Versteckte Gefahr: Anämie

anaemie
Vor allem Frauen sind von Anämie betroffen.
Foto: iStock

Blutarmut

Blass, müde, schwach? Dahinter kann Blutarmut stecken. Die häufigste Ursache für Anämie: Eisenmangel. Jede zehnte Frau in Deutschland ist davon betroffen.

Sie sind wie kleine Frachtschiffe. Schwer beladen schippern rote Blutkörperchen durch unsere Adern und transportieren ihre wertvolle Ladung zu unserem Herzen und Gehirn: den lebenswichtigen Sauerstoff. Ein Mangel an den winzigen Teilchen zeigt sich daher oft als allgemeine Leistungsschwäche. Das wiederum hat zur Folge, dass die Anämie oft erst nach Jahren entdeckt wird. Denn die Beschwerden könnten auch auf eine Reihe anderer Erkrankungen hindeuten.

VIDEO: ALLES ÜBER EISENMANGEL

 

 

Die Haut wirkt blass

 

Hervorgerufen werden kann das Problem durch zweierlei - eine zu niedrige Anzahl an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder einen Mangel an Blutfarbstoff (Hämoglobin). Beides lässt uns blasser aussehen, die Schleimhäute sogar weißlich. Neben den äußeren Anzeichen gibt es etliche innere Warnsignale. Viele davon ähneln den Symptomen, die sich bei Vitaminmangel oder Immunschwäche zeigen: Schwindelgefühle, Kopfschmerzen , aber auch Atemnot , Herzrasen und Schlafstörungen. Allerdings treten sie konstant auf und verstärken sich bei körperlicher Belastung. Bei älteren Patienten wird dies oft mit Alterserscheinungen verwechselt - und dementsprechend spät behandelt.

 

Vitalstoffmangel oder Krankheit

 

Dabei genügt ein Labortest, um die Krankheit nachzuweisen. Schwieriger ist die Suche nach den Auslösern - diese können in einer gestörten Blutbildung, aber auch in einem vermehrten Abbau roter Blutkörperchen liegen. Mögliche Ursachen hierfür sind z. B. Veränderungen an der Stammzelle, aus der sich alle weiteren Blutzellen bilden, aber auch Krankheiten des Knochenmarks, der Milz oder Nieren sowie Rheuma. Hier gilt es vor allem die Grunderkrankung zu behandeln, dann verschwindet meist auch die Anämie. Zum Glück hat das Problem aber häufig weniger gravierende Gründe: einen Mangel der drei wichtigen Blutbildungsstoffe Eisen, Folsäure oder Vitamin B12. Auch dies kann zwar Folge z. B. einer entzündlichen Krankheit sein. Oft nehmen Betroffene aber einfach nicht genug Vitalstoffe auf - sodass eine gezielte Ernährung Abhilfe schafft. Bei schwerer Anämie können zusätzlich Blutkonserven und sogenannte "Wachstumsfaktoren" zum Einsatz kommen, die den Körper zur Bildung von Blutzellen anregen.

 

Die drei wichtigsten Vitalstoffe für gesundes Blut

 

EISEN ist unerlässlich für den Sauerstofftransport im Blut. Der Tagesbedarf (Frauen: ca. 15 mg; Männer: etwas niedriger) steckt z. B. in 100 g Schweineleber, 300 g Erbsen, 250 g Linsen oder Pfifferlinge, 100 g Weizenkleie, 20 g Petersilie.

FOLSÄURE sorgt für die Teilung der blutbildenden Zellen im Knochenmark. Den Tagesbedarf von 400 µ (Mikrogramm) deckt vor allem grünes Gemüse, z. B. 250-300 g frischer Spinat, grüner Spargel oder Brokkoli.

VITAMIN B12 spielt in Kombination mit Folsäure eine wichtige Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen. Für den Tagesbedarf von etwa 3 µ reichen z. B. zwei Eier, 30 g Hering, 60 g Forelle, 100 g Camembert oder Rindfleisch.

Kategorien: