Vier Wochen ohne Dusche: Nitrosomonas eutropha

4 wochen ohne duschen h
Tägliches Duschen schadet nicht nur der Haut sondern auch dem Immunsystem.
Foto: iStock

Ein Experiment

Der Sprung unter die Dusche – für die meisten ein geliebtes Ritual am Morgen. Vor allem wenn es draußen kalt ist, fühlen wir uns in der saunaähnlichen Atmosphäre mollig warm und gut aufgehoben. Selbst im Sommer, wenn die Temperaturen über die 30-°C-Marke klettern, ist eine Dusche mehr als nur eine angenehme Erfrischung.

Dem Gefühl von Sauberkeit hat Julia Scott, Journalistin bei der New York Times, nun gestrotzt: Vier Wochen ohne Dusche - ein Experiment, das sich leichter anhört als es ist. Der Hintergrund: Die amerikanische Firma AOBIOME hat ein Hautspray auf den Markt gebracht, welches das routinierte Duschen am Morgen ersetzen und gleichzeitig das Hautbild verbessern soll. Täglich waschen wir, die von der Haut selbst produzierten, sogenannten Nitrosomonas eutropha Bakterien einfach weg. Diese machen die Haut nicht nur geschmeidiger, sondern stärken auch unser Immunsystem. Das oben genannte Hautspray ist mit diesen Bakterien versetzt und soll den Verlust der Mikrobe ausgleichen.

‚Hast du eine neue Haarfarbe?‘

Das Schlimmste seien die fettigen Haare gewesen, so Scott. Anders als vermutet, empfand sie ihren eigenen Körpergeruch weniger lästig. Leicht zwiebelig, aber im Rahmen, scherzt sie. Aber das Experiment hatte viel Positives: Das Hautbild der Journalistin soll sich maßgeblich verbessert haben. Die Haut sei nun weicher und ebenmäßiger, die Poren viel feiner.

Wasser und Seife – mehr nicht

Und trotzdem würde sich die junge Journalistin immer gegen ein Leben ohne Dusche entscheiden. Eins hat sie aber gelernt: Eine Pflege mit einfacher Seife und duftstofffreien Shampoos reicht völlig aus. All die teuren und mit Duftstoffen versetzten Reinigungsmittel schaden der Haut mehr, als dass sie den versprochenen Effekt erzielen. Seife und Wasser tun es auch.

Die Expertenmeinung

Wer zu oft oder zu heiß duscht, der trocknet seine Haut aus. Mehr als 10.000 verschiedene Bakterienarten besiedeln den Menschen, ein Großteil davon sitzt auf unserer Haut. Sie bilden die Hautflora und schützen die Haut auf eine natürliche Art und Weise. Eine ausgewogene Pflege und Reinigung hält unser größtes Organ weich und gesund, solange man es nicht übertreibt.

Tägliches Duschen entfernt nicht nur Schmutz und Körpergerüche, sondern neutralisiert auch den Säurefilm der Haut. Dieser natürliche Schutzmechanismus wehrt schädliche Keime ab und hält die Haut glatt. Wird dieser neutralisiert, kann sich eine gesunde Haut mehr oder weniger schnell davon erholen. Eine trockene Haut hat infolgedessen oft mit Hauirritation und/oder Ekzemen zu kämpfen.

Der Griff zum Waschlappen reicht völlig aus

Eine gründliche Körperhygiene bedeutet nicht automatisch, sich täglichen Duschzeremonien unterziehen zu müssen. Es soll bereits ausreichen, die ‚Tropengebiete‘ des Körpers, also Achselhöhlen, Intimbereich, Hände und Füße, mit einem Waschlappen mit Seife zu reinigen. Die restlichen Körperstellen können mit einem feuchten Lappen abgefahren werden. So Experten.

Nicht abrubbeln und lauwarm duschen

Wer trotzdem nicht auf sein tägliches Duschbad verzichten will, sollte sich zumindest an folgende Tipps halten: Nach der Dusche nicht fest abrubbeln und nur mit lauwarmem Wasser abbrausen. Heißes Wasser trocknet zusätzlich aus. Bei der Wahl des Duschgels darauf achten, dass es sich um seifen- und parfumfreie Duschgels handelt. Bodylotion mit rückfettenden Substanzen schützen zusätzlich vor dem Austrocknen. Aber auch hier gilt: Nicht übertreiben!

Kategorien: