Vitaminmangel durch Antibabypille?

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Prof. Dr. med. Kai Bühling erklärt uns, wie ein Vitaminmangel durch die Antibabypille zustande kommt.

Das sagt der Experte...

Die Antibabypille hat das Dasein der Frauen revolutioniert. Sie bringt jedoch auch gesundheitliche Risiken mit sich. Wir gehen der Frage nache, ob die Antibabypille einen Vitaminmangel im Körper fördert. Dazu sprachen wir mit Prof. Dr. med. Kai J. Bühling - Leiter der Hormonsprechstunde und Konsiliarius der Klinik und Poliklinik für Gynäkologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und praktizierender Arzt in der Schwerpunktpraxis für Gynäkologische Endokrinologie in Hamburg-Blankenese.

Ergibt sich aus der Einnahme der Antibabypille tatsächlich ein Vitaminmangel? Und wenn ja, ist das wissenschaftlich belegt?

Prof.Dr. med. Kai Bühling: Die Antibabypille erhöht einige Eiweiße im Blut, wodurch es zu einer Umverteilung nicht nur der Flüssigkeiten, sondern auch der Mikronährstoffe kommt. Insofern kann es immer sein, dass hier ein Vitaminmangel, der vorher vielleicht latent war, durch den erhöhten Bedarf auffällig wird.

Was passiert genau durch die Einwirkung der Hormone auf den weiblichen Körper? Wie kommt der Vitaminmangel zustande?

Prof.Dr. med. Kai Bühling: Am Beispiel der Schilddrüse lässt sich das ganz gut zeigen: Die Schilddrüsenhormon-Transporteiweiße werden durch die Pille stimuliert, weshalb mehr Schilddrüsenhormone notwendig sind, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. In diesem Moment ist dann auch mehr Jodid gefragt, um die Hormone aufzubauen. Fehlt dies, kommt es zum Mangel.

Um welche Vitamine handelt es sich dabei und sollte man diese zusätzlich zur Nahrungsaufnahme zuführen?

Prof.Dr. med. Kai Bühling: Vor allem für Folsäure wird dies angegeben, die man zusätzlich substituieren kann. Aber auch die Blutspiegel von Vitamin B12 sowie Vitamin E und Ubichinon sind unter einer hormonellen Kontrazeption niedriger, wobei man den praktischen Effekt nicht kennt.

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