Krankheitten Toxoplasmose: Entstehung, Übertragung, Behandlung

Toxoplasmose: Entstehung, Übertragung, Behandlung
Jeder Zweite ist mit Toxoplasmose infiziert
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Inhalt
  1. Was ist Toxoplasmose?
  2. Wie wird Toxoplasmose übertragen?
  3. Für wen ist Toxoplasmose gefährlich?
  4. Wie wird Toxoplasmose behandelt?

Etwa jeder zweite Deutsche leidet unter Toxoplasmose, einer Infektionskrankheit, die zu Veränderungen im Gehirn führen kann. Betroffene bemerken sie häufig nicht.

Schätzungen zufolge tragen 30 Prozent aller Menschen weltweit den Erreger in sich.

Was ist Toxoplasmose?

Der Erreger ist ein Parasit namens Toxoplasma gondii, ein Verwandter des Malaria-Erregers. Der Parasit kann alle Warmblüter anstecken, allerdings haben Untersuchungen gezeigt, dass bis zu 75 Prozent aller deutschen Hauskatzen Antikörper gegen den Erreger entwickelt haben. So scheinen Katzen dem Parasiten als bevorzugter Endwirt zu dienen:

Im Darm der Katzen vermehrt sich der Parasit - sogar gegen Magensäure ist er resistent. Seine Eier werden über den Katzenkot hinaus getragen, stecken dann beispielsweise Vögel und Mäuse an. Deswegen ist Toxoplasmose bei Katzen in Deutschland meldepflichtig.

Wie wird Toxoplasmose übertragen?

Mit Toxoplasmose kann man sich anstecken durch

  • Verzehr von ungewaschenem Gemüse.
  • nicht abgekochtem, kontaminiertem Wasser.
  • Verzehr von rohem Fleisch (z.B. Roh- oder Mettwurst) infizierter Tiere (häufig Schweine- oder Schafsfleisch).
  • Kontakt zu Katzenkot, verseuchten Parks, Gärten oder Spielplätzen.

Im Grunde nutzt Toxoplasma gondii den Menschen nur als Zwischenwirt. Wer wissen möchte, ob er Toxoplasmose hat oder hatte, kann es über einen Toxoplasmose-Test beim Arzt herausfinden. Die Kosten betragen zwischen 14 und 16 Euro und werden nicht von den Krankenkassen bezahlt, wenn kein konkreter Infektionsverdacht besteht.

Für wen ist Toxoplasmose gefährlich?

Toxoplasmose ist vor allem für Schwangere und immunschwache Menschen gefährlich.

Wird eine Schwangere in den ersten beiden Dritteln der Schwangerschaft infiziert, kann Toxoplasmose zu Beeinträchtigungen des Kindes führen, u.a. zu Epilepsie, Organ- und Hirnschäden, zu geistigen Behinderungen, in seltenen Fällen zum Wasserkopf, in den schlimmsten Fällen sogar eine Fehlgeburt verursachen.

Ist das Immunsystem eines Erwachsenen zu schwach, können sich das Gehirn, aber auch andere Organe, entzünden und zu Persönlichkeitsveränderungen, Lähmungen und Krämpfen, aber auch zu Hirnhaut- und Lungenentzündungen führen.

Aber auch gesunde Erwachsene können Schäden davontragen, wie jüngst eine Studie des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund belegte. Demnach kann sich der Erreger dauerhaft (also lebenslang!) im Gehirn (genauer gesagt: in den Nervenzellen) einnisten, im Gewebe Zysten bilden und die Hirnströme verändern. Die Erreger bringen die Produktion von Dopamin und Noradrenalin durcheinander.

Die Folge: eine verminderte Gedächtnisleistung, vor allem des Arbeitsgedächtnisses. Im worst-case, so die Vermutung der Wissenschaftler, kann Toxoplasmose sogar Demenz auslösen. Außerdem neigen infizierte Menschen zu Jähzorn und Aggressionen.

Die Inkubationszeit von Taxoplasmose liegt bei einer bis drei Wochen, verläuft in den meisten Fällen bei gesunden Erwachsenen symptomlos. Selten kann es angeschwollenen Lymphknoten, Müdigkeit, Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen verursachen.

Wie wird Toxoplasmose behandelt?

Treten leichte Symptome auf, werden diese in der Regel mit gängigen Schmerztabletten behandelt. Bei Erwachsenen mit intaktem Immunsystem bedarf es meistens keiner Behandlung. Stattdessen bildet der menschliche Körper Antikörper gegen der Erreger und bekämpft die Infektion selbst. Einmal infizierte Menschen können sich demnach kein zweites Mal mit Taxoplasmose anstecken.

Bei Schwangeren muss eine Infektion schnellst möglichst mit Antibiotika behandelt werden, um die Folgeschäden für das Ungeborene zu minimieren.

 

 

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