Warum suchen sich Männer nach einer Trennung gleich eine neue Frau?

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Kurz nach der Trennung hat er schon eine Neue? Warum er das braucht ...

Eben noch getrennt, zack, schon hat ER eine neue Frau an seiner Seite. Und die alte Frau fragt sich: Hat er mich wirklich so wenig geliebt, dass ich so schnell zu ersetzen bin?

Horrorszenario Trennungsschmerz! Während Frauen nach einer Beziehung erst einmal alles verarbeiten müssen und Zeit brauchen, bevor sie für ein neues Liebesabenteuer bereit sind, scheint es sich bei Männern ganz anders zu verhalten: Sie springen von einer Beziehung direkt in die nächste, lassen nichts anbrennen und tauschen die Frau an ihrer Seite schnell gegen ein neues Modell aus. Trennungsschmerz? Fehlanzeige. So jedenfalls die Ansicht vieler Frauen. Ist das wirklich so, und wenn ja, warum?

Beziehungscoach Dominik Borde berichtet von seinen Erfahrungen aus dem Praxisalltag.

Tatsächlich gibt es gerade bei Männern eine Tendenz, nach einer langjährigen Beziehung gleich in die nächste Beziehung zu stolpern. Ich erlebe sehr häufig in meiner Praxis, dass gerade nach einer gescheiterten Beziehung der Wille für eine neue Beziehung übermäßig groß ist. Aus der Angst heraus alleine zu sein, oder weil sie es bisher nicht gelernt haben, stürzen sich gerade Männer häufig sofort in die nächste Beziehung.

Ist die Neue nur ein Trostpflaster?

Egal ob die neue Frau lediglich „Trostpflaster“ ist, oder sich eine langfristige Beziehung daraus entwickeln soll: Männer suchen in der neuen Frau nach Sicherheit. Für viele Männer ist es schwierig, ohne Partnerin zu sein, da sie ihren Selbstwert über den Beziehungsstatus beziehen. Zudem kommt hinzu, dass eine neue Partnerin auch eine neue Beschäftigung bedeutet, die von der letzten Trennung ablenkt.

Gerade die Phase nach einer Trennung ist geprägt von Selbstzweifel, Schmerz oder Leere, und diese zu füllen, ist bequemer als sie auszuhalten. Für viele ist der Gedanke, allein zu sein, das Schlimmste, was sie sich vorstellen können und über diese Probleme hilft eine neue Partnerin hinweg. Der Vorwurf vieler Frauen, dass alle Männer ihre alte Beziehung sofort ad acta legen können und völlig ungerührt und herzlos von der einen Frau zur nächsten übergehen, stimmt so also nicht. In den meisten Fällen sitzt der Schmerz so tief, dass die Flucht davor der einzige Ausweg scheint.

In meinem Praxisalltag erlebe ich zudem, dass sich auch Frauen nach einer Trennung schnell auf die Suche nach einem neuen Partner begeben. Wenn auch, zugegeben, seltener. Woran liegt das?

Dies könnte damit zusammenhängen, dass Frauen in ihrer Partnerwahl in der Regel wählerischer sind und nach einer Trennung das Bedürfnis nicht so stark verspüren, wieder von vorne beginnen zu wollen. Außerdem sind Frauen meist schon länger mit einer Beziehung unzufrieden, bevor sie sich wirklich trennen und brauchen eine „Erholungsphase“ nach der Beziehung. Viele meiner Klientinnen genießen und brauchen die Zeit für sich , auch um sich selbst wieder besser kennenzulernen und Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Entwicklung braucht eben Zeit und Frauen sind gewillter, sich diese zu nehmen.

Ein weiteres häufiges Phänomen ist, dass Männer nach einer Trennung gleich mit der neuen Partnerin Nägel mit Köpfen machen, heiraten und Kinder bekommen. Ihre Ex-Frauen, die sich jahrelang nach Heirat und Familie gesehnt haben und ihre Männer dementsprechend formen wollten, fühlen sich dann betrogen und sind zutiefst verletzt.

Wieso kann es aber sein, dass der scheinbar nicht zu domestizierende Mann plötzlich bereit ist für Heim, Heirat und Kind? Liegt das wirklich an der Neuen?

Nein, denn Frauen, die Männer erst schulen und formen möchten, haben von vornherein die schlechteren Karten. Kein Mann will sich zu Recht biegen lassen, frei nach dem Motto „Wer nicht passt, wird passend gemacht!“. Hat eine Frau aber Bedürfnisse wie Kinder , Familie usw. und gibt diese zu Gunsten des Partners auf, ist das jedoch auch keine Lösung. Diese Form der Selbstverleugnung rächt sich in den meisten Fällen, denn nicht selten bekommen die Männer, die angeblich niemals Kinder wollten, gleich nach der Trennung Kinder mit der Neuen.

Fazit also: Es gehören immer noch zwei dazu, wenn eine Beziehung in die Brüche geht. Die zukünftige Partnerwahl sollte daher dringend geprüft werden und so auch die gemeinsamen Zukunftsvorstellungen.

Erfahrungsgemäß sind diese neuen Beziehungen jedoch massiv vorbelastet, da zumindest einer noch die aufgearbeiteten Altlasten in die neue Beziehung trägt. Eine realistische Chance sehe ich dann (wie in allen Beziehungen), wenn die beiden Partner reif genug sind, sich aus Liebe für einander zu entscheiden und nicht aus Verlustängsten oder Sicherheitsdenken.

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