Warum jeder das Recht auf Bisexualität hat

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Zur Bisexualität bekennen sich immer mehr Frauen
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Immer mehr Menschen bekennen sich in Umfragen zur Bisexualität. Dabei ist das Begehren desselben Geschlechts weder eine Modeerscheinung noch etwas Revolutionäres.

Eine amerikanische Studie, veröffentlicht im Archives of Sexual Behavior, befragte 203 bisexuelle Menschen, die ihre Sexualität vor ihrem Partner geheim hielten. 63 Prozent von ihnen gaben sogar zu, sich niemals vor irgend jemandem geoutet zu haben.

Warum stehen Menschen nicht zu ihrer Sexualität?

Als häufigsten Grund gaben die Probanden - erschreckenderweise - an, sie sorgten sich um die Reaktion ihrer Mitmenschen auf das Outing. Ihre größten Sorgen (nach Häufigkeit):

- Die Info köhnnte den Partner traurig machen.

- Es könnte sich negativ auf die Beziehung auswirken.

- Andere Menschen könnten eine "beschissene" Einstellung zur Homosexualität haben.

- Sie hatten schon im vorhinein schlechte Erfahrungen mit Reaktionen anderer gemacht.

- Sie wollten auf eine bestimmte Art wahrgenommen werden / einem bestimmten Bild entsprechen.

- Sie sorgten sich, dass der andere es weiter erzählen könnte.

- Sie sorgten sich, auf kultureller oder religiöser Ebene abgewiesen zu werden.

Die Ergebnisse der Umfrage sorgen in den USA - dem "Land, der unbegrenzten Möglichkeiten" - für Unruhe. Schließlich veröffentlichte das Centeres for Disease Control and Prevention (CDC) erst Anfang des Jahres eine Studie, die bestätigte, dass heutzutage mehr Menschen Homo- und Bisexuelle "akzeptieren" würden denn je.

Das ist allerdings schwer zu glauben, wenn man an das jüngste Massaker in Orlando (Florida) denkt - oder auch nur an die schwulenfeindlichen Äußerungen des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump.

Die CDC-Studie fand auch heraus, dass über 17 Prozent aller (befragten amerikanischen) Frauen schon sexuelle Erfahrungen mit Frauen hatte - aber nur etwa 5 Prozent aller Frauen (und nur 2 Prozent aller Männer!) sich selbst als "bisexuell" bezeichnen würden.

Aus welchem Grund Frauen und Männer bi- oder homosexuelle Erfahrungen machen - ob einmalig aus Neugierde, regelmäßig aus Lust oder irgendwas dazwischen:

Jeder sollte das Recht haben, sich für seine Sexualität nicht rechtfertigen zu müssen.

Jeder sollte das Recht haben, die Menschen zu küssen, zu begehren und zu lieben, die man küssen, begehren und lieben möchte.

Jeder sollte das Recht haben, über seine Sexualität zu sprechen oder zu schweigen - aber nicht aus Angst vor Reaktionen.

Im 21. Jahrhundert angekommen, sollte die Sexualität als Menschenrecht zumindest in sogenannten "Industrieländern", die sich für ach-so-fortschrittlich halten, nicht mehr thematisiert werden müssen, sondern thematisiert werden können.

Wer anderen die Freiheit auf dieses Menschenrecht nicht gebietet, ist bloß noch zu bedauern.

 

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