Warum Hunde uns so gut tun

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Traumpaar: Hund und Halter
Foto: Stock.XCHNG

Sie sind viel mehr als treue Begleiter oder liebe Spielgefährten für Kinder. Wie Hunde uns Menschen dabei helfen, gesund und glücklich zu werden.

Es ist die bedingungslose Treue, das Gefühl, ehrlich geliebt und angenommen zu sein, was das Leben mit Hund so schön und zufriedenstellend macht. Hunde sind auf ihren Besitzer fixiert, ganz egal, wie er gelaunt ist oder was im Job schiefgelaufen ist - sie lieben bedingungslos. "Der Sozialkontakt mit dem Hund kann eine sehr tiefe Bindung sein", sagt Dr. Andrea Beetz von der Forschungsgruppe Mensch und Tier der Universität Erlangen-Nürnberg. "Der Hund ist immer für einen da. Wunderschön ist das Kuscheln und Streicheln. Vor allem Frauen empfinden das so."

Aber Hunde haben noch viel mehr positiven Einfluss auf uns, auf unser seelisches Wohlbefinden. Das belegen mehrere aktuelle Studien: Sie beruhigen Alzheimer-Kranke, und depressive Menschen haben bessere Heilungschancen, wenn sie Kontakt zu Hunden bekommen. Und: Hunde helfen, Stress abzubauen. Schon nach 15 Minuten Spielen oder Knuddeln mit ihnen verändern sich wichtige Botenstoffe in unserem Körper: Die Glückshormone Serotonin und Dopamin steigen an, das Stresshormon Cortisol sinkt. Wir fühlen uns deutlich entspannter, mutiger, zuversichtlicher.

Hunde sorgen aber nicht nur für einen besseren seelischen Ausgleich. Sie tragen auch zu unserem körperlichen Wohlbefinden bei. Untersuchungen zeigen: Menschen mit Hund sind fitter, weil sie regelmäßig mit ihm spazieren gehen. Hundebesitzer müssen sogar seltener zum Arzt.

Hunde sind auch ideale Helfer, um in Kontakt zu kommen. "Wenn man Gassi geht, wird man häufig angelächelt, angesprochen", so Dr. Andrea Beetz. Mit Hund kommt man seinen Mitmenschen schneller näher, das belegt eine Studie des Rheingold-Instituts in Köln. 70 Prozent der Befragten berichteten, sie hätten über ihren Hund schon einmal einen Flirt angefangen - denn der Hund geht auf Menschen zu und bietet automatisch jede Menge Gesprächsstoff.

Immer öfter werden Hunde in der Therapie eingesetzt - zum Beispiel bei schwer erziehbaren Jugendlichen. "Die Hunde sind Eisbrecher", erklärt Dr. Andrea Beetz. "Sie helfen den Therapeuten, den Kindern und Jugendlichen näherzukommen." Therapeuten mit Hunden werden als freundlicher eingestuft, besagen Studien. Auch Erwachsenen helfen die Tiere helfen ganz konkret als Therapeuten. Menschen mit eingeschränkter Motorik lernen mithilfe von Hunden schneller, wieder ihre Hände, Arme oder Beine zu bewegen. Und Infarktpatienten, die für eine US-Studie regelmäßig von Hunden besucht wurden, hatten bessere Herz- und Lungenwerte als eine Vergleichsgruppe ohne Hundekontakt.

Häufig werden Golden Retriever, Labrador oder andere Rassen mit Schlappohren als Therapie-Hunde eingesetzt. Der Grund: Sie wirken beim ersten Kontakt freundlicher als Hunde mit spitzen Ohren. Grundsätzlich können aber alle Hunde, die ein ausgeglichenes Wesen haben, zum Co-Therapeuten ausgebildet werden, sagen Experten. Hauptsächlich setzt man sie in der Ergotherapie ein, in der Psychotherapie und im sozialen Bereich, zum Beispiel in Seniorenheimen.

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