Was am Ende wirklich zählt!

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Was am Ende wirklich zählt!
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Report: Was im Leben wirklich wichtig ist

Wir haben eine ganz besondere Urlaubslektüre für Sie: Nutzen Sie die freie Zeit fernab von der Hektik des Alltags doch mal, um ernsthaft über Ihr Leben nachzudenken – damit das ewige „Hätte, wäre, wenn“-Kopfkino endlich Sendepause hat.

Acht Jahre begleitete die Australierin Bronnie Ware als Palliativpflegerin Sterbende. Über deren Rückblicke auf ihr Leben hat sie ein Buch geschrieben, das international die Bestsellerlisten stürmte. In vielen Fällen erlebte sie, dass es bei Menschen am Ende des Lebens kein Wenn und Aber mehr gibt und sie plötzlich erkennen, worauf es tatsächlich ankommt. Bronnie Ware ist überzeugt: Die folgenden fünf Appelle werden Ihr Leben von Grund auf verändern!

1 Bleiben Sie sich treu!

Das am häufigsten genannte Versäumnis im Leben, so Bronnie Ware, sei, „nicht den Mut aufgebracht zu haben, sein Leben so zu leben, wie man es selbst möchte“. So bedauerte es z. B. die über 80-jährige Grace, dass sie in einer unglücklichen Ehe ausharrte. Ihr Plädoyer auf dem Sterbebett: Seien Sie mutiger und egoistischer, sagen Sie öfter Nein – und leben Sie nicht für jemand anderen!

Macht Sie Ihr Job wirklich glücklich? Erfüllt Sie Ihre Beziehung ? Sind Sie aufrichtig zu Ihren Mitmenschen? Wenn Sie auch nur bei einer Frage kurz zögern, sollten Sie den Ist-Zustand überdenken! Denken Sie langfristig, überlegen Sie, wie Sie am Ende auf Ihr Leben zurückblicken wollen, und versuchen Sie, sich nicht von kurzfristigen Unannehmlichkeiten wie Kündigung oder Wohnungsaufgabe bei der Entwicklung Ihrer Vision ausbremsen zu lassen.

Macht Ihr Leben Sie glücklich?

Oft hindert uns bei weitreichenden Entscheidungen die Angst, andere zu enttäuschen und Vorwürfe zu kassieren. „Sie müssen lernen, diese Vorwürfe nicht anzunehmen“, erklärt Bronnie Ware und zitiert Buddhas Frage: „Wenn dir jemand ein Geschenk gibt und du entscheidest, dass du es nicht annimmst, wem gehört dieses Geschenk dann?“

Behandeln Sie Vorwürfe genauso wie ungewollte Geschenke: nicht annehmen, sondern zurückweisen. So befreien Sie sich von den Fesseln, die Sie sich selbst auferlegen. Wer Panik vor Veränderung hat, sollte vor dieser Überlegung kurz meditieren, z. B. fünf Minuten lang nur auf die Atmung konzentrieren. „Das hilft, den Geist frei zu machen – von negativen Denkmustern und Überzeugungen, die man sich oft ein Leben lang einredet“, erklärt die Autorin.

2 Widmen Sie Ihr Leben nicht der Arbeit, sondern dem Leben!

Sie können es sich sicher denken, aber tatsächlich ist Bronnie Ware nie einem Sterbenden begegnet, der sich gewünscht hätte, mehr gearbeitet zu haben. Im Gegenteil – fast alle hatten das Gefühl, am Leben vorbeigeackert zu haben. So wie John, der seinen Ruhestand ewig hinauszögerte, obwohl seine Frau ihn sehnlichst darum bat, um einen schönen Lebensabend zu zweit genießen zu können.

Erst nach 15 Jahren ließ er sich darauf ein, doch Johns Frau starb ganz plötzlich drei Monate, bevor er in den Ruhestand ging. „Ich hatte immer panische Angst vor dem Verlust meines beruflichen Status“, sagte John und gab zu, dass er seine Arbeit gar nicht so sehr mochte, sondern nur die Rolle, die er dadurch in seinem Umfeld genoss.

Glück ist nicht von Dingen abhängig

„Erst jetzt, wo ich im Sterben liege, ist mir klar, dass man im Leben mehr als genug erreicht hat, wenn man ein guter Mensch war. Warum messen wir uns so gern an materiellen Dingen?“ Machen Sie Ihr Glück nicht von Dingen abhängig, die hoffentlich irgendwann eintreffen werden.

Konzentrieren Sie sich auf den Moment und finden Sie den Sinn in Ihrer Arbeit – egal ob Sie Krankenschwester oder Verkäuferin sind. Es kommt nur auf Ihre Wahrnehmung und Genugtuung an, die Sie dabei empfinden. Und tun Sie endlich, was Sie lieben, dann fühlt es sich auch nicht wie Arbeit an.

3 Haben Sie den Mut, Ihre Gefühle auszudrücken!

Wie würde es Ihnen gehen, wenn Sie am Ende feststellen müssen, das Ihre eigene Familie Sie nicht richtig kennt? Erstaunlich viele von Bronnie Wares Patienten beklagten diesen Zustand. Wer seine Gefühle offenbart, macht sich automatisch verletzlich. Deshalb haben wir Angst davor, offen und ehrlich zu sein – und bauen eine Mauer um uns herum auf.

Die Australierin ist überzeugt: Wenn Sie glücklich werden wollen, muss diese Mauer weg! Nehmen Sie sich ein Beispiel an kleinen Kindern, die noch nicht wissen, wie man Gefühle unterdrückt, die jemandem geradeheraus sagen, dass sie ihn lieb haben, weinen, wenn sie traurig sind, und ihrem Kummer Luft machen, um danach wieder fröhlich sein zu können.

Von Ängsten und Liebe

Versuchen Sie ab jetzt, Ihre Gefühle sofort auszudrücken – und nicht erst dann, wenn es schon zu spät ist. Mut dafür machen die Worte einer im Sterben liegenden Frau: „Sagen Sie den Menschen, dass Sie sie lieben . Sagen Sie ihnen, dass Sie sie zu schätzen wissen. Wenn sie Ihre Ehrlichkeit nicht mögen oder anders reagieren, als Sie es sich erhofft hatten, ist das egal. Wichtig ist nur, dass Sie es ihnen gesagt haben.“

Auch die Autorin vertraut darauf, dass Ehrlichkeit befreiend ist und immer belohnt wird: „Und wenn auch nur in Form von Selbstrespekt oder als ein Leben ohne Schuldgefühle, als Ende von schädlichen Beziehungen oder in einer Weise, von der wir vorher nichts ahnten.“

4 Halten Sie den Kontakt zu Ihren Freunden

Die todkranke Elizabeth brachte es auf den Punkt: „Die Menschen, die Sie so akzeptieren, wie Sie sind, und die Sie sehr gut kennen, sind am Ende wertvoller als alles andere.“ Ihr Appell: Zeigen Sie Ihren Freunden so oft wie möglich, wie sehr Sie sie schätzen, und haben Sie keine Angst, sich verletzlich zu geben.

15 Jahre war die 55-Jährige stark alkoholabhängig und verlor dadurch Freunde, ihre Familie und letztlich ihre Gesundheit. Kurz vor ihrem Tod ging sie auf all die Menschen zu, die ihr einst wichtig war. Sie schloss Frieden und erkannte den Wert ihrer Familie und ihrer Freunde. Dadurch konnte sie wieder Liebe in ihr Leben lassen.

Wahre Freundschaft pflegen

Laut Bronnie Ware erkennen Sie eine gute Freundschaft daran, dass Sie so akzeptiert werden, wie Sie sind, und umgekehrt auch den anderen nicht ändern wollen. Sprechen Sie Probleme immer sofort an und machen Sie Ihrer Freundin keine Vorwürfe, sondern schildern Sie nur, wie Sie sich fühlen. Wenn Sie beleidigt und verletzend reagiert, ist es vielleicht an der Zeit, Sie gehen zu lassen.

Bauen Sie nicht auf Menschen, die Sie im Leben nicht weiterbringen. Und erwarten Sie nicht von einer Freundin, dass Sie Ihnen alles gibt. Jede Freundschaft hat viel Positives, aber auch etwas Negatives. Erfreuen Sie sich daran, dass Sie mit der einen Spaß haben und die Nächte durchfeiern , einer anderen Ihr Herz ausschütten können, ohne dass sie Sie verurteilt, und mit einer dritten Ihr liebstes Hobby teilen.

Bedingungslose Liebe

Gehen Sie Ihren engsten Freunden mit bedingungsloser Liebe entgegen und vertrauen Sie darauf, dass Ihnen Gutes zurückgegeben wird. Finden Sie heraus, wer Ihnen guttut, und springen Sie auch mal über Ihren Schatten: Verzeihen ist der Schlüssel zu tiefer Zufriedenheit!

5 Gönnen Sie sich mehr Freude!

„Viele Menschen merken erst am Ende ihres Lebens, dass man sich bewusst fürs Glück entscheiden kann“, sagt Bronnie Ware und empfiehlt: „Reden Sie sich ein, dass Sie glücklich sind, eine halbe Stunde lang. Sagen Sie nichts Negatives, gucken Sie nicht böse, sondern lächeln Sie, allein das verändert Ihre Gefühle!“

Manchmal muss man sich eben zum Glück zwingen: Wer sich selbst als Glückspilz wahrnimmt, lebt auch automatisch auf der Sonnenseite des Lebens. „Sie müssen es sich nur erlauben“, sagt die Autorin. Auch Cath, die trotz ihrer erst 51 Jahre im Sterben lag, empfand pure Dankbarkeit. „Es ist so einfach, immer noch mehr vom Leben zu wollen, aber da wir nie alles bekommen werden, ist es wichtig, dass wir zu schätzen wissen, was wir haben.“

Glück zulassen

Erkennen Sie die Geschenke in Ihrem Leben. Sagen Sie jeden Abend vor dem Spiegel Danke für das, was Ihnen heute Gutes widerfahren ist. Glück basiert auf der persönlichen Entscheidung und nicht auf den Umständen. Bestes Beispiel ist Lenny, der viel in seinem Leben durchmachen musste: Mit 14 Jahren wurde er Vollwaise, später verlor er erst drei seiner vier Kinder und dann auch noch seine Frau. Sie war erst 40.

Trotzdem sagte er, dass er ein gutes Leben hatte: „Ich habe die Liebe kennengelernt und sie ist nicht einen einzigen Tag weniger geworden. Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf über Kleinkram. Denken Sie daran, die Liebe ist immer gegenwärtig!“ Lennys weise Erkenntnis: Das glückliche Leben will einen so sehr, wie man selbst das glückliche Leben will. Es bedarf keiner drastischen Veränderung – nur der Ihrer Wahrnehmung.

Herzenswünsche realisieren

Und des Mutes, Ihre Herzenswünsche zu realisieren. Aus ihrer Erfahrung als Pflegerin ist sich Bronnie Ware sicher: „Was andere von Ihnen denken oder was Sie materiell erreicht haben, wird Ihnen am Ende völlig egal sein: Es zählt nur, wie viel Glück Sie den Menschen beschert haben, die Sie lieben, und wie viel Zeit Sie mit Dingen verbracht haben, die Ihnen am Herzen lagen!“

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