Was bringt Stevia?

was bringt stevia
Wunderzucker Stevia
Foto: Thinkstock
Inhalt
  1. Die Vorteile des Newcomers
  2. Geprüfte Sicherheit
  3. Der Rest ist Geschmackssache
  4. Ein Mix verschiedener Süßstoffe
  5. Der perfekte Zuckerersatz

Zuckerersatz Stevia im Handel

Jetzt ist er auch bei uns im Handel, der neue „Wunderzucker“ Stevia. Wir sagen, was Sie über den kalorienfreien und rein natürlichen Süßstoff wissen müssen.

Die Vorteile des Newcomers

Die Pflanze sieht aus wie eine Kreuzung aus Melisse und Minze, wird etwa 30 Zentimeter hoch und stammt aus Südamerika. „Die Blätter des Honigkrauts ,Stevia‘ sind 20- bis 30-mal süßer als Haushaltszucker und dabei absolut kalorienfrei“, preist Dr. Udo Kienle von der Universität Hohenheim die Vorteile des Newcomers.

Die Galerie stellt die aktuellen Stevia-Produkte vor (6 Bilder).

Die aus den Blättern gewonnenen Extrakte, sogenannte Steviolglykoside, haben sogar eine fast 300-fach höhere Süßkraft. Und im Gegensatz zu ähnlich süßenden synthetischen Substanzen wie Aspartam ist Stevia rein pflanzlich. Das klingt gut – selbst wenn nicht dick machende Schokolade eine Utopie bleibt, da ja auch eine Menge Kalorien in der Kakaobutter stecken.

Geprüfte Sicherheit

Bis vor Kurzem waren getrocknete Steviablätter nur im Reformhaus oder Internet zu bekommen, deklariert als Kosmetikartikel oder Badezusatz. Denn als Süßungsmittel war der „grüne“ Wunderzucker bis Dezember 2011 in der EU nicht zugelassen. Grund waren Studien, die im Tierversuch eine mögliche krebserregende Wirkung bei Verabreichung einer extrem hohen Dosis von Steviolglykosiden zeigten.

Normal dosiert birgt ihre Verwendung hingegen keine gesundheitlichen Risiken, sagt jetzt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Seit Dezember dürfen Stevia-Süßstoffe als Lebensmittel-Zusatzstoff mit der Bezeichnung E960 eingesetzt werden. Die tägliche Aufnahmemenge wurde dabei auf maximal vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. „Diese Konzentration ist völlig unbedenklich“, erklärt Dr. Kienle.

Der Rest ist Geschmackssache

Deutschlandweit experimentieren Foodhersteller unter Hochdruck mit dem neuen Zuckerersatz. In Eistee, Joghurt und Schokolade ist er bereits zu finden. „Im Gegensatz zu Aspartam und Cyclamat handelt es sich bei Stevia um ein reines Naturprodukt, das als pflanzliche Süße vermarktet werden kann“, so Kienle.

Die große Herausforderung bleibt der Geschmack. Denn Stevia ist nicht nur süß, sondern auch je nach Herstellungsverfahren mehr oder weniger bitter. Ganz ersetzen werden die Steviolglykoside die bisher verwendeten Süßstoffe daher nicht.

Ein Mix verschiedener Süßstoffe

„Wir setzen den Stevia-Süßstoff weltweit bereits in mehr als 30 Produkten ein. Um einen optimalen Geschmack zu erhalten, werden verschiedene Süßstoffe vermischt“, erklärt Stefanie Effner von Coca-Cola Deutschland. „Dadurch kann die Gesamtmenge an erforderlichen Süßstoffen reduziert werden.“ Und darin steckt die eigentliche gute Nachricht: Stevia ist eine Alternative zu synthetischer Süße, die immer wieder im Verdacht steht, Heißhunger auszulösen und die Entstehung von Übergewicht zu fördern statt zu verhindern.

Falls Sie jetzt schon mal kosten und testen wollen: Etwa 20 Stevia-Produkte sind in Deutschland bereits im Handel, sechs davon stellen wir Ihnen vor – siehe Bildergalerie.

Der perfekte Zuckerersatz

SHAPE: In Japan, Amerika und der Schweiz ist Stevia längst auf dem Markt. Warum hat die Zulassung bei uns so lange gedauert?

Dr. Udo Kienle: Seit 1997 benötigen neue Lebensmittel in der EU eine Zulassung. So soll gewährleistet werden, dass wir ein Produkt erhalten, das auch bei lebenslangem Konsum gesundheitlich unbedenklich ist. Das sicherzustellen braucht eben etwas Zeit.

Welchen weiteren Vorteil haben wir Verbraucher von dieser Zulassung?

Bisher musste man erst umrechnen, welche Dosis Stevia der Süßkraft einer bestimmten Menge Zucker entspricht. Da die Süßkraft der Blätter dazu noch schwankend ist, war das nicht immer einfach. In den neuen Produkten sind die Steviolglykoside so dosiert, dass man sie wie normalen Zucker einsetzen kann.

Auch beim Backen?

Ja, das ist ein weiterer Vorteil von Stevia: Im Gegensatz etwa zu Aspartam ist es koch- und backfest.

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