Warum Kleidergrößen bloß Nummern sind

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Dieses Bild zweier Shorts beweist, wie wenig Kleidergrößen wirklich aussagen.
Foto: Facebook / Missy Rogers

"Ihr seid mehr als eine Zahl"

Innerhalb von zwei Jahren kauft sich eine Frau zwei Shorts – eine Geschichte, die an sich keine Meldung wert wäre, mag man meinen. Trotzdem gehen ihre Bilder gerade um die Welt.

Shoppen? Gerne. Hosen kaufen hingegen ist für die meisten Frauen ein leidiges Thema. Mal sind sie zu lang, dann zu kurz, die eine passt nicht über die Hüfte, während die andere an den Knien schlottert… Und dann noch die unzähligen Kleidergrößen, die zumindest gefühlt ohnehin von Geschäft zu Geschäft variieren.

Zumindest letzteres Problem hat Missy Rogers elegant umgangen: Sie kauft ihre Hosen einfach immer von derselben Marke. Doch gerade diese Gewohnheit ließ sie nun auf eine unglaubliche Entdeckung stoßen. Missy Rogers ist die Frau, deren Name plötzlich im Internet bekannt ist – weil sie zwei Shorts in zwei Jahren in zwei Größen kaufte. Den Grund erläutert sie in einem Facebook-Post:

„Ich bin eigentlich nicht so für Schimpftiraden auf Facebook. Aber ich habe das Gefühl, das teilen zu müssen.

Das ist ein Foto von zwei Paar Shorts die beide von American Eagle sind. Die schwarze Hose ist von vor zwei Jahren und die rötliche aus diesem Jahr.

Die schwarze Hose ist Kleidergröße 34.

Die rötliche ist Größe 40.

Wie das Foto zeigt, haben beide dieselbe Taille und Breite. Der einzige Unterschied sind das Jahr, in dem ich sie gekauft habe, die Länge und ein etwas anderer Stil. Wie kann es sein, dass was früher als 34 galt, jetzt eine Größe 40 ist? Wie klein ist 34 dann geworden?

Als ich in den Laden ging und Größe 34 anprobierte (wie ich es in der Vergangenheit tat), war mein erster Eindruck entmutigend, da ich sie nicht einmal über die Knie bekam. Auf Größe 40 umzusteigen ließ mich dann wirklich daran zweifeln, wieviel Gewicht ich zugenommen habe, aber als ich die Shorts erstmal nachhause gebracht und verglichen habe, realisierte ich, dass die Größe wirklich nur eine Zahl ist.

Wie auch immer, ich sorge mich um die Botschaft, die junge Mädchen in den Medien vom "perfekten schlanken Körper" erhalten. Sie wurden davon überzeugt, dass sie umso schöner sind, je kleiner ihre Größe ist. Das ist nicht der Fall und ich denke es ist wichtig zu zeigen, dass Kleidergrößen nicht deine Schönheit definieren sollten. Wenn eine 40 heute das ist, was mal eine 34 war, was wollt ihr damit jungen Mädchen sagen?

Bei Frauenkleidung kannst du in einem Laden eine 32 sein und im nächsten eine 42. Du kannst die Kleidung in verschiedenen Farben anprobieren und eine andere Größe haben...

Der Punkt ist, wir sollten uns in unserer Haut wohlfühlen und in dem, was wir tragen. Über alle die nach dem perfekten Körper streben verlieren wir den Blick für das Wesentliche. Eine Größe 32 wird in keinem Geschäft dieselbe sein oder für jeden dasselbe bedeuten. Eine bestimmte Größe ist keine Zahl, die deine Schönheit, Gesundheit oder deinen Körper beschreibt. Es ist buchstäblich einfach eine Zahl, die auf ein Schild gedruckt wird. Findet Kleidung, in der ihr euch selbstbewusst, wohl, schön und am wichtigsten wie ihr selbst fühlt, statt euch über Größen zu sorgen. Ihr seid mehr als eine Zahl.“

Missy Rogers spricht damit nicht nur unzähligen Frauen weltweit aus der Seele, sie beweist auch, dass die Modeindustrie uns in einen Schlankwahn drängt, den wir selbst gar nicht nötig haben. Denn wir sollten unseren Körper so lieben, wie er ist.

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(ww4)

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