Was bringt ein Gentest für Ihre Gesundheit?

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Gesundheit Aktuell

Die Brustamputation der Schauspielerin Angelina Jolie sorgte vor einigen Wochen weltweit für Schlagzeilen: Bei ihr war per Gentest festgestellt worden, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit an einer besonders gefährlichen Form von Brustkrebs erkranken würde.

Dieser Tumor ist sehr selten , nur bei fünf Prozent der betroffenen Frauen kann ein schädliches Gen als Auslöser ausgemacht werden. Bei allen anderen werden verschiedenste Ursachen für die Erkrankung vermutet, die familiäre Vorbelastung ist nur ein möglicher Faktor unter vielen. Das gilt auch für andere ernste Leiden wie Diabetes, Schilddrüsenfehlfunktion, Prostata- und Hautkrebs, Parkinson oder Alzheimer. Wir wissen, welche Tests es gibt - und was sie bringen.

Welche Tests gibt es bereits, und welche sind seriös?

Von den Krankenkassen anerkannt sind bislang nur wenige Gen-Analysen: zum Beispiel für bestimmte Formen von Brust- und Eierstockkrebs, einige Formen von Darmkrebs, die Neigung zu Thrombose sowie die seltene Eisenspeicherkrankheit und die noch seltenere Huntington-Krankheit. In der Schwangerschaft können beim Embryo Erbkrankheiten wie Mukoviszidose oder Muskelschwund getestet werden. Kommt eine dieser Erkrankungen deutlich gehäuft in der Familie vor, übernimmt die Kasse die Kosten für Beratung und Gentest.

Vorsicht vor den unzähligen Angeboten im Internet: Ob Vaterschaft, Haarausfall, Krebs, "Krieger-Gen" oder Erbkrankheiten beim Haustier - solche Untersuchungen sind teuer und mit Sicherheit unseriös. Auch der in Apotheken und von einigen Ärzten angebotene Gentest zur Bestimmung des Osteoporose-Risikos wird von Experten abgelehnt. An der Entstehung von Knochenschwund sind mehr Gene beteiligt, als bei dem Test untersucht werden.

Wer sollte sein Krebsrisiko testen lassen?

Wenn in der eigenen Familie auffallend häufig Krebs aufgetreten ist. Bei Brust- oder Eierstockkrebs heißt das: Wenn drei oder mehr nahe Verwandte daran erkrankt sind, oder zwei erkrankt sind und eine davon jünger als 51 Jahre alt war. Bei Darmkrebs: wenn mehrere Angehörige davon betroffen sind oder einer vor dem 45. Lebensjahr einen bösartigen Tumor entwickelt hat. Ansonsten gilt: Auch wenn Krebs nur vereinzelt in einer Familie auftritt, sollten alle Mitglieder die Früherkennungsuntersuchungen besonders wichtig nehmen. Ebenfalls sinnvoll ist ein Gentest, wenn vermehrt Thrombosen aufgetreten sind.

Was sagt eine Gen-Analyse wirklich aus?

100-prozentige Vorhersagen liefert kein Test. Er gibt lediglich eine Wahrscheinlichkeit an, mit der die Krankheit auftreten kann - aber nicht zwangsläufig muss. Beispiel Krebs: Auch ein negatives Testergebnis bedeutet nicht, dass sich nicht an einer anderen Stelle im Körper Tumore bilden können. Der wichtigste Schutz heißt nach wie vor: so gesund wie möglich leben und alle Vorsorgetermine wahrnehmen.

Was man vor einem Test bedenken sollte

Das Wissen um ein künftiges Krankheitsrisiko kann das ganze weitere Leben überschatten. Besonders heikel sind Gentests während der Schwangerschaft, die klären sollen, ob ein Ungeborenes eine Veranlagung zu einer Erbkrankheit wie das Downsyndrom in sich trägt. Ein positives Testergebnis stellt die werdenden Eltern vor die schwere Frage, ob sie die Schwangerschaft beenden wollen. Aber auch alle anderen müssen mit dem Befund leben und die Weichen für ihre Zukunft stellen.

Wo Sie Hilfe finden

Wenn Sie sich beraten lassen wollen, ob ein Gentest für Sie oder für Familienangehörige ratsam sein könnte, finden Sie beim Berufsverband Deutscher Humangenetiker Adressen von Beratungsstellen in Ihrer Nähe: www.bvdh.de

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