Warum ich lieber echte Freunde habe, statt super beliebt zu sein

freunde statt clique titel

Foto: istock

Machen mehr Freunde wirklich glücklicher? Ich glaube nicht, und verrate euch auch, warum ich lieber ein paar ausgesuchte Lieblingsmenschen habe als eine riesigen Freundeskreis.

Eine große Mädelsgang um sich zu scharen, scheint gerade ein echtes Freundschafts-Must-Have zu sein. Je mehr, je besser, schreien uns die Sozialen Netzwerk entgegen, wo auf einmal Frühstückstafeln für die „10 wichtigsten Menschen in meinem Leben“ gedeckt werden. Taylor Swift taucht nirgends mehr ohne ihre „Girls Squad“ auf, die sich in allen erdenklichen Weisen zu unterstützen und ergänzen scheint. Herrlich, möchte man meinen. Aber habt ihr schon einmal versucht 10 enge Freundinnen zu haben? Klar, klingt das super, wenn man mit allen gemeinsam tolle Sachen unternimmt – 10 Mal mehr Geburtstagsgeschenke, 10 Mal mehr Problemlöser, 10 Mal beste Freundinnen. Nur leider geht die Rechnung nicht auf.

Denn mit einer Freundschaft gehen auch immer unausgesprochenen Pflichten einher, man möchte, dass der andere für einen da ist, zu 100% zuhört und nichts wichtiger ist. Das geht auch ganz wunderbar mit 2 oder 3 Lieblingsmenschen, aber mit einer ganzen Clique? Das heißt 10x Geburtstag und wahrscheinlich auch noch der Geburtstag des Partners, Ehemannes und den Kindern. Dazu kommen Hochzeiten, Taufen und so weiter. Das schafft einen recht straffen Zeitplan. Macht man ja auch alles gern, aber es schleicht sich irgendwann eine gewisse Ermüdung ein, nochmal 5 Stunden in der Küche stehen, um die tolle Torte zum Geburtstag zu backen, schon wieder ein neues Brautjungfernkleid und was passiert, wenn sich Ereignisse überschlagen? Da werden zwei der Mädels zur gleichen Zeit verlassen oder bekommen den Antrag ihres Lebens. Was tun, zerreißen geht nicht.

Und genau dieses Gefühl sorgt im Zweifel für mächtig seelischen Stress, wie jetzt sogar der renommierte Soziologieprofessor Brian Gillespie bestätigte. „Es kann zu starkem Stress führen, wenn man zu viele Dinge für zu viele verschiedene Menschen tut.“ Also trifft man auch hier eine Auswahl, denn für eine muss man sich ja entscheiden. Und wie das endet, kann man sich ja vorstellen.

Ich halte es daher so: Viele Bekannte sind was feines, aber wichtig ist der kleine, intime, besondere Kern – die Menschen, die einen wirklich kennen, lieben und denen wir zu 1000% vertrauen. Dann hat man 2 vielleicht 3 Lieblingsmenschen, für die man all das tut, was man so wahnsinnig gern für seine Liebsten tut: Brautjungfer sein, Kuchen backen, Sektflaschen ploppen lassen und mitten in der Nacht zum Trösten vorbei kommen.

Und bei allen anderen? Ist man einfach Gast auf der Hochzeit, bringt ein hübsch verpacktes Geschenk zum Geburtstag mit und stößt beim nächsten Mädelsabend auf den „Dreckskerl“ an, der gar nicht weiß, was er an der Frau hatte.

In diesem Sinne: Auf die Lieblingsmenschen, von denen wir mit viel Glück ein paar fürs ganze Leben gefunden haben!

Kategorien: