Volle Power voraus!

volle power voraus

Kreuzfahrt mit Fitness-Faktor

Surfen, Klettern und sogar Eislaufen: Auf dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt kann man jede Menge für die Fitness tun und nebenbei das Paradies erobern! Ein Reisetagebuch von SHAPE-Autorin Christine Bredow.

Noch nie hab ich mich so klein gefühlt. Ich stehe im Hafen von Miami vor einem schwimmenden Riesen: 339 Meter lang, 56 Meter breit und stolze 72 Meter vom Kiel bis zur Kaminspitze. "Welcome to the ,Liberty of the Seas‘", ruft mir ein Stewart fröhlich zu, "enjoy your stay!"

Das Einchecken geht blitzschnell: Passkontrolle, Kreditkarte einlesen, schon bekomme ich meinen "SeaPass". Die Karte ist für die nächsten sieben Tage gleichzeitig mein Ausweis, Zahlungsmittel und Schlüssel zur Kabine .

Die schönsten Momente der Karibikreise in unserer Galerie (16 Bilder)!Keine fünf Minuten später bin ich auch schon dort: Auf 54 Quadratmetern findet sich dort alles, was man so braucht - Fernseher, begehbarer Schrank , Minibar. Bei Sonnenuntergang sticht die "Liberty" in See. Ich liege im Lounge Chair auf meinem Balkon und beobachte, wie die Skyline von Miami allmählich immer kleiner wird.

Tag eins: Sportpalast auf See

Sanftes Wellenrauschen weckt mich . Ich gehe auf den Balkon und sehe nichts als ... Meer! Tintenblau, mit weißen Schaumkronen. Spätestens jetzt weiß ich, dass die 200 Extra-Euro für die Balkonkabine gut investiert waren. Heute ist Seetag, das heißt: genug Zeit, um das Schiff zu erkunden. Aber womit fange ich an bei 15 Decks?

Was wo ist und wann stattfindet, erfährt man täglich aus der Bordzeitung "Cruise Compass". Aha, Frühstück von sieben bis elf Uhr im "Jade & Windjammer Café". Alle Mahlzeiten sind im Preis inbegriffen, außer in den Spezialitätenrestaurants "Chops Grille" (Steaks) und "Portofino" (italienisch).

Rein in den Aufzug, hoch auf Deck elf. Das Frühstücks-Büfett entspricht ungefähr der Größe des Schiffes: Früchte, Kuchen und zahllose Brotsorten, Müsli plus Joghurt, Eier, Käse , Schinken und sogar thailändische Reisgerichte. Dazu der Panoramablick aufs Meer - perfekt. Frisch gestärkt starte ich danach zum Schiffsrundgang.

Erster Stopp, da am selben Deck: das rundum verglaste Fitness-Center. Das größte Gym auf See punktet nicht nur mit nagelneuen Kraft- und Kardio-Maschinen. Es bietet auch von morgens bis abends Kurse an, etwa Yoga oder Meditation, Pilates und Tai-Chi (sieben bis elf Euro). Dazu kommen Seminare mit Erfolg versprechenden Namen wie "Iss mehr, wieg weniger", "Wie man in zehn Tagen zehn Pfund verliert" oder "Geheime Wege zum flachen Bauch".

Derart inspiriert melde ich mich direkt zum "Boot Camp" an, ein Turbo-Zirkeltraining, das es in sich hat: Hanteln stemmen, Bauch-Crunches, Liegestütze ... Alles jeweils einen Song lang und ohne Pause. Nach vier Runden gebe ich auf und flüchte ins "Squeeze", eine von 22 Bars an Bord.

,,Dann zieht es mich auf Deck 13 zum Surfen. Kaum zu glauben: Am Schiffsheck befindet sich ein zwölf mal zehn Meter großes Becken mit Wellen! "Die Strömung hier ist stärker als bei bei den Waves, auf denen man sonst Wellenreiten lernt", erklärt Surf-Lehrer Hector, "man braucht auch mehr Kraft." Daher die hohe Männer-Quote! Ich wage es dennoch. Bis ich sicher stehe, hält mich Hector noch an der Hand fest. Danach lässt er los ... und ich surfe tatsächlich!

Allerdings nur für drei Sekunden, dann plumpse ich lachend ins Wasser. Trotzdem Applaus vom Publikum. Und der aufmunternde Kommentar: "Gute Haltung. Nur die Shorts könnten kürzer sein." Ich nehm's als Kompliment und spaziere rüber zur Kletterwand . 13 Meter hoch und senkrecht, eine richtige Herausforderung. Ich bekomme Spezialschuhe, Helm und Gurt, dann geht's los. In nur zehn Minuten bin ich oben - den Lunch habe ich mir redlich verdient.

Nach einem Burger bei "Johnny Rockets" auf Deck zwölf lege ich mich mit dem Bordmagazin an den Pool. Was ich schon alles verpasst habe: Basketball und Bingo, Spanisch- und Salsa-Kurs. Egal. Ich freue mich aufs Gala-Dinner heute Abend. Das findet zweimal pro Woche statt, in den drei Haupt-Speisesälen. Unter funkelnden Kronleuchtern werden Fischsuppe, Hummer und Schoko-Mousse serviert. Dazu raschelnde Abendkleider und klassische Musik - für das echte Traumschiff-Feeling!

Tag zwei: Wellness statt Wellengang

Hilfe, mir tut jeder Muskel weh! Sport fällt heute aus. Gut, dass wir noch auf See sind. So kann ich mich erst mal im Spa massieren lassen (ab 87 Euro für 50 Minuten auf Deck zwölf). Später bummele ich über die "Royal Promenade", eine 135 Meter lange Flaniermeile auf Ebene fünf mit Parfumerie und Boutiquen , Eisdiele, Pub, Pizzeria und Café (Espresso: 1,50 Euro). Abends gönne ich mir Steak und Rotwein im "Chops Grille" (18 Euro extra), den krönenden Abschluss bildet die Comedy Show im Theater. Ein rundum perfekter Seetag.

Tag drei: Inselspurt

Land in Sicht! Wir liegen im Hafen von Philipsburg auf St. Maarten. Die 94-Quadratkilometer-Insel gehört halb zu Holland, halb zu Frankreich. Ich habe eine Jeep-Tour durch beide Teile gebucht.

Es geht abwechselnd durch üppigen Dschungel und an der Küste entlang . Nach einem Bummel durch den karibisch-bunten französischen Hauptort Marigot hüpfen wir ins 28 Grad warme Meer und lassen uns im Sand trocknen. Bei Sonnenuntergang müssen wir leider schon wieder an Bord sein, denn dann heißt es: Leinen los, Kurs auf Puerto Rico!

Tag vier: Stürmische Zeiten

Ich liege noch im Bett, als die Durchsage des Captains ertönt: "Aufgrund eines Hurricanes können wir die Insel leider nicht anlaufen." Schade, aber andererseits: Hurra, ein Tag mehr auf See!

Heute wird alles getestet, wozu ich bisher keine Zeit hatte: Volleyball und Eislaufen, Boxen und Golfen . Nur an der "Miss Bizeps"-Wahl nehme ich nicht teil: Dafür fehlen mir noch mindestens 500 Stunden Krafttraining.

Tag fünf: Yoga unter Palmen

Um neun Uhr erreichen wir Haiti. In Labadee hat die Reederei ein Stück Land erschlossen: mit Palmenstränden, Bars und Wassersport-Center, sogar Yoga wird angeboten . Da bin ich natürlich dabei: warmer Sand auf der Haut, das leise Rollen der Wellen und dazu die beruhigende Stimme von Yogi-Meisterin Zane: "Euer Körper wird gaaanz schwer. Ihr seid totaaaal entspannt ..."

"Christine, wake up, wolltest du nicht schnorcheln gehen?" Uups, schnell ab ins Meer. Was für eine Pracht: Korallen in allen Farben des Regenbogens, schwarze Rochen - und sogar ein Riesen-Oktopus kreuzen meinen Weg. Schöner als im "Nemo"-Film!

Tag sechs: Casino Royale

Letzter Tag auf See. Morgen erreichen wir Miami. Und ich steuere das Casino an: Roulette, Poker, Black Jack, voller Einsatz für meine nächste Seereise. Ab Dezember cruist nämlich die "Oasis of the Seas" durch die Karibik (www.oasisoftheseas.com). Und die wird noch etwas größer sein als die "Liberty".? Mit SHAPE durch die Savanne Namibias Fuerteventura - das Sport-Paradies im Atlantik Bienvenidos a Cuba! bei JOY Online