woche rund 1,4 Millionen Neugierige einschalten. Es funktioniert also!

Das Leben nach „The Biggest Loser“

Die drei Finalisten Jack, Sonja und Jenny haben am Ende immerhin sehr viel abgenommen. Allerdings kann ein so großer Gewichtsverlust in nur acht Monaten nicht gesund sein. Doch was passiert nach der Show? Ich glaube kaum, dass sich die Coaches um Dr. Christine Theiss auch nach dem Finale liebevoll um die Kandidaten kümmern werden.

Sobald die Übergewichtigen in ihren Alltag entlassen werden, müssen sie sich erneut mit Frustsituationen auseinandersetzen, zum Beispiel wenn eine weitere große Gewichtsabnahme auf sich warten lässt. Dann besteht natürlich die Gefahr, dass das ein oder andere Kilo zurückkommt. Dass ein Ex-„The Biggest Loser“-Kandidat ohne Ernährungsberater und Personal Trainer mit solch einer Situation umgehen kann, bezweifle ich.

Die Sympathie zählt

Doch um das Halten des Gewichts geht es in der Sendung in erster Linie nicht, sondern vielmehr um das Abnehmen. Dass diejenigen mit dem geringsten Gewichtsverlust jede Woche rausfliegen, soll scheinbar als Motivation dienen. Okay, das klingt logisch!

Aber warum gibt es dann eine Folge, in der Kandidaten einen Mitstreiter unabhängig von seinem Gewicht aus der Sendung wählen dürfen? Es geht also auch um Sympathie und Beliebtheit. Damit wären wir tatsächlich wieder auf dem Niveau von Shows, bei denen es doch einfach nur um Quote und Schicksalsschläge geht. Das scheint aber wunderbar zu funktionieren, denn schließlich läuft jetzt schon das Bewerbungsverfahren für „The Biggest Loser 2013“.

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