Wäsche-Kampagne spielt mit Geschlechterrollen

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Rain Dove (links) und Melanie Testa kämpfen in der Wäsche-Kampagne für mehr gesellschaftliche Akzeptanz.
Foto: Hersteller

Geschlechterneutrale Wäsche-Kampagne für mehr Akzeptanz

Wer ist hier wer?, fragt die Kampagne des ersten geschlechterneutralen Unterwäsche-Labels der Welt. Welche persönliche Geschichte hinter den Fotos steckt und wie diese Bilder zum Umdenken bewegen sollen.

Play Out Underwear ist das weltweit erste Label für geschlechterneutrale Unterwäsche - und spielt allein dadurch schon mit gängigen Schönheitsidealen. "Individueller Stil hat viel damit zu tun, dass man sich wohl im eigenen Körper fühlt", sagte das Design-Team letztes Jahr im Interview mit BuzzFeed. "Jeder sollte sein wahres Selbst ausdrücken können."

Für ihre neueste Kampagne hat sich die Wäsche-Marke mit FlatTopper Pride zusammengetan, einer Organisation für lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Brustkrebs-Patienten, die sich einer ein- und beidseitigen Mastektomie unterziehen mussten. FlatTopper Pride findet statt "wo der Ausdruck der eigenen Sexualität und die Krebserkrankung in einem bedeutsamen, produktiven und unterstützenden Raum zusammenkommen", so die Website der Organisation.

Das Ergebnis der Kampagne: eine beeindruckende Fotoreihe, die das androgyne Model Rain Dove und die Brustkrebs-Überlebende Melanie Testa, als auch Jodie Jaecks und Emily Jensen, Gründerinnen von FlatTopper, in den Unterhosen des Labels zeigt. Ein gelungendes Spiel mit Geschlechter- und Schönheitsidealen.

"Das Bild meiner brustlosen Figur zeige ich jetzt der ganzen Welt und jetzt siehst du es dir an", schreibt Emily auf der FlatTopper Pride-Seite. "Diesen Körper möchte ich nicht verstecken ... Ich weigere mich, meine Narben zu verhüllen, will mich nicht für meinen Körper schämen. Diese Narben sind ein Testament darüber, was ich durchgestanden habe, und noch wichtiger, was ich aus dieser Erfahrung machen werde."

Die Gründer wollen mit dieser Kampagne das starre Bild des perfekten Frauenkörpers ändern und unsere kulturellen Erwartungen an eben diesen erweitern. "Vor meiner Diagnose habe ich nie eine Frau mit einer oder ganz ohne Brüste gesehen", schreibt Melanie auf der Website. "Da draußen gibt es viele Frauen, deren weiblicher Körper mit Zögern, Ärger oder sogar Abneigung begegnet wird. Warum müssen alle Frauen Brüste haben? Das ist das falsche Bild."

"Ich möchte meinen Körper nicht durch Operationen und Silikon manipulieren", schreibt Melanie weiter. "Noch würde ich Muskel oder Fett von einer anderen Stelle meines Körpers abnehmen lassen, um die empfindungslose Kopie einer Brust formen zu lassen."

"All diese Körper SIND Zeichen von Mut und Überleben", sagt Jodie auf der FlatTopper-Seite. "Sie sind ein Beweis für die endlose Kraft des menschlichen Geistes und der Vielfalt aller Erfahrungen." Und die sollten respektiert werden, in allen gesellschaftlichen Schichten.

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