Warum gestresste Männer Stoffel sind, die uns Streicheleinheiten verweigern

gestresste maenner sind stoffel h
Mit gestressten Männern ist in der Liebe wenig anzufangen.
Foto: iStock

Wenn der Stress die Lust auf Kuscheln killt

Wenn wir gestresst und müde sind, wünschen wir uns Trost und Aufmunterung von unserem Mann. Doch oft reagieren Männer eher gereizt auf emotionale Schwächen. Wir erklären, wann Männer zum Trösten nicht bereit sind.

Eine kleine Umarmung, ein Streicheln oder einfach liebevolle Worte – es sind diese kleinen Gesten, die wir uns von unserem Lebenspartner am Ende eines langen und stressigen Arbeitstages wünschen. Einfacher Trost in schwachen Momenten.

Grundsätzlich sind Männer und Frau auch ähnlich gut darin, ihren Liebsten in stressigen Momenten zu trösten. Man kann nicht sagen, dass Männer grundsätzlich weniger trösten als Frauen.

Allerdings fallen Männer aus, sobald sie selbst gestresst sind. Wenn er sich überfordert fühlt, braucht seine Frau ganz bestimmt nicht mehr mit Streicheleinheiten rechnen. Gestresste Männer sind weniger in der Lage, ihren Lebensgefährtinnen ein starker Rückhalt zu sein. Den Beweis dafür erbrachte ein spannendes Experiment einer Forschergruppe von Psychologen um Thomas Bradbury von der University of California und Guy Bodenmann von der Uni Zürich. Sie brachten Paare um 27, die durchschnittlich etwa vier Jahre zusammen waren, gezielt in stressige Situationen.

Stress durch fiese Rechenaufgaben

Die Paare wurden in drei Gruppen aufgeteilt. In der ersten Gruppe wurden nur die Frauen unter Druck gesetzt, in der zweiten nur die Männer und in der dritten wurden beide Partner gezielt gestresst. Die Aufgaben: fiese Rechenaufgaben und ein Pseudo-Bewerbungsgespräch.

Danach wurden die Liebespartner für acht Minuten zusammen in einen Raum gesetzt. Die Wissenschaftler beobachteten, wie die Partner sich gegenseitig trösteten. Wenn Mann oder Frau nicht gestresst wurden, bemühten sie sich jeweils gleich gut darum, den gestressten Partner wieder aufzubauen, sagten zum Beispiel: „Du hast unter den schwierigen Umständen dein Bestes gegeben.“

Die Männer reagierten gereizt

Wenn jedoch beide Partner gestresst wurden, veränderte sich das Trostverhalten deutlich. Bei beiden sank die Bereitschaft zum Aufmuntern. Doch Männer konnten im gestressten Zustand besonders schlecht mit den emotionalen Schwierigkeiten ihrer Frau umgehen. Wenn diese sich verletzt und genervt äußerte, etwa „Ich bin ein Wrack, die müssen mich für eine Idiotin halten!“, reagierten die Männer nicht freundlich, sondern gereizt. Statt zu trösten wiegelten sie ab oder versuchten, das Thema zu wechseln: „Du reagierst über. Lass uns lieber überlegen, was wir zu Abend essen könnten.“

Was bedeuten diese Erkenntnisse für Paare?

Es ist schon viel gewonnen, wenn Paare sich dieser Stress-Mechanismen bewusst sind, meint Thomas Bradbury. Gestresste Partner wünschen sich Unterstützung voneinander. Sich bewusst zu machen, dass die Unterstützung dem gestressten Partner schwer fällt, kann helfen, die Situation zu lösen. Statt den Mann also mit Vorwürfen wegen Nicht-Beachtung noch mehr zu stressen, können wir Frauen zum Beispiel versuchen, ihn selbst durch Streicheleinheiten zu beruhigen. Bestenfalls werden danach wir mit liebevoller Aufmerksamkeit belohnt und für beide steht ein ruhiger Abend ohne weiteren Stress an.

Weiterlesen:

Liebesstrategien: Liebe mich so, wie ich es brauche

Kategorien: