Vorhofflimmern: Diese 8 Dinge solltest du darüber wissen

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Vorhofflimmern zählt zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen. Viele Menschen leiden darunter, ohne es zu wissen.
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Ein stolperndes Herz sollte nicht unterschätzt werden

Ein unregelmäßig schlagendes Herz sollte nicht ignoriert werden. Obwohl Vorhofflimmern nicht direkt lebensgefährlich ist, kann es doch der Auslöser schwerwiegender Krankheiten sein.

Um das Thema Vorhofflimmern genauer unter die Lupe zu nehmen, ist es zuerst einmal wichtig, zu erklären, was damit überhaupt gemeint ist. Wenn die Vorhöfe zu "flimmern" beginnen, liegt dies daran, dass ihre Muskulatur nicht mehr so arbeitet, wie sie soll. Der Grund dafür ist häufig ein beschädigter Herzmuskel, der wiederum beispielsweise durch eine Herzschwäche in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Bkluthochdruck, übermäßiger Alkoholkonsum oder eine Überfunktion der Schilddrüse kommen aber auch als Auslöser infrage.

 

Fakt Nummer 1: Vorhofflimmern ist keine Seltenheit

 

Allein in Europa leiden 6 Millionen Menschen an Vorhofflimmern. In Deutschland sind 1,8 Millionen Personen betroffen. Da das Leiden aber häufig gar nicht bemerkt wird, geht man davon aus, dass die Zahl eigentlich noch viel größer ist. Dennoch ist Vorhofflimmern schon jetzt die häufigste Form der Herzrhythmusstörung.

 

Fakt Nummer 2: Nicht immer treten eindeutige Symptome auf

 

Typische Anzeichen für ein Vorhofflimmern sind ein unregelmäßiger Puls, Schwindel, Atemnot, Schwäche, Schmerzen in der Brust. Einige Patienten verspüren aber auch bloß eine gewisse Müdigkeit, fühlen sich nicht mehr ganz so leistungsfähig wie sonst. Tritt nur dieses Symptom auf, kann es sein, dass das Vorhofflimmern gar nicht bemerkt wird. In einigen Fällen äußert sich die Herzrhythmusstörung gar nicht durch irgendwelche Veränderungen.

 

Fakt Nummer 3: Das Risiko steigt mit dem Alter

 

Durchschnittlich tritt Vorhofflimmern bei 1-2 Prozent der der deutschen Bevölkerung auf. Bei den 70- bis 80-Jährigen sind es aber bis zu 15 Prozent.

 

Fakt Nummer 4: Vorhofflimmern ist nicht lebensbedrohlich, aber seine Folgen

 

Es ist nicht das Vorhofflimmern selbst, was dein Leben gefährden kann, sondern das, was daraus folgen kann. Wenn die Vorhöfe flimmern, ziehen sie sich 350- bis 600-mal in der Minute zusammen! Diese zittrige Bewegung reicht nicht aus, das Blut weiterzuschieben. Die Fließgeschwindigkeit verringert sich, und es können sich in Nischen der Vorhöfe Gerinnsel bilden. Wenn das Flimmern endet und der normale Rhythmus zurückkehrt, können die Blutgerinnsel aus der Nische gespült werden. Die größte Gefahr: Ein Gerinnsel gelangt zum Gehirn und verursacht einen Schlaganfall .

 

Fakt Nummer 5: Ein EKG gibt Gewissheit

 

Ob wirklich ein Vorhofflimmern vorliegt, überprüft der Arzt mithilfe eines EKGs, kurz für Elektrokardiographie. Dabei wird die elektrische Aktivität des Herzens gemessen. Unregelmäßigkeiten sind hier deutlich zu erkennen.

 

Fakt Nummer 6: Vor der Behandlung muss die genaue Ursache geklärt werden

 

Ist das Vorhofflimmern die Folge einer anderen Erkrankung, ist es wichtig, diese zunächst genau festzustellen und zu behandeln. Gegen das Flimmern der Vorhöfe können Medikamente eingenommen, die das Herz dazu bringen, wieder den richtigen Takt zu finden. Häufig verschreiben Ärzte ebenfalls ein Blutverdünnungsmittel, um das Schlaganfallrisiko zu senken. Dieses ist bei Patienten mit Vorhofflimmern nämlich fünf Mal höher.

 

Fakt Nummer 7: Die Gefahr für Frauen ist größer

 

Eine große Studie aus Oxford zeigt, dass Vorhofflimmern für Frauen gefährlicher ist, als für Männer. Weiblichkeit ist ein Risikofaktor. Eine Übersichtsarbeit mit Daten von 66.511 Flimmerpatienten zeigt: Die Sterblichkeit bei Frauen liegt um 69 Prozent höher, bei Männern nur um 47 Prozent im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen. Das Risiko für einen Schlaganfall nach Vorhofflimmern steigt bei Frauen um 305 Prozent, bei Männern nur um 77 Prozent. Bei Herzerkrankungen ist die Tendenz gleich. Frauen sollten also Vorhofflimmern unbedingt ernst nehmen.

 

Fakt Nummer 8: Kaffee senkt das Risiko

 

Jedes Mal, wenn wir uns ein Tässchen Kaffee gönnen, ist das wie ein Fest für unser Herz. Der Grund: 300 mg Koffein täglich senken das Risiko für Vorhofflimmern um sechs Prozent. Das entspricht ca. drei Tassen. Aber: Mehr als sechs Tassen pro Tag sind schon wieder ungesund.

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