Tinder: So funktioniert die Dating-App

tinder h
Tinde ist DIE neue Dating-App
Foto: Tinder

Heiße Flirts

Zurück gegelte Haare, ein Lächeln wie der Junge auf der Kinderriegelpackung. Milchbubi. Nächstes Foto. Raspel kurze Haare, blaue Augen, markante Nase. Bachelor Christian, der Zweite. Weiter. Dunkle Haare, dunkle Augen, volle Lippen. Volltreffer. „Marco, 29“ wird geherzt.

Anders als bei „Herzblatt“ rücken bei der neuen Dating-App Tinder Charakterzüge und Schlagfertigkeit in den Hintergrund. Geherzt wird trotzdem. Und zwar das, was gefällt: dunkelbraune Haare oder blaue Augen. Liebe auf den ersten Blick - die Idee kommt an. Rund 600 Millionen Menschen tindern weltweit, Tendenz steigend.

Flirts am laufenden Band

Wen einmal das Tinder-Virus gepackt hat, legt das Handy so schnell nicht wieder aus der Hand. Grund dafür: Die kinderleichte Bedienung. Einfach die kostenlose App herunterladen und sich über sein facebook-Profil einloggen. Jetzt noch Geschlecht und Alter der potenziellen Dates festlegen und schon kann ‚geherzt‘ werden. Oder geXt. Und zwar denjenigen, der nicht gefällt. Nacheinander laufen Fotos potenzieller Dates ein. Gefällt das, was man sieht, klickt man auf ein grünes Herz. Gefällt einem sein Gegenüber nicht, wird er mit einem Klick verbannt – für immer. Wer einmal von der „Flirtliste“ gestrichen wird, kann nicht mehr zurückgeholt werden. Häufig bereut man schon wenige Sekunden nach dem schnellen Wisch, das potenzielle Date irrtümlicher Weise in die Wüste geschickt zu haben. Ein anonymes, mitunter auch oberflächliches Prozedere. Erst wer sich gegenseitig herzt, erfährt von dem anderen. Ein Chat-Kanal ploppt auf und das Flirt-Abenteuer kann beginnen.

Aus Neugier wird Liebe

„Einfach mal ausprobieren“. Viele melden sich aus Neugier an. Schnell wird aus ein-, zweimal. Und aus drei-, viermal. Wöchentlich, teilweise sogar täglich wischen sich ‚Tinder‘-User durch mal mehr, mal weniger schöne Fotos. Der Reiz: Tinder ermöglicht das schnelle Date. Oft weis man am Mittag noch nicht, mit wem man sich am Abend trifft. Ein Alleinstellungsmerkmal. Auf anderen Dating-Portalen folgen dem ersten Kontakt ein Zweiter, ein Dritter und schließlich ein Vierter. Nachrichten-Verläufe von zwei, drei Monaten bis hin zu einem halben Jahr sind keine Seltenheit. Häufig kommt es nie zu einem Treffen. Bei der Dating-App ist das anders. Egal ob man die große Liebe oder den schnellen Flirt sucht – alles ist darauf ausgerichtet, sich zu treffen. Und das so bald wie möglich.

Gefahren verstecken sich überall

Tinder könne das Selbstbewusstsein junger Mädchen und Jungen mindern“, warnen Kritiker. Glücklich sei der, der ständig geherzt wird. Deprimiert zeigt sich hingegen, wer mit Xen versehen wird. Der X-Faktor-Effekt bleibt allerdings aus. Auch schwierig: Nicht selten erlebt Mann oder Frau beim ersten Date das böse Erwachen. Lange statt kurze Haare. Klein statt groß. Akne statt makelloser Haut. Fake-Profile sind schnell erstellt, das Date an der Nase herumgeführt. Experten raten daher, niemals unvorbereitet auf ein Blind Date zu gehen. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man sich von einer Freundin oder einem Freund begleiten lässt. Eine andere Möglichkeit, Freunden ein genaues Update über Ort und Zeitpunkt des Dates zu geben. Man kann niemals vorsichtig genug sein.

Liebe auf den ersten Blick

Wer ehrlich zu sich selbst ist, weiß, dass er sein Gegenüber auch im realen Leben zu allererst nach dem Äußeren beurteilt. Niemand spricht jemanden an, der ihm äußerlich nicht gefällt. Der erste Eindruck zählt eben doch. Zumindest für den schnellen Flirt. Ob sich daraus später mehr entwickelt, entscheidet jeder für sich selbst. Im realen Leben wie auch in der virtuellen Welt.

Kategorien: