Übersinnliches: Gibt es Geister wirklich?

gibt es geister halloween

Foto: iStock

Real oder bloß Hokuspokus?

Geister gehören ins Reich der Fantasie. Wirklich? Oder gibt es Geister doch? Was steckt hinter den Phänomenen? Wir schauen genauer hin...

Ein rätselhaftes Licht, das Wanderer immer tiefer in den Wald lockt. Nebelschwaden, die sich in menschliche Schemen verwandeln...

So beginnen Gespenstergeschichten, bei denen uns die Schauer über den Rücken laufen. Und nicht nur Kinder bekommen davon Gänsehaut. Laut Umfragen ist jeder zweite Deutsche sicher, dass zwischen Himmel und Erde mehr existiert, als wir uns vorstellen können. Und jeder zehnte (bei Frauen jede fünfte) glaubt an Geister. Kein Wunder, dass sich bei Deutschlands renommier tem Spukforscher Dr. Dr. Walter Lucadou jedes Jahr 3000 Menschen in seiner Parapsychologischen Beratungsstelle in Freiburg melden, weil sie Tote sehen oder Stimmen aus der Teekanne hören. Doch gibt es Geister wirklich?

Die Forschung kann die Existenz des Übersinnlichen nicht komplett ausschließen, machte aber faszinierende Entdeckungen. Wie diese: Psychologisch gesehen sind Geister nur Hirngespinste, also Halluzinationen. Vor allem beim Einschlafen, aber auch bei Stress spielt uns das Gehirn Streiche. Da reicht es dann schon, lange auf ein Tapetenmuster zu starren. Plötzlich erkennen wir darin ein Gesicht - der "Spuk" ist geboren und wir fragen uns auf einmal zweifelnd: Gibt es Geister doch? Ein weiterer möglicher Auslöser sind extrem niedrige Töne (Infraschall). Diese können wir zwar nicht hören, sie sind aber stark genug, um Gegenstände zum Schwingen zu bringen - auch unsere Augäpfel. Dazu kommen Nervosität, Atemnot, Panik und Halluzinationen, also alles, was es für einen Spuk braucht.

Auch für die bislang über 100 bekannten Fotos von Gespenstersichtungen fanden Forscher eine Erklärung: Es handelt sich um Doppel- oder Fehlbelichtungen des Filmmaterials oder Fälschungen. Nur ganz wenige halten einer wissenschaftlichen Prüfung stand, wie die "braune Lady" von Raynham Hall (England): Das Geisterfoto wurde 1936 geknipst. Dem verdutzten Fotografen erschien die vor Jahrhunderten verschwundene Hausherrin - schwebend auf der Eingangstreppe.

Es geht aber auch eine Nummer kleiner. Jeder hat es schon erlebt: Man denkt an die beste Freundin, da klingelt das Telefon, und sie ist dran. Gedankenübertragung? Tatsächlich zeigen Studien der Universität Princeton (USA), dass manche Menschen durchaus unerklärliche Fähigkeiten haben und ahnen können, was gleich geschieht. Auch dass zwischen Eltern und Kindern ein magisches Band besteht, können Forscher nicht ausschließen. So spürt eine Mutter sofort, wenn ein Kind nicht die Wahrheit sagt.

Als klarer Hokuspokus dürfen dagegen Fähigkeiten wie Telekinese (Bewegen von Gegenständen durch Gedankenkraft) abgetan werden: Mehr als 380 Studien belegen, dass solche Kräfte nicht existieren. Das lässt auch die Herausforderung von James Randi vermuten: Der US-Millionär lobte 1986 den Preis von einer Million Dollar für den ersten Nachweis eines übersinnlichen Phänomens aus. Das Geld liegt bis heute in seinem Safe.

Eins ist trotzdem sicher: Wir lieben den leichten Grusel des Ungewissen. Das kurze Schaudern, wenn es nachts im dunklen Schlafzimmer knackt. Huuu...

Autor: C. Mayer/M. Nyary

Kategorien: