Urbane Legende: HIV-Spritzen im Kinosessel

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Sind HIV-infizierte Spritzen in Kinosesseln nur eine Legende?
Foto: iStock.com

HIV Spritzen im Kino

„Sie wurden soeben durch das HIV infiziert“, Warnmails berichten infizierten Spritzen in Kinosesseln. Manchmal ist auch die Rede vom Verrückten in der Disko.

In Warnmails wird vor einem Verrückten gewarnt, der durch die Diskotheken zieht und wahllos Partygäste mit einer HIV-positiven Spritze piekt. Danach klebt er ihnen einen Zettel an den Rücken, auf dem „Willkommen im Club“ steht. Auch von Kinosesseln und Geldautomaten, in denen Spritzen versteckt wurden, wird erzählt. Diese Kettenmails mit Warnungen sind seit Mitte der 80er Jahre im Umlauf. Damals wurden sie mündlich weitergetragen, heute über Facebook und den persönlichen Mailaccount. Dabei wechseln die Städte, in denen sich der Fall zugetragen hat, ständig.

In der wissenschaftlichen Literatur gibt es bis heute keinen einzigen Fall, bei dem sich jemand auf diese Art und Weise mit HIV infiziert hat. Dies ist sogar fast unmöglich, da die HI-Viren an der Luft absterben und sich ausschließlich infiziertes Blut eignet. Junkies, die sich mit HIV infizieren, spritzen intravenös, wodurch eine große Menge an Viren in ihr Blut gelangt. Ein „Aids-Amokläufer“ könnte die Haut nur oberflächlich verletzen und würde im Vorbeigehen niemals eine Vene treffen, sodass es nicht zur Infektion kommt. Das Gleiche gilt für Kinositze.

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