Vorsorge Brustkrebs: Brust richtig abtasten!

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Jede Frau, egal welchen Alters, sollte regelmäßig Ihre Brust abtasten.
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Brustkrebs? Nicht mit uns!

Wie Sie sich vor Brustkrebs schützen? Meiden Sie Alkohol, Nikotin und Wurst. Und untersuchen Sie Ihre Brust regelmäßig. So geht's: Brust richtig abtasten.

Wie hoch ist das Risiko?

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 72 000 Frauen an Brustkrebs, etwa 17 000 Frauen sterben daran. Im Durchschnitt sind die Betroffenen zum Zeitpunkt der Diagnose 65 Jahre alt, 25 Prozent sind jünger als 55, 10 Prozent jünger als 45. Grundsätzlich kann es jede Frau treffen. Deshalb sollte jede Frau regelmäßig ihre Brust abtasten.

Früherkannung rettet Leben

Brustkrebs ist gut behandelbar - wenn er rechtzeitig entdeckt wird. Je kleiner der Tumor, desto glimpflicher die Operation und desto größer die Chance, wieder gesund zu werden. Von Heilung mögen viele Ärzte nicht sprechen, für sie ist Brustkrebs eine chronische Erkrankung, weil es nicht selten zu Rückfällen kommt, manchmal noch 20 Jahre nach dem ersten Auftreten. Zwei Zahlen aus der Statistik: Ist der Tumor kleiner als zwei Zentimeter, liegt die Überlebenschance nach fünf Jahren bei 85 bis 90 Prozent. Hat der Krebs dagegen bereits andere Organe befallen, sinkt die Quote auf zehn Prozent. Deshalb ist es so immens wichtig, dass Frauen ihre Brust abtasten und auf Veränderungen untersuchen.

Ab 50 werden Frauen hierzulande zudem alle zwei Jahre offiziell angeschrieben und zur Mammografie gebeten. Bei dieser Untersuchung wird die Brust zwischen zwei Glasplatten im Längsschnitt geröntgt, so werden auch kleinste Veränderungen sichtbar. Die Strahlenbelastung ist relativ gering, die Trefferquote hoch: 20 Prozent der Tumoren, die seit Einführung des Früherkennungsprogramms 2008 entdeckt wurden, waren Krebsvorstufen, 30 Prozent waren kleiner als zehn Millimeter, bei zwei Dritteln der entdeckten Tumoren waren die Lymphknoten noch nicht befallen. Die Mammografie ist freiwillig und kostenlos, bislang nimmt allerdings nur etwa jede zweite berechtigte Frau das Angebot wahr.

Brust abtasten: So geht's

Die meisten Knoten werden von den Frauen selbst entdeckt. Zur Beruhigung: Vier von fünf Veränderungen sind gutartig. Nehmen Sie sich einmal im Monat ein paar Minuten Zeit, und untersuchen Sie Ihre Brüste. Schenken Sie dem äußeren oberen Viertel besonders viel Aufmerksamkeit, hier treten 60 Prozent der Knoten auf. Wie Sie Ihre Brust richtig abtasten? So geht's:

Tasten Sie Ihre Brust eine Woche nach der Regel ab, jetzt ist die Brust nicht so gespannt und empfindlich. Legen Sie nach den Wechseljahren einen bestimmten Tag für die Kontrolle fest.

Cremen Sie die Brust leicht ein, damit Ihre Finger gut gleiten können. Wandern Sie mit den Kuppen der drei mittleren Finger von den Brustwarzen nach innen. Verwenden Sie nicht zu wenig Druck. Tasten Sie auch den Rand des Brustmuskels nach außen ab bis zur Achselhöhle.

Vergleichen Sie Ihre Brüste vor dem Spiegel: Hat sich die Größe oder Form verändert? Hängt eine Brust tiefer als die andere? Sehen Sie Rötungen oder Dellen? Wirkt die Brustwarze verformt oder tritt Flüssigkeit aus? Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt, wenn Sie eine Veränderung bemerken, die Sie beunruhigt.

Vorsicht bei Alkohol und Wurst

An erblicher Vorbelastung und anderen Risikofaktoren wie dem Einsetzen der ersten Menstruation oder den Wechseljahren lässt sich nichts ändern. Doch Brustkrebs wird nach Ansicht von Experten zu 50 Prozent durch ungesunden Lebensstil ausgelöst - und den haben wir selbst in der Hand, ähnlich wie das regelmäßige Abtasten der Brust. Zu den größten Sünden gehören Nikotin und Alkohol: Rauchen verursacht bekanntermaßen Lungenkrebs, ist aber auch zu einem erheblichen Teil an der Entstehung von Brusttumoren beteiligt. Wer mehrmals wöchentlich einen halben Liter Wein trinkt, gefährdet sich ebenfalls.

Eine weitere Gefahr ist fettreiche Ernährung. Mediziner vermuten, dass viele Brustkrebs-Erkrankungen auf Übergewicht zurückzuführen sind. In überschüssigem Fettgewebe produziert der Körper nämlich Hormone, die das Tumorwachstum fördern. Auch hoher Fleisch- und Wurstverzehr steht stark in Verdacht, Krebs zu begünstigen. Eine Ernährung mit viel Gemüse und Ballaststoffen gilt dagegen als wirksamer Schutz: vor allem Kohl, Zwiebeln, Sojaprodukte und Tomaten haben sich in wissenschaftlichen Studien als Zellschützer und Tumorkiller bewährt.

In zahlreichen Untersuchungen zeigte sich zudem, wie wichtig regelmäßige Bewegung ist. Bei Joggerinnen konnte man feststellen, dass sie viel weniger tumorfördernde Hormone im Blut hatten als unsportliche Frauen. Zudem wird unser Immunsystem besser mit Krebsauslösern aus der Umwelt fertig, wenn es regelmäßig auf Trab gebracht wird.

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