Versöhnen Sie sich mit Ihrer Kindheit!

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Foto: © Jutta Klee/Corbis

Psychologie

Die Erlebnisse von früher prägen uns für das ganze Leben. Doch manchmal stehen uns negative Erfahrungen aus der Kindheit bis heute im Weg – das muss nicht so bleiben. Versöhnen Sie sich mit Ihrer Kindheit - für einen frischen Start in die Zukunft!

1. Alte Vorwürfe begraben

Natürlich können Sie ein Leben lang Wut auf Ihren Vater haben, weil er die Familie verlassen hat oder Anerkennung von der emotional kalten Mutter fordern – es wird Sie aber nicht weiterbringen.

Stattdessen werden Frust und Ärger ewig an Ihnen nagen. Überlegen Sie: Will ich die alten Rechnungen wirklich offenhalten? Wenn Sie verzeihen, muss es nicht Ihren Eltern zuliebe geschehen. Tun Sie es für sich selbst – um frei zu sein. Sie werden sehen: Wenn Sie Ihren Groll endlich begraben, gewinnen Sie eine Menge Energie zurück.

2. Sich in die Eltern versetzen

Machen Sie sich bewusst, wie Ihre Eltern zu den Menschen wurden, die sie waren oder sind. Meist hatten sie selbst keine ideale Kindheit, mussten mit wesentlich schwereren Bedingungen klarkommen als wir selbst.

Es lohnt sich, die Eltern in einer ruhigen Stunde einmal nach ihrer eigenen Kindheit zu fragen. Mit diesem Hintergrundwissen fällt es leichter, Vater und Mutter von ihren Fehlern freizusprechen und loszulassen.

3. Abschiedsbrief schreiben

Um mit der Vergangenheit abzuschließen, hilft ein „Abschiedsbrief“ an die Eltern. Darin können Sie sich von der Seele schreiben, was Sie wütend oder traurig gemacht hat, was Sie Mutter oder Vater übelnehmen, was Sie bereuen etc. Enden Sie damit, dass Sie ab sofort selbst die Verantwortung für Ihr Leben übernehmen.

Anschließend können Sie den Brief in einem Abschiedsritual verbrennen, zum Grab der Eltern bringen oder in einen Fluss werfen.

4. Positive Eigenschaften sehen

So kritisch Sie Ihre Eltern auch sehen: Häufig steckt selbst in negativen Eigenschaften etwas Positives, z. B. im Geiz die Sparsamkeit, in der Angst die Vorsicht, im aufbrausenden Wesen ein Stück Lebendigkeit usw.

Überlegen Sie, welche dieser positiven Eigenschaften Sie von Ihren Eltern übernommen haben. Vielleicht wurden Sie durch die schwierige Kindheit auch besonders selbstständig, mutig oder geduldig. Diese Ressourcen können Sie nutzen!

5. Erinnerungen wecken

Leider rufen wir uns oft nur diejenigen Situationen aus unserer Kindheit ins Gedächtnis, die besonders schmerzhaft waren. Doch bestimmt gab es auch Momente des Glücks und Wohlbefindens.

Deshalb: Erinnern Sie sich an all die Situationen, die Ihnen Spaß und Freude bereitet haben. Denken Sie auch an Menschen, die Sie gerne mochten, etwa eine Nachbarin oder die Großmutter. Diese Erinnerungen geben Kraft und helfen, Probleme besser zu bewältigen.

Buch-Tipp

Mehr Anregungen finden Sie in Ulrike Dahms Ratgeber „Mit der Kindheit Frieden schließen“, Schirner Verlag, 8,95 Euro.

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