Verbrauchertäuschung: Fisch mit Wasser aufgepumpt

pangasius
Sechs der 11 getesteten Fische waren mit einem zusätzlichen Wasseranteil von 20-40 % angereichert.
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Pangasius, Scholle, Garnele

Mehr Geld, weniger Fisch: Das Gewicht von Fischen und Garnelen wird immer häufiger durch zusätzliches Wasser erhöht. Der Verbraucher zahlt für Leitungswasser.

Die Deutschen essen immer weniger Fisch. Schuld daran sind steigende Fischpreise und katastrophale Zuchtbedingungen. Schon länger im Gespräch: Pangasius. Der Süßwasserfisch ist als geschmackloser Billigfisch verrufen. Die neueste Erkentniss: Pangasius wird mit Wasser aufgepumpt.

Kein Einzelfall. Bereits Anfang des Jahres testete das ZDF Schollen und Garnelen auf ihre Qualität - mit überraschendem Ergebnis. Das Gewicht von Garnelen und Fischen wird häufig durch zusätzliches Wasser erhöht.

Pangasius im WDR-Check

Im Test: 11 Pangasiusfilets aus dem Supermarkt und dem Fischeinzelhandel. Das Ergebnis: erschreckend. Sechs der 11 geprüften Produkte enthielten zu viel Wasser. Ihnen wurde ein zusätzlicher Wasseranteil von 20-40 % nachgewiesen. "Ein Qualitätsmangel, der bei der Produktion vor Ort entsteht", erklärt der WDR.

Wie kommt das zusätzliche Wasser in den Fisch?

Egal ob Pangasius, Scholle oder Garnele - die Fische werden vor dem Tieffrieren mit Wasser durchgespült. Dabei werden ihnen Stoffe zugefügt, die das eigene Fischwasser, nicht aber fremdes Wasser speichern sollen. Ein erlaubtes Verfahren, das gekennzeichnet werden muss.

Jedes der getesteten Produkte verzichtete auf die Angabe des zusätzlichen Wassers. Die staatliche Lebensmitteluntersuchungsbehörde spricht von Verbrauchertäuschung. Fakt ist: Der Verbraucher bezahlt für Leitungswasser. Und das ohne es zu wissen.

ASC-Umweltsiegel

Fünf der getesteten Pangasiusfilets konnten überzeugen. Sie enthielten weder Zusatzstoffe noch künstlich zugefügtes Wasser. Jedes war mit dem ASC-Umweltsiegel versehen. Ein Siegel, das durch die Umweltorganisation WWF vergeben wird.

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