Geprüft von Stiftung WarentestVisitenkarten am Auto: Das steckt wirklich dahinter

Das steckt hinter den bunten Visitenkarten unterm Scheibenwischer
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Wer nicht gerade mit einem Neuwagen unterwegs ist, kennt sie nur zu gut, diese kleinen bunten Visitenkarten. Zusammen mit dem ADAC hat die Stiftung Warentest geprüft, wer und was sich wirklich dahinter verbirgt.

Hinter den bunten Kärtchen, die entweder in den Schlitz zwischen Tür und Fenster gesteckt oder unter die Scheibenwischer geklemmt werden, vermuten wahrscheinlich nur die wenigsten Autobesitzer wirklich seriöse Autohändler.

Doch laut der Stiftung Warentest und dem ADAC ist dies ein Irrglaube.

Mitarbeiter der Stiftung Warentest nahmen sich für einen Test vier unterschiedliche Autohändler vor. Zunächst einmal riefen Sie die auf den Visitenkarten vermerkten Nummern an. Hinterlassen wurden die bunten Kärtchen auf der Windschutzscheibe eines 15 Jahre alten Opel Corsa, der verkauft werden sollte. Der ADAC hatte den Wert des Wagens zuvor auf 1.700 Euro geschätzt.

Diesen Betrag wollte keiner der vier angerufenen Händler für den Gebrauchtwagen bieten. Das höchste Kaufangebot lag bei 1.400 Euro. Zwei Verhandlungspartner waren besonders stur, eine Unterhaltung erwies sich laut Stiftung Warentest als unangenehm. Nur mit einem Händler konnte schnell eine Einigung gefunden werden.

Das Fazit der Stiftung Warentest: "Die Händler sind nicht unbedingt unseriös. Sie können freundlichen sein, aber auch knallhart und enorm Druck aufbauen."

In den meisten Fällen werden die auf diese Art und Weise verkauften Autos wiederum an Exporteure verkauft. Weil diese nicht viel mehr als ein paar Hundert Euro pro Auto zahlen, versuchen auch die Händler möglichst wenig für die Fahrzeuge auszugeben.

Doch: Das Verteilen der Kärtchen ist eine Ordnungswidrigkeit. Vom Ordnungsamt wird es als eine unerlaubte Sondernutzung der Straße gewertet. In den wenigsten Fällen zieht das Verteilen der bunten Visitenkärtchen jedoch eine Strafe nach sich. Dafür müsste man die Händler oder ihre Gehilfen nämlich dabei erwischen.

 

ww8

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