Unterschätzt: Erzieher kann nicht jeder!

erzieher kann nicht jeder

Foto: Screenshot / Adriana Sofia

Erzieher kann jeder? Diese Frauen gehen gegen die Unterschätzung ihres Berufs an!

Nur allzu oft werden Erzieher und ihr Beruf unterschätzt. Diese Mädchen kämpfen mit einem Video gegen die Ungerechtigkeit. Denn: Erzieher kann nicht jeder!

Es ist ein immer wiederkehrender Vergleich. Man bringt sein Auto in die Werkstatt, vertraut auf den Rat des Mechatronikers und zahlt eine Menge Geld, damit der fahrbare Untersatz wieder heil gemacht wird. An der Reparatur des Fachmanns wird nicht gezweifelt- er wird schon wissen, was er tut, er hat den Beruf schließlich gelernt.

Eltern bringen ihr Kind in den Kindergarten. Sie vertrauen ihr eigen Fleisch und Blut einem anderen Menschen an. Trotzdem meinen Mütter und Väter stets am besten zu wissen, wie man sein Kind erzieht. Dass der Beruf des Erziehers harte Arbeit bedeutet, wird gerne übersehen. Wieso wird an Erziehern mehr gezweifelt, als am Auto-Mechatroniker? Gelernt haben beide Parteien ihre Arbeit in einer professionellen Ausbildung.

Adriana, Lisa, Shelley und Natalie haben ihre Ausbildung als Erzieherinnen fast abgeschlossen. Sie kämpfen gegen die Unterschätzung und vor allem Unterbezahlung ihres Berufs. Das Video der Schülerinnen geht um die Welt.

Die vier Berlinerinnen beschäftigen sich mit einem ähnlichen Vergleich wie dem Werktstatt-Kindergarten-Szenario. „Warum zahlen wir Menschen, denen wir unsere Kinder anvertrauen, viel weniger Geld, als jenen, denen wir unser Geld anvertrauen?“, fragen sie in der Beschreibung ihres Videos. Mit ihrem Anliegen haben die jungen Frauen einen wunden Punkt getroffen. Über zwei Millionen Menschen haben sich ihr Video bereits angeschaut.

Denn die Kritik scheint gerechtfertigt. Das eigene Kind sollte jedem Menschen mehr wert sein als alles andere im Leben. Trotzdem ist der Beruf als Erzieher sowohl unterschätzt als auch unterbezahlt. Denn das Erzieherdasein ist mehr als Vorlesen und Spielen. Erzieher verrichten Tag für Tag harte Arbeit.

Erzieher sein, heißt stark sein. Es heißt, ein fremdes Kind wie sein eigenes zu behandeln. Es heißt, sich mit schweren Schicksalen auseinander zu setzen. Es heißt, Kot, Urin und Erbrochenes wegzumachen. Mit provozierenden Worten weisen die jungen Frauen im Video auf das hin, was kaum ein Mensch sieht, wenn er an den Beruf des Erziehers denkt.

Haben die Menschen, die den eigenen Kindern Tag für Tag Liebe schenken, nicht am meisten Geld verdient? Doch der Beruf gilt noch immer als unterbezahlt. Trotzdem ist es nicht vorwiegend ein höheres Gehalt, für das Adriana, Lisa, Shelley und Natalie kämpfen. Viel mehr möchten sie den Menschen die Augen öffnen, was sie als Erzieher täglich leisten.

Wie anstrengend Kindererziehung sein kann, hat erst vor kurzem auch das Fotoprojekt Mom Life gezeigt.

Warum zahlen wir Menschen, denen wir unsere Kinder anvertrauen, viel weniger Geld als jenen, denen wir unser Geld...

Posted by Adriana Sofia on Samstag, 28. März 2015

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