Trügerische Hochzeitseinladung: Anna wird zur Ehe gezwungen

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Die Hochzeitseinladung von Michael und Anna hat ein dunkles Geheimnis.
Foto: iStock / Redaktion

Michael und Anna: Die Braut, die sich trauen (lassen) muss

Hinter der Hochzeitseinladung von Michael und Anna steckt ein gruseliges Geheimnis, das wir alle unbedingt kennen sollten!

Die Hochzeitseinladung sieht so unschuldig aus. Zartes Lila auf hellem Hintergrund, elegante Schleifen und die persönlichen Worte: „Lieber Daniel, wir geben uns das Ja-Wort … Am 5. Juni 2015 um 11 Uhr am Roten Rathaus in Berlin. Wir freuen uns auf euer Kommen und bitten um Antwort bis zum 15. Mai über unsere Hochzeits-Webseite www.michael-und-anna.de. Dort findet ihr auch alles Weitere. Michael + Anna“.

Anna wird zur Hochzeit mit Michael gezwungen

Doch was wie eine nette und harmlose Hochzeitseinladung wirkt, hat es ganz schön in sich. Wer die genannte Internetseite besucht, dem wird beim Herunterscrollen bald klar: Michael und Anna sind kein normales Ehepaar. Auf der Wunschliste für die Hochzeitsgeschenke stehen Handschellen, ein Puppenhaus und ein Sachbuch zur Selbstheilung nach sexueller und emotionaler Gewalt...

Die Lösung: Anna ist gerade 14 Jahre alt, ihr Verlobter Michael dagegen fast schon 40! Sie will ihn nicht heiraten, aber sie wird es trotzdem tun.

Zum Glück handelt es sich bei Anna und Michael um ein fiktives Paar. Die beiden stehen stellvertretend für Millionen andere junge Mädchen auf der ganzen Welt, die tagtäglich an ältere Männer verheiratet werden .

Hinter der Michael + Anna-Kampagne steht die Stiftung Weltbevölkerung, die so auf das harte Schicksal dieser Mädchen aufmerksam machen möchte. „Für Millionen Mädchen ist es bittere Realität, bereits als Kind verheiratet zu werden. Kinderehen existieren überall auf der Welt, unabhängig von Kontinent, Kultur und Religion. Sie sind eine der meistverbreiteten Menschenrechtsverletzungen – und ein massives Entwicklungshindernis“, erklärt die Stiftung auf der Internetseite.

Für die Mädchen haben diese Zwangsehen furchtbare Folgen. Nur eine davon: zu früher Sex und gefährliche Schwangerschaften.

Die Stiftung erklärt: „Viele Mädchen werden kurz nach der Heirat schwanger . Sie sind nicht in der Lage, ihren oft älteren Männern Sex zu verwehren oder die Verwendung von Verhütungsmitteln einzufordern. Eine frühe Schwangerschaft ist für junge Mädchen und ihre Neugeborenen lebensbedrohlich.“

Das Ziel der Kampagne: Aufmerksamkeit und Handlungsbedarf für Politiker schaffen. Besonders die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel soll dazu bewegt werden, sich gegen Zwangsehen einzusetzen.

Alle Infos und die ganze Kampagne: www.michael-und-anna.de

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