Tim Mälzer: Auch vegetarisch unschlagbar!

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Tim Mälzer und Nina Heik kennen sich schon ewig. Sie leben auf Mallora.
Foto: Imago / Future Image

„Ich bin meiner Frau so dankbar, dass sie alles mit mir ausgehalten hat!“

Gut gelaunt und voller Energie empfängt Tim Mälzer (41) uns zum Gespräch. Er will uns sein vegetarisches Kochbuch „Greenbox“ vorstellen.

Dass der Starkoch einst schwer am Burn-out-Syndrom (totale Erschöpfung) erkrankte, kann man sich heute kaum vorstellen.

Im Interview spricht der Hamburger Restaurantbesitzer über die schlimme Krise und wie ihm Partnerin Nina (39) beistand. Die er übrigens auch ohne Trauschein „meine Frau“ nennt…

Wie kamen Sie dazu, jetzt ein völlig „fleischloses“ Kochbuch zu schreiben?

Tim Mälzer: Weil die vegetarische Küche einen schlechten Ruf hat. Dabei kann Gemüse – richtig zubereitet – wahnsinnig lecker sein.

Wie ist das Buch entstanden?

Tim Mälzer: Wir haben uns als Team auf Mallorca getroffen und einfach ausprobiert. Ich bin ein spontaner Koch. Es sind täglich locker 14 Gerichte entstanden. Wir haben so lange experimentiert bis es wirklich rund war. Das einzige Lebensmittel, das rausflog, war dann tatsächlich der Fleischersatz Tofu. Der schmeckt mir einfach nicht.

Wie wichtig ist die Qualität der Lebensmittel?

Tim Mälzer: Eine etwas teurere Tomate vom Markt schmeckt natürlich oft besser als die billige Variante. Bevor man an die wässrige billige Tomate das teurere Öl macht, sollte man lieber bezahlbares Gemüse in guter Qualität kaufen. Aber viel wichtiger ist es mir, dass die Leute überhaupt anfangen zu kochen und merken, dass man mit guten Zutaten, ein paar Gewürzen und etwas Freude am Kochen ein echt leckeres Essen zaubern kann. Denn: Angst vorm Versagen, ist der größte Feind vom Koch.

Darf es auch mal Tiefkühlgemüse sein?

Tim Mälzer: Na klar! Ich mag gefrorene Erbsen oder Spinat. Mit Karotten kannst du mich hingegen jagen, die werden bloß matschig. Die Zeit des Zubereitens und des Essens selber muss schon im Verhältnis stehen.

Was essen Sie gerne?

Tim Mälzer: Spaghetti Bolognese! Und an Gemüse liebe ich Erbsen, Pilze, Spargel und Tomaten besonders. Regelrecht traumatisiert bin ich von Brokkoli mit Putenbrust und Kräuterbutter. Das ist so ein typisches Essen, das früher die Mädels gekocht haben, wenn sie mich eingeladen haben (lacht).

Wie wichtig ist Ihnen gesunde Ernährung?

Tim Mälzer: Ganz ehrlich? In erster Linie zählt für mich, ob das Gericht schmeckt. Wenn es dann auch noch gesund ist, dann ist das umso besser. Wobei eine fleischlose Ernährung natürlich prinzipiell oft gesünder und vor allem kalorienärmer ist.

Würden Sie rückblickend wieder Koch werden?

Tim Mälzer: Immer wieder! Aber den ganzen Tag nur zu kochen – das wäre mir zu langweilig! Ich bin ja nicht nur Koch. Ich bin Unternehmer, Buchautor, wirke in TV-Shows mit. Die Mischung macht meinen Job so interessant. Ich arbeite noch heute 14 Stunden am Tag. Ich habe nicht durchgehend Stress, aber ich bin in meinem Restaurant anwesend. Langsam merke ich das körperlich und möchte mit 50 Jahren nicht mehr hinterm Herd stehen.

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