Thermomix-Alternativen im Test: Was taugen sie?

thermomix test
Drei Geräte, drei Ergebnisse: Anja (42) hat in diesen Küchenmaschinen Kartoffelsuppe gekocht
Foto: Gunnar Geller für die Tina

Sie sind elektrische Alleskönner: Aber was taugen die Thermomix-Alternativen?

Alle sind im Thermomix-Fieber! Doch das Original von Vorwerk ist ganz schön teuer. Hobbyköchin Anja Schmidt hat zwei Konkurrenten des Marktführers getestet.

Text: Katrin Neumann

Mittlerweile wird alle 30 Sekunden irgendwo auf dem Globus ein Thermomix von Vorwerk verkauft. Kein Wunder, dass die Konkurrenz nicht schläft und eigene Geräte auf den Markt bringt. Aber wie gut sind die Modelle anderer Elektromarken oder die Billigkocher von Lidl, Aldi und Co.? Und wird der Thermomix seinem Ruf als „Küchenwunder“ wirklich gerecht? Immobilienverwalterin Anja Schmidt (42) aus Ahrensburg hat den Test gemacht. Die begeisterte Hobbyköchin überlegt schon lange, ob sie sich so einen Alleskönner kaufen soll.

In ihrer Küche treten gegeneinander an: der "Thermomix TM5“ (1109 Euro), die Küchenmaschine "Prep & Cook" von Krups (ca. 800 Euro) und die "KM-2513" von Rosenstein & Söhne (Hausmarke des Onlineportals www.pearl.de, ca. 330 Euro).

Anja will mit allen drei Geräten ihr Lieblingsgericht, eine deftige Kartoffelsuppe, kochen. "Da ist die Zutatenliste schön übersichtlich. Ich kann mich also voll auf das Bedienen der Küchenmaschinen konzentrieren und das fertige Gericht leicht beurteilen."

Die drei Geräte im Test:

Foto: Gunnar Geller für die Tina
Irgendwie merkwürdig … Der Geschmack der Thermomix-Kartoffelsuppe überzeugt Anja nicht


Der "Thermomix" von Vorwerk

Den Anfang macht der Marktführer. Anja installiert in wenigen Sekunden einen Chip im Thermomix, auf dem Hunderte von Rezepten für das Gerät gespeichert sind. Über die selbsterklärende Menüführung des Displays ruft sie anschließend die Zutatenliste ab, wird dann Schritt für Schritt angeleitet.

Der Thermomix wiegt dank integrierter Waage das Gemüse ab, sagt Anja während des „Guided Cooking“ (zu Deutsch: geführtes Kochen) genau, wann und wie viel sie von welcher Zutat einfüllen, welche Funktionstaste sie drücken und auf welcher Stufe das Gerät laufen soll. „Supereinfach!“, findet Anja. "Selbst wenn ich noch nie eine Kartoffelsuppe gekocht hätte, könnte nichts schiefgehen."

Befremdlich findet sie allerdings, dass Zwiebeln und Schinken roh in den Behälter kommen. „So etwas würde ich immer anbraten“, sagt sie. Doch diese Funktion fehlt dem Thermomix. Auch die Lautstärke, mit der das Gerät arbeitet, empfindet sie als störend. „Hätte ich eine offene Küche, würde mich dieser Krach extrem nerven!“ Nach einer knappen halben Stunde hat derThermomix die Suppe fast im Alleingang zubereitet. Anja öffnet den Deckel, kostet – und ist enttäuscht: „Die Konsistenz ist breiig, der Geschmack ziemlich fad. Wenn ich selbst koche, schmeckt es definitiv besser!“

Foto: Gunnar Geller für die Tina
Alles wandert roh in den Thermomix, wird gegart statt angebraten. Röstaromen? Fehlanzeige!


"Prep & Cook" von Krups

Als Zweites nimmt Anja sich die Prep & Cook vor. Dieses Gerät hat kein „Guided Cooking“-Programm, sodass Anja alle Schritte dem zugehörigen Kochbuch entnehmen muss. Eigentlich kein Problem, findet sie, wäre die Bedienung des Displays nicht so kompliziert. Immer wieder muss sie die Gebrauchsanweisung zur Hand nehmen, bis die Maschine endlich tut, was sie soll. Doch auch die Resultate der einzelnen Arbeitsschritte überzeugen sie nicht: Beim Zerkleinern der Zwiebeln bleiben grobe Stücke zurück, das zerschnittene Gemüse passt nicht durch die Öffnung im Deckel des Behälters. „Eine echte Arbeitserleichterung ist das nicht“, sagt Anja. Und als sie das Endergebnis sieht – eine wässrige Suppe mit groben Gemüsestückchen –, ist für sie klar: Dieses Gerät ist seinen Preis nicht wert.

Foto: Gunnar Geller für die Tina
Die Prep & Cook zerkleinert Zwiebeln nur teilweise. Es bleiben große Stücke zurück


"KM-2513" von Rosenstein & Söhne

Als Anja zum Schluss die Küchenmaschine KM-2513 testen will, stößt sie zunächst auf ein Problem: Die Bedienungsanleitung enthält nur eine Handvoll Rezepte, sodass sie im Internet auf die Suche gehen und schließlich ein ursprünglich für denThermomix gedachtes Rezept nutzen muss. „Das ist zwar anfangs ein wenig verwirrend, funktioniert aber mithilfe der einfachen Menüführung erstaunlich gut“, sagt sie. Die fertige Suppe kann Anja dann allerdings auch nicht überzeugen. „Ich glaube, ich koche weiterhin selbst. Das ist zwar zeitaufwendiger, dafür kann ich die Konsistenz und den Geschmack des Gerichts selbst bestimmen.“ Na dann: guten Appetit!

Foto: Gunnar Geller für die Tina
Die Displaybeleuchtung der KM-2513 ist zu dunkel, die Bedienung dafür sehr einfach

Tina-Test: Die Küchenmaschinen im Überblick

THERMOMIX TM5, VORWERK

Preis: 1109 Euro

Funktionen: Dampfgaren, Emulgieren, Kneten, Kochen, kontrolliertes Erhitzen, Mahlen, Mischen, Rühren, Schlagen, Vermischen, Wiegen, Zerkleinern

Stärken: dank "Guided Cooking" gelingen die Rezepte garantiert; selbsterklärende Menüführung; Selbstreinigungsfunktion; riesige Rezeptauswahl direkt auf dem Gerät, auf dem zugehörigen Chip, im Kochbuch oder im Internet; integrierte Waage; Einkaufslisten per App abrufbar

Schwächen: Maschine arbeitet extrem laut; nur 2,2 Liter Fassungsvermögen

Fazit: Wer nicht gut kochen kann und wenig Zeit in die Rezeptsuche investieren will, wird dieses Gerät lieben. Gourmets werden die Thermomix-Gerichte eher nicht überzeugen.

PREP & COOK, KRUPS

Preis: ca. 800 Euro

Funktionen: Kochen, Schmoren, Dampfgaren, Dünsten, Rühren, Kneten, Aufschlagen, Teig gehen lassen, Emulgieren, Vermischen, Mixen, Zerkleinern, Schneiden, Mahlen

Stärken: umfangreiches Rezeptbuch und Zubehör; der große Edelstahlbehälter fasst 4, 5Liter, bereitet damit Rezepte für bis zu 6 Personen zu; 6 Automatikprogramme

Schwächen: Display hakt und ist nicht selbsterklärend; beim Zerkleinern, z. B. von Zwiebeln, bleiben große Stücke zurück; viel zu kleine Befüllöffnung; Deckel lässt sich schwer schließen und nur unzulänglich säubern und abtrocknen

Fazit: Leider kann die Funktionalität des Geräts nicht mit der ansprechenden und modernen Optik mithalten. Dafür ist der Preis definitiv zu hoch!

KM-2513, ROSENSTEIN & SÖHNE

Preis: ca. 330 Euro

Funktionen: Kochen, Dampfgaren, Schmelzen, kontrolliertes Erhitzen, Zerkleinern, Pürieren, Mahlen, Kneten, Mixen, Rühren, Schlagen, Emulgieren

Stärken: sehr leichte Menüführung; arbeitet vergleichsweise leise

Schwächen: schlecht beleuchtetes Display; Verbrühungsgefahr beim Öffnen des Deckels nach dem Kochbetrieb; billige Verarbeitung; keine eigenen Rezepte für dieses Gerät vorhanden

Fazit: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, denn die extrem günstige Maschine kann erstaunlich viel. Allerdings nervt die Suche nach geeigneten Rezepten.

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