Mein Baby will das so!Warum Mamas überhaupt nichts für das Hellblau-vs-Rosa-Klischee können

Silke ist schwanger mit Baby Nr. 2 und liebt rosa Sachen - ihr Sohn allerdings nicht.
Foto: Silke Schröckert

Seit letzter Woche weiß Silke, Mama von einem Sohn, dass das 2. Kind ein Mädchen wird. Wird dann alles anders? (Vielleicht ein bisschen mehr rosa?)

Mama-Bloggerin Silke über Spielzeugwerbung und das Hellblau-vs-Rosa-Klischee

Mein 2-jähriger Sohn wächst in einem Haushalt mit Hello-Kitty-Figuren, Barbie-Kleidung und My-Little-Pony-Stofftieren auf. Und nein, das liegt nicht daran, dass er eine große Schwester hat. Schuld ist allein seine Mutter: Ich stehe nun einmal auf Kinderkram und Kitsch. Deshalb wohnt das Nena-Pony zwischen der rosa Küchenmaschine und dem pinken Toaster. Und deshalb prangt auf meinem Pulli das Barbie-Logo.

 

Man kann mir also beim besten Willen nicht vorwerfen, dass ich meinem Sohn nur typisches „Jungs-Zeug“ vorsetze. Im Gegenteil.

Ich habe die Sache mit der Geschlechterneutralität wirklich probiert!

Und dennoch: Tom interessiert sich ausschließlich für Autos und Bagger. Und Baustellen. Und Kipplaster. Und Frontlader. Und Bulldozer. Und Betonmischer. Und …

Einmal habe ich ihm ein rosa Mädchenmagazin vorlesen wollen, für das ich arbeite und in dem ganze Geschichten von mir geschrieben waren. „Guck mal, das hat Mama gemacht!“, kündigte ich stolz mein Werk an. „Ne, das nicht lesen!“, maulte der Sohn, schob das Glitzerheft beiseite und reichte mir stattdessen das neueste Bob-der-Baumeister-Magazin.

Silkes Sohn liebt Bagger und Kipplaster.

Die Eltern sind schuld am Klischeedenken? Von wegen!

Ich habe lange genug selbst in der Werbung gearbeitet und kenne die Vorwürfe: Wir Erwachsenen sind angeblich Schuld daran, dass schon die Kleinsten in Schubladen denken. Rosa ist für süße Mädchen. Blau ist für starke Jungs. Das suggerieren Produktdesign und Spielzeugwerbung mit jeder Faser. Als Werberin habe ich diesen Vorwurf geglaubt. Und mir zu Herzen genommen. Als Mama weiß ich: Alles Quatsch!

Werbung hat mein Sohn noch nie gesehen. Und auch in Spielzeugläden treibt er sich höchst selten rum. Und wenn doch, dann steuert er schnurstracks die Ecke mit den Matchbox-Autos an. Auf den Bagger-Baustellen-Trip ist er von ganz allein gekommen. Einfach, weil es ihn interessiert. Dass auf seinem Frühstücks-Toast ein Hello-Kitty-Kopf eingebrannt ist, hat ihn hingegen noch nie gejuckt.

Rosa Nachwuchs ist unterwegs …

Bald habe ich Verstärkung an der pink-rosa Barbie-Front! Auf dem letzten Ultraschall war es ganz deutlich zu sehen: Nummer 2 wird ein Mädchen. Die weiß meine Hello-Kitty-Toasts dann ganz bestimmt mehr zu schätzen.

Und wenn nicht: auch egal. Mittlerweile ist mein Interesse für die verschiedenen Baumaschinen erstaunlich gewachsen. Und dafür musste ich nicht einmal Werbung gucken – sondern nur meinem Sohn beim Spielen zuschauen.

Eure Silke 

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