Urlaubs-Trend Selfie Stick: Warum nur?!?

selfie stange
Foto: iStock

 

 

Wer gerade aus dem Urlaub kommt, weiß, wovon wir reden: Selfie Sticks, oder Selfie Stangen. Sie sind einfach überall! Wir fragen uns nur: Warum?!?

Warum machen sich nur alle ihren Urlaub mit diesen Selfie Sticks kaputt? Man sieht sie überall. Sie werden an jeder Ecke angeboten, auch am Strand laufen Verkäufer rum: "Wanna buy selfie stick?" Vor jeder Sehenswürdigkeit stehen die (meist japanischen) Touristen und knipsen. Und auf den eigenen Urlaubsbildern sind am Ende dauernd fremder Leute Metallstangen mit Handys vor den Sehenswürdigkeiten zu sehen...

 

Wir finden Selfie Sticks dooooof!!!

 

Ein Selfie Stick sieht einfach dämlich aus. Also, es sieht an sich schon von außen dämlich aus ein Selfie zu machen (hier geht es zum Beweis). Dabei auch noch eine Teleskopstange in die Höhe zu halten, ist als würde man sich melden und schreien "Hey, alle Leute im Umkreis von 50 Metern, falls ihr es noch nicht bemerkt habt: Schaut mal, ich mache gerade ein Foto von mir! Wirke ich selbstverliebt?"

Selfie Sticks können gefährlich sein: Darum sind sie schon vielerorts verboten. Seit Juli 2015 sind Selfie Sticks zum Beispiel in den Disney-Themenparks in den USA sowie in den Disney Worlds Paris und Hongkong komplett verboten. Auch im Europa Park Rust hier in Deutschland sind keine Selfie Sticks mehr erlaubt. Denn wer so einen Selfie Stick mit in ein Karussel nimmt, ist eine Gefahr für sich und sämtliche Mitfahrenden.

Doch auch in zahlreichen Museen und Sehenswürdigkeiten wie dem Museum of Modern Arts in New York, dem Vatikan oder dem Schloss Versailles in Paris wurde ein Selfie Stick-Verbot ausgesprochen. Man hat zu viel Angst um die Sicherheit der Ausstellungsstücke, die von den Stangen beschädigt werden könnten. Auf dieser Seite gibt es eine Übersicht darüber, wo Selfie Sticks erlaubt sind und wo nicht.

Außerdem muss es doch echt schwer sein, gute Bilder mit dem Selfie Stick hinzubekommen! Auf jeden Fall gibt es einiges mehr zu beachten, damit das Bild was wird:

 

So bekommen Sie mit (oder trotz) Selfie Stick gute Fotos hin

 

Die richtige Kamera nehmen: Wenn man das Smartphone in den Selfie Stick einlegt, hat man (so wie auch bei normalen Selfies) die Wahl: Macht man es so, dass der Bildschirm vorne ist, kann man zwar gut sehen, ob auch alle(s) vor dem Visier ist, was auch aufs Bild soll. Aber man muss dann auch die ziemlich schlechte Frontkamera benutzen. Dann werden die Bilder also pixelig, man kann keinen Blitz benutzen und auf dem Bild sind nur schlechte Lichtverhältnisse.

Dreht man das Handy wiederum, so dass die gute, hintere Hauptkamera vorne ist, hat man keinen Bildschirm und kann nicht sehen, was man genau eigentlich gerade fotografiert. Und mit so einem per Selfie Stick verlängerten Arm ist es noch schwerer als sowieso schon, richtig zu zielen. Man braucht also wahrscheinlich mehrere Versuche, aber die Bilder werden mit der Hauptkamera immerhin qualitativ besser.

Auf das richtige Licht achten: Der Selfie Stick kann zwar mit Bluetooth neben dem Auslöser auch den Blitz betätigen, dennoch ist natürliches Licht meistens besser. Und den Blitz gibt es bei den meisten Handys auch nur bei der hinteren Hauptkamera (siehe oben).

Da man sich von dem Motiv, das man im Hintergrund mit sich selbst fotografieren möchte, wegdreht, gibt es wieder viel mehr zu beachten, woran man sonst nicht unbedingt denken muss. Stimmt das Licht? Bin ich von der Sonne geblendet, während das Objekt hinter mir richtig beleuchtet wird? Macht mir Gegenlicht das Bild kaputt? Habe ich den Schatten der Kamera im Gesicht (oder auf dem Motiv)?

Der Hintergrund: Ein Selfie Stick ist voll ausgefahren ca. einen Meter lang. Da kommt viel mehr vom Hintergrund aufs Bild, weshalb man ihm viel mehr Beachtung schenken muss. Ist zu viel Trubel im Hintergrund, geht man selbst unter. Lieber einen ruhigen Hintergrund wählen.

Hände weg! Ein Vorteil vom Selfie Stick ist, dass man nicht immer den eigenen Arm oder eine unnatürlich verkrampfte Schulter im Bild hat - wie bei einem normalen Selfie. Aber auch darauf sollte man bewusst achten. Wenn es schon einen Vorteil gibt, den der Selfie Stick bietet, nutzen Sie ihn: Nehmen Sie eine natürliche Haltung ein, achten Sie darauf, dass Stange und Hände möglichst nicht mit im Bild sind. Sie wollen doch im Mittelpunkt des Bildes stehen, nicht der Selfie Stick.

Haltungswechsel: Wer ein Selfie schießt, ist Fotograf und Model zugleich. Und wir haben ja schon bei Germany's Next Topmodel gelernt: Man muss dem Fotografen auch was bieten. Darum spielen Sie ein bisschen mit der Perspektive und Ihrer Haltung. Sie müssen sich ja nicht immer frontal fotografieren. Der Selfie Stick bietet viele Möglichkeiten.

Und apropo Perspektive: Wer sich leicht schräg von oben fotografiert, wirkt jünger und schlanker. Dadurch, dass Sie zur Kamera aufschauen, wirken Ihre Augen zum Beispiel größer und sie strecken ihren Hals, weshalb ein eventuelles Doppelkinn verschwindet. Achten Sie aber darauf, dass Sie das Bild nicht zu sehr von oben machen. Sonst wirken Sie eher wie ein kleines Kind, das zu einem Erwachsenen aufschaut.

Macht das überhaupt gerade Sinn? Bei manchen Motiven sollten Sie sich wirklich fragen: Ist es überhaupt gerade nötig, den Selfie Stick zu benutzen? Sähe das Bild nicht ohne mich oder aus meiner Hand fotografiert besser aus? Nur weil Sie einen Selfie Stick haben, müssen Sie ihn nicht unbedingt benutzen. Und wenn Sie Ihre Urlaubsbilder später alle nacheinander ansehen, könnten Sie irgendwann von der immer gleichen Art Bilder genervt sein.

 

 


Ja, doch okay, der Selfie Stick hat aber auch Vorteile

 

Zumindest wenn man mit Gruppen unterwegs ist, hat der Selfie Stick schon was. Denn gerade Gruppenbilder werden einfach besser mit ihm:

 

Ein von Von (@v0n4) gepostetes Foto am

Niemand aus der Gruppe fehlt auf dem Bild, weil er oder sie die Kamera halten musste. Alle sind gut drauf zu sehen. Es musste auch niemand sein Smartphone einem völlig fremden Menschen in die Hand geben, damit der ein Foto von der Gruppe macht, und dabei Angst haben, dass derjenige gleich mit dem teuren Telefon abhaut.

 

Für wen ist der Selfie Stick überhaupt etwas?

 

Für jeden, der Lust drauf hat und genug Selbstbewusstsein hat, dass es ihm nicht peinlich ist, wenn alle Welt bemerkt, dass er gerade ein Foto von sich macht. Gott sei Dank lassen sich Selfie Sticks normalerweise auch auf eine praktische Handtaschengröße zusammenschieben, so dass sie schnell wieder verschwunden sind.

Außerdem für Menschen, die in Gruppen verreisen. Nicht nur, dass jeder seinen Platz auf einem mit Selfie Stick fotografierten Bild findet, auch der Hintergrund (der ja gerade auf Reisen interessant ist) kommt auf den Bildern viel besser zur Geltung.

 

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