Warum uns Haareschneiden so sehr ans Herz geht

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Haareschneiden - Traum oder Trauma?
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Die Angst vor dem Haareschneiden

Wer kennt es nicht: Man will unbedingt eine neue Frisur ausprobieren, doch beim Friseur, kommen Zweifel auf: Soll ich das wirklich tun? Das Problem mit dem Haareschneiden

„Haare haben eine hohe Bedeutung nach außen, aber genauso nach innen“, sagt der Sozialpsychologe Reinhold Bergler gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus. Haare fallen schließlich auf: ob auffällig hochgesteckt, unter einer Mütze versteckt oder individuell gesträhnt – mit unserer Frisur geben wir ein Statement ab – ähnlich wie mit unserer Kleidung. „Wir wollen mit den Haaren unsere Persönlichkeit auf eine positive Art und Weise transportieren“, erklärt Bergler weiter.

Doch warum diese Angst vor dem Haareschneiden? Bergler führt dieses Gefühl auf unsere Kultur zurück. Demnach symbolisieren lange Haare in vielen Gesellschaften Jugendlichkeit, Stärke und auch Weiblichkeit. Zudem sind volle, glänzende Haare ein Zeichen für Gesundheit und Attraktivität. Sie dienen als Eye-Catcher für das andere Geschlecht. Schneidet man die langen Haare ab, fühlt sich Frau schon mal (unterbewusst) in ihrer Attraktivität (und Kraft) beschnitten.

Mit unseren Haaren spiegeln wir nicht zuletzt auch unsere Persönlichkeit wieder. „Frauen können nur schwer eine radikale Typveränderung mit der eigenen Persönlichkeit vereinbaren“, sagt die Psychologin Lisa Voigt.

Daher rührt auch das Verlangen, sich nach einer Trennung einen neuen Haarschnitt zuzulegen: „Frauen sind in diesem Moment unglücklich und wollen ihr Selbstbild ändern , hin zu einer glücklicheren und attraktiveren Persönlichkeit – und das tun sie in dem Fall mit einer neuen Frisur“, weiß Bergler, der das Buch ‚Psychologie des ersten Eindrucks: Die Sprache der Haare‘ geschrieben hat.

Fakt ist: „Es kann das Selbstbewusstsein stärken, wenn das Äußere dem eigenen Wesen entspricht“, sagt Psychologin Voigt. Nicht zuletzt deshalb ist Haareschneiden auch eine Herzensangelegenheit.