Thilo backt: Der perfekte Schokokuchen

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Sooo lecker und saftig. Der schwedische Schokokuchen macht süchtig!
Foto: privat

Für die meisten gilt heute sowieso der Brownie als Inbegriff eines guten Schokokuchens. Aber jeder wurde schon mindestens einmal von einem gekauften Brownie enttäuscht oder von einem schlechten Rezept.

Nur damit wir hier auf einer Seite sind: Trockene Brownies gehen gar nicht klar! Da sind sich die meisten sowieso einig. Aber auch „luftig“ und „locker“ sind doch nun wirklich nicht auf der Prioritätenliste ganz oben. Da können wir ja genauso gut Muttis-Standart-Schokokuchen-Rezept nehmen. Und bei diesen Oldschool-Schokoladenkuchen muss ich immer an den von meiner Oma denken. Der sah immer toll aus, war saftig und fluffig, aber schmeckte in erster Linie nur nach Natron, weswegen wir dieses Familien-Rezept liebevoll in „Natron-Kuchen“ umgetauft haben. Nein, ich wollte mehr als bloß einen Marmorkuchen ohne das Helle.

 

Ein Legende aus dem Norden

 

Ich bin schließlich ein Junkie mit Anspruch. Da muss schon mehr gehen. Aber sobald man nach Rezepten sucht, verlangen diese Backprofis und Profidemotivatoren von einem, Eier zu trennen, Schokolade zu schmelzen, Eiweiß steif schlagen (Nur mit der Hand! Nie maschinell!), Wasserbad, Ofen auf 172,3 Grad vorheizen und auf halben Weg mit geweihtem Wasser bestreichen, Nußbutter herstellen, durchsieben und auf keinen Fall bei Vollmond machen.

Wir erinnern uns: Ich kann gar nicht backen! Aber immerhin kannte ich eine Person, die den perfekten Schokokuchen beherrscht. Felicitas wohnte mehrere Jahre in Schweden und brachte geheime Rezepte aus der Einöde mit. Mit gefällt die Idee, dass sie sich Survivaltrip-mäßig durch den Schnee zu einer geheimen Höhle gekämpft hat, wo der weise Meister des Schokokuchens mit einem wahrhaft magischen Rezept wartete.

Die Wahrheit ist aber, dass dieser sagenhafte Schokokuchen ein klassisch schwedisches Rezept ist, das auf den Namen Kladdkaka hört. Der „Matschkuchen“. „Jaja, Thilo, den kriegst du auch hin. Der ist einfach.“ – „Aber du weißt, dass ich wirklich keine Ahnung habe.“ – „Glaub mir – DEN kriegst du hin.“

 

Perfektion in 30 Minuten

 

Und sie sollte Recht behalten. Schließlich ist dieses sagenhafte Rezept von dem magischen Opa aus der Eishöhle (könnte auch der Weihnachtsmann gewesen sein, wenn ich es mir recht überlege) und wird nur alle 100 Jahre an einen Auserwählten weitergereicht. Das Rezept ist sogar so einfach, dass wir nicht einmal eine Waage brauchen.

Ein Messbecher reicht vollkommen, denn die arktischen Schokogötter pflegen ihre Angaben offenbar in Milliliter zu notieren.

Und so sieht es aus:
300ml Zucker
200ml Mehl
100ml Kakao
2 Eier
150 g geschmolzene Butter

optional 1 Schlückchen Rum

Und das soll alles sein? Ja! Wirklich? Ja! Und welche Kunststücke muss man damit anstellen? Nichts außer die Zutaten zu verrühren. Okay, zugegeben, eine Kleinigkeit gibt es zu beachten: In einer Standart-Springform (ca.26 cm Durchmesser) muss der ca. 2cm hohe Kuchen im vorgeheizten Ofen bei 175 Grad 16:30 Minuten backen. Also Stoppuhr beim Handy einstellen. In 30 Minuten kommt hier mit den einfachsten Mitteln und wenig Aufwand eine fantastische Schokoladentarte raus – oder eben Brownies, wenn ihr es in rechteckige Stücke schneidet.

Wer Lust hat, setzt der Tarte noch dieses Topping oben drauf:

150 ml Sahne mit 200 g Zartbitterschokolade (in Stückchen brechen) ca. 4 Minuten in die Mikrowelle. Rühren, rühren, rühren. Drübergießen, Löffel ablecken und sich herrlich schuldig fühlen.

 

Aber hier setzt schon der kleine Teufel auf meiner Schulter ein, der sagt: „Komm schon! Nur Kuchen ist doch langweilig!“ Und ich bin mir sicher: Auch wenn dieses schwedische Heiligtum genial ist, bin ich mit dem Kladdkaka alleine noch lange nicht fertig…

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