Trainieren Sie Ihren Beckenboden!

beckenboden
Ein schwacher Beckenboden steht häufig auch im Zusammenhang mit chronischen Rückenschmerzen.
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Gegen Inkontinenz, für besseren Sex

Becken...was? Viele können mit dem Begriff Beckenboden nichts anfangen, sie denken dabei nur an schwangere Frauen. Dabei ist die Muskelgruppe für Alle wichtig.

Wie in einer festen Hängematte lagern die unteren Organe des Körpers im Muskelraum des Beckenbodens. Er sorgt für Stabilität und eine aufrechte Körperhaltung. Die Beckenbodenmuskulatur ist mit den Beckenknochen fest verbunden und besteht aus drei Schichten. Zwischen Scham- und Steißbein spannt sich die innere Muskelschicht, die die stärkste Basis für die Organe bildet. Im vorderen Bereich, unterhalb der Blase, liegt fächerförmig die mittlere Beckenbodenmuskulatur. Die äußere Schicht umfasst die Schließmuskeln des Afters und der Harnröhre, bei Frauen die Scheide und bei Männern den Ansatz des Penis.

Bei Schwangerschaft und Geburt ist der Beckenboden starken Belastungen ausgesetzt, deshalb ist die Rückbildungsgymnastik so wichtig. Doch auch andere Einflüsse können schaden: Übergewicht, schwere körperliche Arbeit, Überanstrengungen und Inaktivität. Erste Probleme zeigen sich bei Männern und Frauen häufig ab dem 50. Lebensjahr, wenn die Muskulatur über viele Jahre falsch beansprucht wurde. Bei Frauen können hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren zu einer Schwächung führen.

Erste Beckenbodenprobleme äußern sich häufig in Harnverlust bei Belastung, zum Beispiel beim Tanzen, Laufen, Niesen oder Husten. Die Inkontinenz kann sich verstärken, bis auch unkontrolliert im Liegen Harn verloren wird. Weitere Folgen sind: Gebärmuttersenkung, Schließmuskelschwäche oder Stuhlentleerungsstörungen. Häufig steht ein schwacher Beckenboden auch in Zusammenhang mit chronischen Rückenschmerzen.

Wer sich regelmäßig bewegt, trainiert seinen Beckenboden ganz nebenbei. Gute Sportarten sind Schwimmen, Wandern, Walken, Pilates oder Yoga. Aber auch ohne direkten Sport lässt sich der Beckenboden gezielt stärken. Spannen Sie die Muskelgruppe einfach so oft wie möglich an. Das geht überall, zum Beispiel im Büro, im Auto oder an der Warteschlange an der Supermarktkasse. Wie es funktioniert, sehen Sie links im Kasten.

Übrigens: Die Muskeln umschließen die Scheide. Frauen, die ihren Beckenboden kontrollieren können, haben oft auch mehr Freude beim Geschlechtsverkehr.

Übung für den Beckenboden

Mit geradem Rücken auf einen Stuhl setzen und die Hände unter den Po unter die Sitzbeinhöcker legen. Verbinden Sie nun vor Ihrem inneren Auge die beiden Sitzbeinhöcker mit einer Linie. Fügen Sie noch eine Linie vom Steißbein zum Schambein dazu. Es entsteht ein Kreuz. Konzentrieren Sie auf den Punkt, an dem sich beide Linien treffen. Versuchen Sie von hier mit den Muskeln einen imaginären Korken hochzuziehen. Anspannen, loslassen und wiederholen.

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