Tornados in Deutschland: So real ist die Gefahr wirklich

tornado gefahr
Tornados werden auch immer wieder in Deutschland zur Gefahr
Foto: Istock

Nach den Unwettern in ganz Deutschland ist klar. Tornados und Überschwemmungen sind in Deutschland ein reales Problem

Starke Überschwemmungen in Bayern, Blitzeinschläge und Verletzte bei Blitzeinschlägen bei Rock am Ring und Tornados in Schleswig Holstein. Das Wetter spielt gerade verrückt. Das kann einem schon Angst machen. Denn solche Tornados und diese Art der Unwetter sind in Deutschland längst nicht mehr selten. Müssen wir uns jetzt Sorgen machen? Sind Tornados in Deutschland eine reale Gefahr?

Wie entsteht ein Tornado?

Ein Tornado entsteht immer dann, wenn eine besonders seltene Achse von Gewitterwolken entsteht. Diese nennt man Superzelle.

Die Wolken müssen sich in Bodennähe befinden. Außerdem muss es extreme Temperaturunterschiede zwischen Boden und Luft geben.

Wenn dann auch noch kalte und warme kalte Luft aufeinander treffen, beginnt diese durch Aufsteigen und Absinken an zu rotieren. Ein Tornado beginnt sich zu drehen.

Einem Paar aus der Nähe von Husum sind spektakuläre Aufnahmen gelungen. Sie filmten drei Tornados, die sich gleichzeitig über Schleswig Holstein hinweg bewegt haben.

Brauchen wir jetzt alle Schutzkeller um uns vor Tornados zu schützen?

Sind diese heftigen Wetterphänomene Normalität in Deutschland? Der Deutsche Wetterdienst dokumentiert jährlich 20 bis 60 Tornados in Deutschland. In den USA gibt es jährlich Hunderte dieser Stürme mit verheerenden Folgen.

Auf Wikipedia befindet sich eine Tornadoliste , die deutlich dokumentiert, dass Tornados in Deutschland kein neues Naturschauspiel sind. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder verheerende Tornados, die Verletzte und Zerstörung hinterließen.

2004 wurden mehrere Menschen in Micheln in Sachsen-Anhalt verletzt, rund 300 Häuser wurden zerstört. 2001 fräste sich ein Tornado durch den Ort Belm bei Osnabrück und hinterließ Schäden im Wert von rund 2,5 Millionen Euro.

Einer der bislang stärksten Tornados wurde bereits am 29. Juni 1764 notiert. Er hinterließ eine Spurlänge von rund 30 Kilometern.

Haben Tornados in Deutschland etwas mit dem Klimawandel zu tun?

Wettertrends müssen länger beobachtet werden. Wetterexperten gehen davon aus, dass Starkregen häufiger wird. Ob der Klimawandel auch eine höhere Zahl an Tornados in Deutschland hervorbringt, muss länger beobachtet werden. Eine Zunahme von Tornados in den nächsten 100 Jahren würde diese Annahme bestätigen.

Wie verhalte ich mich, wenn ich einen Tornado sehe?

Das sagt der Deutsche Wetterdienst dazu: "Bei einem Tornado gelten nicht dieselben Regeln wie bei einem Gewitter: Schutz im Auto zu suchen kann hier eine tödliche Entscheidung sein, da ein Tornado ein Auto locker dutzende Meter in die Höhe heben kann.

Um nicht von herumwirbelnden Trümmern getroffen zu werden, empfiehlt es sich Kellerräume und massive Steinhäuser aufzusuchen, sowie sich von Fenstern und Türen – sie bieten keinen Schutz vor gefährlich umherfliegenden Gegenständen – fernzuhalten.

Im Freien sollte man stets versuchen einem Tornado auszuweichen, da die meisten nicht breiter als 100 Meter sind."

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