Video: Häusliche Gewalt gegen Männer – ein Tabuthema

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Häusliche Gewalt gegenüber Männern wird in der Öffentlichkeit verschwiegen.
Foto: youtube/ManKindInitiative

Körperliche Übergriffe

Regelmäßig finden wir lustige Bilder und emotionale Videos im World Wide Web! Heute: Die verzerrte Wahrnehmung häuslicher Gewalt.

Die Gefahr körperlicher Übergriffe lauert nicht in dunklen Waldstücken oder unbeleuchteten Sackgassen. Die Gefahr lauert in der eigenen Wohnung. Frauen werden von ihren Männern geschlagen, getreten und geschubst. Ein Bild, das in den meisten Köpfen herumgeistert. Die Täter-, Opferrollen - automatisch verteilt. Ein Trugschluss, wie dieses Video zeigt.

Der Streit eines jungen Pärchens bewegt die Öffentlichkeit. Meint man, so lang die Rollenverteilung klar definiert ist. Der Mann geht auf seine Frau zu, schreit sie an und schubst sie herum. Die Reaktion der Beobachter eindeutig. Sie greifen in die Situation ein, eilen der Frau zur Hilfe. Die Sequenz wird zurückgespult, die Rollen werden getauscht. Die Frau geht auf ihren Mann los, drückt ihn gegen einen Gartenzaun und brüllt ihn lauthals an. Das Erschreckende: Nicht einer reagiert. Keiner stellt sich zwischen den Konflikt. Und niemand eilt dem Mann zur Hilfe. Hier und da grinsen Personen hämisch im Hintergrund und scheinen sich sichtlich über die Auseinandersetzung zu amüsieren.

Männer als Opfer - ein Tabuthema

Das Experiment der ManKind Initiative wirft eine Frage auf: Warum werden körperliche Übergriffe gegenüber Männern weniger Ernst genommen als gegenüber Frauen? Nicht selten schwingen in vielen Köpfen Assoziationen wie Schwäche und Scham mit.

Es ist noch immer ein Tabuthema. Werden Männer Opfer häuslicher Gewalt, wird darüber kaum gesprochen. In der öffentlichen Wahrnehmung kommt dieses Thema so gut wie überhaupt nicht vor. Zu groß ist das Schamgefühl der männlichen Opfer. Und zu sehr fühlen sie sich in ihrer Männlichkeit verletzt.

Es ist keine Seltenheit, dass häusliche Gewalt die Grenzen leichter Körperverletzung überschreitet. Die Körper der Opfer sind häufig von Blutergüssen und Brandwunden übersät. Eine aktuelle Studie des Robert-Koch-Instituts in Berlin zeigt, dass fast so viele Männer wie Frauen von häuslicher Gewalt betroffen sind. Tendenz steigend. Ein Ding der Unmöglichkeit. Frauen- und Männerbild hin oder her.

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