Warum der BMI Zeitverschwendung ist

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Der BMI sagt nichts darüber aus, ob der Körper gesund ist.
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Warum beim Abnehmen nicht nur der BMI zählt

Für viele Frauen, die abnehmen wollen, ist der BMI (Body-Mass-Index) so etwas wie der Heilige Gral – bloß nicht über 25 rutschen, lautet die Devise, denn ab 25 heißt es: Übergewicht! Doch jetzt stellt sich endgültig heraus: All die Sorgen um unseren BMI sind Zeitverschwendung - denn er sagt nichts darüber aus, wie gesund unser Körper wirklich ist.

Kurz zum Hintergrund: So wird der BMI berechnet

Größe: 1,70 m Gewicht: 80 kg
1,70 m x 1,70 m = 2,89
80 kg : 2,89 = 27,7

Das Ergebnis liest sich dann folgendermaßen:
► Bis 18= Untergewicht
► 19–24=Normalgewicht
► ab 25= Übergewicht

Warum auch Dünne ungesund sein können

Aus dieser Berechnung ergibt sich nur ein grober Wert, der nicht viel über den Gewichtszustand der Person aussagt. Denn obwohl der BMI ein Normalgewicht bescheinigt, kann man trotzdem Fettpölsterchen rund um die inneren Organe und im Bauchbereich haben, die später häufig zu Krankheiten führen wie: Diabetes oder Herzerkrankungen. Der Body-Mass-Index berücksichtigt nämlich nicht die Muskelmasse und die Fettverteilung des Körpers.

Wissenschaftler der Universität Hamburg haben 2009 in einer Studie sogar herausgefunden, dass Menschen mit einem BMI von 27 statistisch länger leben als Normalgewichtige. Um eine detailliertere Aussage über den eigenen Körperzustand zu erhalten, sollten noch mehr Untersuchungen durchgeführt werden, wie beispielsweise die Messung des Bauch- und Hüftumfangs. Also nicht gleich verzweifeln, wenn der BMI nicht optimal ist, denn dieser sagt noch lange nicht alles über unsere Gesundheit aus!

Das solltest du noch wissen: 5 Gründe, warum der BMI sinnlos ist

1 ❖ Die Formel wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von Adolphe Quetelet entwickelt, um das Übergewicht in der Bevölkerung einzuschätzen. Quetelet war jedoch kein Arzt, sondern nur Mathematiker. Die Formel ist somit nicht medizinisch belegt.

2 ❖ Der Body-Mass-Index geht von einemuntrainierten Körper aus. Dabei wird der individuelle Körperbau völlig ignoriert.

3 ❖ Auch der Taillenumfang spielt nicht mit in die BMI-Berechnungen ein, dabei ist genau dieser ein guter Indikator für Übergewicht.

4 ❖ Die Muskelmasse wird nicht berücksichtigt und einfach zumKörpergewichtdazugerechnet. Somit haben Muskeln beim BMI den gleichen Stellenwert wie Fett.

5 ❖ Bei altersabhängigen Tabellen wird der BMI mit zunehmendem Alter hoch gesetzt, sodass viele Übergewichtige glauben, sie seien normalgewichtig. Irrtum!

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Autorin: Winnie Hildebrandt

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