Ungarische Kameraufrau entschuldigt sich: "Ich bedauere den Vorfall zutiefst"

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"Ich bin keine herzlose und rassistische Kamerafrau, die nach Kindern tritt."
Foto: iStock/ Symbolbild

Sie stellte einem Flüchtling ein Bein

Sie machte international negative Schlagzeilen, als sie einem Flüchtling ein Bein stellte. Jetzt entschuldigt sie sich für ihr Verhalten in einem öffentlichen Brief.

Nur wenige Tage ist es her, dass über eine ungarische Reporterin die geballte Wut der Öffentlichkeit hereinbrach. Der Grund: Sie hatte Flüchtlingen an einem Grenzübergang zwischen Serbien und Ungarn, die vor der Polizei flüchten wollten, ein Bein gestellt und nach ihnen getreten. Verschiedene Videos belegen die schockierenden Vorkommnisse. Das Verhalten der Kamerafrau hat bereits Konsequenzen nach sich gezogen. Sie wurde nicht nur entlassen, sondern auch öffentlich bloßgestellt. Nun meldet sie sich das erste Mal selbst zu Wort.

In einem öffentlichen Brief an an die ungarische Zeitung Magyar Nemzet versucht die Reporterin mit dem Namen Petra ihre Handlungen zu erklären. "... als sie (die Flüchtlinge, Anmerkung der Redaktion) die Polizeikette durchbrachen, stürzte ein Flüchtling auf mich zu und ich bekam Angst. Ich hatte Angst, als sie auf mich zustürmten und dann passierte etwas in mir. ... ich dachte nur, dass ich angegriffen werde und mich irgendwie schützen muss."

Sie schreibt, dass es ihr leid tut und sie "aufrichtig" bedauere, was passiert sei. Sie sei allerdings "keine herzlose, rassistische Kamerafrau, die nach Kindern tritt." Die "politische Hexenjagd", die nun auf sie gemacht wird, habe sie nicht verdient. Sie schreibt von Morddrohungen, die sie seitdem der Vorfall durch die internationale Presse ging, bekommen würde und erklärt: "Ich bin nur eine Frau, eine jetzt arbeitslose Mutter von kleinen Kindern, die in einer Paniksituation eine falsche Entscheidung getroffen hat. Es tut mir leid."

Am vergangenen Dienstag wurden verschiedene Videos veröffentlicht, in denen deutlich zu sehen ist, wie die nun reuige Kamerafrau nach verschiedenen Flüchtlingen tritt und einem Vater mit einem kleinen Kind auf dem Arm ein Bein stellt. Vater und Kind waren daraufhin gestürzt. Das Kind begann zu weinen. Die Reporterin war im Auftrag des ungarischen Senders N1TV vor Ort und wurde von diesem als Reaktion auf die Vorkommnisse entlassen.

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