Warum ich bitte bloß keine Kinder haben will

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Diese junge Frau kann sich absolut nicht vorstellen, Kinder zu bekommen - und lässt darum auch einen Traummann ziehen ...
Foto: iStock (Symbolbild)

Warum diese junge Frau einen Traummann ziehen ließ

What is sweeter than the sound of a child’s laughter? The sound of silence from not having any kids at all…

"Du möchtest also keine Kinder haben?" - "Oh Gott nein, absolut nicht!"

So lautete die erste Frage, die mir Mitch bei unserem ersten Date stellte und meine Antwort, die wie aus der Pistole geschossen rauskam.

Ich machte mir keine weiteren Gedanken über diese Frage, da meine Einstellung zu eigenen Kindern feststeht, ich möchte keine! Allein die Geburt – ohjeee, ich wüsste gar nicht, ob ich diese überhaupt überleben würde, was da währenddessen untenrum alles reißt und rauskommt.

Dazu kommt all die Verantwortung, die man mit einem eigenen Kind hat und dass das Leben total auf den Kopf gestellt wird. Klar, Kinder können etwas ganz, ganz Tolles sein, mein Patenkind zum Beispiel liebe ich abgöttisch. Ich mache gerne Urlaub mit ihr, versuche jede freie Minute mit ihr zu verbringen, wenn ich in der Heimat bin und liebe es wenn sie morgens mein Gesicht in ihre Patschehändchen nimmt, um mir einen Guten-Morgen-Kuss zu geben. Aber ein eigenes? Nein, danke! Diese Meinung vertrete ich schon seitdem ich denken kann und hoffe wirklich, dass sich daran auch nichts ändert.

Zurück zum Date: Über eine Dating-Seite habe ich Mitch kennengelernt und wir haben wochenlang über Gott und die Welt geschrieben, bis wir uns dann zum ersten Mal trafen. Er war echt ein toller Typ, hatte einen interessanten Job, war ein wenig speziell und hatte beide Arme tätowiert!!! Darauf stehe ich total und ja, ich fand ihn echt scharf und das Beste an allem war, dass er mich in den drei Stunden in der Bar bei mir um die Ecke nicht ein einziges Mal gelangweilt hat.

Ich habe einige Typen kennengelernt, die irgendwie nur gut aussahen, mich abgesehen davon aber überhaupt nicht reizten, da sie langweilig waren und nichts wirklich Spannendes zu erzählen hatten. Wie gesagt: Mitch war da anders, alles, was er sagte, war irgendwie spannend und ich hätte stundenlang mit ihm quatschen können.

Er wollte unbedingt Kinder haben

Uns beiden gefiel unser erstes Date anscheinend sehr gut, sodass wir uns beide einig waren, uns bald wiedersehen zu wollen. So bald passierte das dann aber leider nicht, denn auch wenn ich dem Ganzen in dem Moment wenig Beachtung schenkte, sah das Thema “Kinder” bei ihm ganz anders aus und die für mich eher beiläufige Frage, die er mir zu Beginn des Dates stellte, hatte für ihn dann doch wesentlich mehr Bedeutung. Er wollte unbedingt welche haben und ich eben nicht…

Natürlich war es so oder so sehr früh dieses Thema anzusprechen, aber klar konnte ich verstehen, dass es ihm wichtig war, mit seinem Gegenüber auf einer Wellenlänge zu sein, was dieses Thema angeht. Unsere Ansichten gingen da leider sehr weit auseinander, sodass ein weiteres Date irgendwie in weiter Ferne lag.

Irgendwann schlug er mir nach langem Hin und Her dann doch ein weiteres Date vor und wollte das Kinderthema erst einmal ruhen lassen.

Das zweite Date verlief ähnlich wie das Erste, nur noch besser! Gleiche Bar, interessante und viele Gesprächsthemen, immer noch keine Langeweile und ein Typ, der immer noch “hot as hell” in meinen Augen war.

Nach einigen Stunden liefen wir noch ein Stückchen gemeinsam Richtung Hauptstraße, um ihn zum Taxi zu bringen. Bevor er eins anhielt, verabschiedete er sich von mir, nahm mein Gesicht in beide Hände und küsste mich…Hmmm… Dieser Kuss war ganz anders als die letzten Küsse, die ich in letzter Zeit erlebt hatte. Vorsichtig, zart, dafür aber unglaublich romantisch.

Erst war ich ein wenig enttäuscht, da dieser Kuss eben nicht so wild und leidenschaftlich war, wie der ein oder andere letzte Kuss, bis mir klar wurde, dass die Basis unseres Kusses auch einfach eine andere war, wir ganz vorsichtig und langsam anfingen uns zu mögen und das Tempo in dem Moment genau das Richtige war.

Unser erster Kuss war unser letzter

Als nächstes wollten wir ins Kino…dazu kam es aber leider bis heute nicht. Zu sehr hat ihn das Kinderthema am Ende dann doch beschäftigt. Auch wenn er mich mochte und mich gerne wiedergesehen hätte, würde es auf Dauer keinen Sinn machen, da wir irgendwann an den Punkt ankommen würden, an dem er Kinder haben möchte und ich eben nicht.

Mal im Ernst Mädels, ich habe schon die ein oder andere Abfuhr bekommen und GANZ EHRLICH!?!? Kinder waren bisher NIE der Grund.

Klar hatte er Recht, aber ich komme mir eigentlich noch viel zu jung vor, um mich ernsthaft mit diesem Thema auseinanderzusetzen, geschweige denn aus dem Grund eine Abfuhr zu kassieren. Aber anscheinend geht es mit Mitte/Ende 20 wirklich los und mittlerweile habe ich auch das Gefühl, dass viel mehr Männer, als wir denken, doch Kinder haben wollen .

Auf einen gemeinsamen Hund wollte er sich leider nicht einlassen…”Ich möchte Kinder, keinen Hund! Was ist denn das für ein Kompromiss?” Naja, dann halt nicht. Ich finde, das war ein ziemlich fairer Kompromiss, TZZZ!

Hin und wieder tauschen wir noch ein paar “Hey, gehts Dir gut?”, “Ja, und Dir?” aus, mehr aber nicht, was ich auch heute noch sehr, sehr schade finde, aber so ist es dann halt einfach. Dann passt es einfach nicht, auch wenn es sonst vielleicht ganz gut geklappt hätte.

Manchmal muss man sich genau das dann auch einfach eingestehen und die Dinge loslassen. Ich weiß, das ist so viel leichter gesagt, als getan, aber eins kann ich Euch aus eigener Erfahrung sagen, und da werden mir die meisten von Euch wahrscheinlich auch zustimmen, auch wenn man das im ersten Moment vielleicht nicht wahrhaben will: Es vergeht!

Nicht am ersten oder am zweiten Tag, vielleicht auch nicht am dritten, aber nach ein paar Wochen/Monaten sieht die Welt schon wieder anders aus und im Optimalfall erinnert man sich eh nicht mehr an den ein oder anderen Typen, womit dann ja auch wieder alles gut wäre ...

Allerdings gute Neuigkeiten für alle Kinderwilligen unter Euch: Wie schon oben gesagt, Männer sind anscheinend doch kinderoffener als die eine oder andere von Euch denkt. Also, take him or leave him! <3

Die Autorin

Dieser Text ist ein Gastbeitrag von einer jungen Frau aus Berlin . Sie ist 28 Jahre alt und (nicht immer geplant) fleißig auf der Suche nach der großen Liebe - mit hin und wieder ausgeprägtem Gespür für männliche Pflegefälle. Ihre bis zur Verzweiflung lustigen Begegnungen mit der Männerwelt beschreibt sie auf ihrem Blog: Junge, wat is mit Dir? .

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