Video: Lehrer gibt seinen Schülern die beste Hausaufgabe ihres Lebens

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Seiner eigenen Ansicht nach tat Bruce Ferrar, als er die Hausaufgabe stellt, nichts Anderes, als seinen Job als Lehrer.
Foto: YouTube/ WestJet

Ein Brief an ihr älteres Ich

Ganze 20 Jahre ist es her, dass Bruce Farrer seinen Schülern eine sehr inspirierende Hausaufgabe gab. Ihr wahrer Wert offenbart sich erst jetzt.

Wie hätten wir wohl damals in der Schule reagiert, wenn unser Lehrer uns die Aufgabe gibt, einen zehnseitigen Brief an unser 20 Jahre älteres Ich zu schreiben? Vermutlich mit einem lauten Stöhnen. Denn zuerst einmal ist das Schreiben eines solchen Briefes jede Menge Arbeit. Anders erging es wahrscheinlich auch nicht den 14-jährigen Schülern des Kanadiers Bruce Farrer, als er ihnen genau diese Aufgabe stellte. Es sollte einige Jahre dauern, bis die Schüler herausfanden, dass ihr Lehrer ihnen mit dieser Aufgabe keine Arbeit aufbürdete, sondern ihnen einen großes Geschenk machen würde.

Als Bruce Farrer seinen Schülern vor 20 Jahren verspricht, ihre Briefe nicht nur aufzuheben, sondern sie ihnen sogar zukommen lassen, schenken viele der jungen Leute ihm wohl keinen Glauben. Warum sollte er all diese Anstrengungen auf sich nehmen und das nur wegen einer Hausaufgabe?

Doch Bruce Farrer hält sein Wort. In diesem Jahr beginnt er seine ehemaligen Schüler ausfindig zu machen und ihnen ihre Briefe zuzuschicken. Einige Briefe stellt er sogar persönlich zu. Unten im Video verrät Bruce Farrer, dass er schon zu so einer Art Detektiv werden musste, um alle seine ehemaligen Schüler aufzuspüren. Viele wohnen nicht mehr in der Nähe. Doch es ist genau diese Entwicklung, die Farrer so fasziniert. Er findet es aufregend herauszufinden, wo all die jungen Leute, die er früher kannte, heute leben und welche Wege sie als Erwachsene eingeschlagen haben.

Seinen Schülern macht er mit der Zustellung ihrer Briefe ein unerwartetes Geschenk. Sie fühlen sich beim Lesen der zehn handgeschriebenen Seiten in eine andere Zeit zurückversetzt. Eine ehemalige Schülerin sagt: "Diesen Brief zu lesen, war eine emotionale Achterbahnfahrt für mich." Ein anderer Mann gibt zu, dass er nicht damit gerechnet hätte, was diese Hausaufgabe wirklich bewirken könnte: "Ich dachte, er wollte mit dieser Aufgabe nur die Zeit rumkriegen und uns beschäftigen, damit er anderen Sachen tun kann. Aber ehrlich gesagt ist diese Aufgabe ziemlich brillant. Es bedeutet zurückzusehen und sich zu erinnern, wer man einmal war."

Bruce Farrers Schüler sind ihm mehr als dankbar für das, was er ihnen mithilfe dieser einen Aufgabe alles gegeben hat. Für den inzwischen 72 Jahre alten Pensionär ist dies alles allerdings gar keine große Sache. Er ist der Meinung, nur seinen Job getan zu haben und bezeichnet sich selbst als einen "ganz normalen Lehrer".

Dabei verschickt er jedes Jahr wieder die Briefe einer anderen Klasse. Immer, wenn die 20 Jahre um sind, wendet er sich einem neuen Kurs zu. Die Idee, seine Schüler einen Brief an ihr älteres Ich schreiben zu lassen, kam Bruce Farrer bereits zu Beginn seiner Laufbahn als Lehrer. In all seinen Arbeitsjahren wird er also so einige Briefe angesammelt haben. Doch er hat sich vorgenommen nicht aufzuhören, die Briefe zu verschicken, bis nicht auch der letzte von ihnen zu seinem rechtmäßigen Besitzer zurückgefunden hat. So viel Hingabe und Enthusiasmus ist nicht nur beeindruckend, sondern auch sehr inspirierend.

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