Video: 365 Bilder sollen häusliche Gewalt stoppen

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Foto: Screenshot

"A photo a day in the worst year of my life"

Ein Video sorgt momentan weltweit für Aufruhr. Dokumentiert wird ein Lebensjahr einer Frau in 365 erschreckenden Bildern- die helfen sollen häusliche Gewalt zu stoppen.

Zu Beginn des Videos sieht man eine hübsche junge Frau. Sie wirkt gepflegt und lebensfroh, leichtes Make-Up ziert ihr Gesicht und ihre Augen blicken frech in die Kamera. Am Ende des Videos ist diese Frau entstellt.

Das Schock-Video trägt den Titel „ Ein Foto pro Tag im schlimmsten Jahr meines Lebens“. In 365 Bildern wird die tägliche Veränderung einer Frau dargestellt, die misshandelt wird. Anfangs sind es nur leichte Blessuren, wie ein blaues Auge, die einen Unfall vermuten lassen. Doch noch bevor die eine Verletzung abgeheilt ist, erscheinen die nächsten- schnell ist klar, dass die Frau unter enormer Gewalteinwirkung leiden muss. Am Ende des Videos entstellen Schürfwunden und Blutergüsse das Gesicht des Opfers, die einst lebensfrohen Augen blicken leer in die Kamera. Die Protagonistin hält einen serbischen Hilferuf in die Kamera: „Helft mir, ich weiß nicht ob ich bis morgen warten kann.“

Das Video basiert auf der Idee des Fotografen Noah Kalina, der sich in seinem Projekt „A photo a day“ täglich selbst fotografiert und damit die kleinen Veränderungen im Gesicht einer Person im Laufe seines Lebens dokumentiert. Jeder Mensch verändert sich während eines Jahres- eine solche Entwicklung wie das serbische Video zeigt, sollte und möchte jedoch niemand erleben. Trotzdem ist häusliche Gewalt in der Realität kein Einzelfall.

Darauf möchte die Stiftung „B92“ nun aufmerksam machen, die in Kooperation mit Serbiens größtem Fernsehsender das Projekt „A photo a day in the worst year of my life“ inszenierte um häusliche Gewalt zu stoppen. Das Video sorgte im Internet für große Aufruhr- lange Zeit blieb ungeklärt, ob es sich um einen wahren Hilferuf oder ein Werbevideo handelte. Häusliche Gewalt ist nicht nur in südosteuropäischen Ländern ein Problem und trotzdem bis heute ein Tabu-Thema. Die Dunkelziffer an Opfern wird hoch geschätzt, nur wenige Betroffene wenden sich tatsächlich an Hilfsstellen. Veran Matic, Präsident der Stiftung B92, plant die Eröffnung weiterer Frauenhäuser in Serbien, die Opfern Schutz und Hilfe bieten können.

Das Projekt soll helfen, die südosteuropäische Bevölkerung für häusliche Gewalt zu sensibilisieren und zu verdeutlichen, dass es keineswegs normal ist seine Frau zu schlagen. Nachdem das Video in Serbien innerhalb weniger Tage zum Youtube-Erfolg wurde, erreicht es mittlerweile die ganze Welt. Dass es sich um eine Kampagne handelt, ist mittlerweile bekannt- die Realität darstellen tut sie jedoch leider trotzdem.

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