Was dein Geburtsgewicht über deine Fähigkeit zu Vertrauen aussagt

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Unser Gewicht bei der Geburt verrät viel darüber, wie wir später mit unseren Mitmenschen umgehen werden.
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Wie Geburtsgewicht und Vertrauen zusammenhängen

Wie viel Gramm hast du bei deiner Geburt gewogen? Die Antwort auf diese Frage kann dir verraten, warum du anderen Menschen nur schwer vertrauen kannst.

Wie schwer war dein Baby bei der Geburt? Alle Eltern können diese Frage sofort beantworten, schließlich wird das Gewicht des Babys mit als erstes gemessen und es ist ein Indikator dafür, ob das Baby gesund ist. Tatsächlich verrät das Geburtsgewicht aber noch viel mehr: Je nachdem, wie schwer du bei deiner Geburt warst, ist deine Fähigkeit zum Vertrauen ausgeprägt.

Geringes Gewicht = weniger Vertrauen

Was erstaunlich klingt, haben Politikwissenschaftler in der dänischen Stadt Aarhus herausgefunden. Das erstaunliche Ergebnis ihrer Studie : ein geringes Geburtsgewicht bedeutet, dass unsere Fähigkeit als Erwachsener in andere Menschen und unsere Gesellschaft zu vertrauen, weniger ausgeprägt ist, als bei Babys mit einem höheren Geburtsgewicht.

Insofern ist es eine gute Nachricht, dass das durchschnittliche Geburtsgewicht von Babys in Deutschland seit Jahren steigt. Vor zehn Jahren lag das durchschnittliche Geburtsgewicht noch bei 3300 Gramm, inzwischen liegt es bei etwa 3500 Gramm.

"Wie gut können Sie anderen Menschen vertrauen?"

Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie die Teilnehmer dazu befragt, wie vorsichtig sie im Umgang mit anderen Menschen sind und ob sie anderen Menschen gut vertrauen können.

„Soziales Vertrauen ist sehr wichtig für unsere Gesellschaft“, erläutert der Wissenschaftler Michael Bang Petersen. „Dieses Vertrauen hält unsere Gesellschaft auf viele Weisen zusammen. Wenn wir unseren Müll sortieren, wenn wir wählen, wenn wir unsere Steuern bezahlen, das ist alles ein Ergebnis unseres Vertrauens in unsere Mitmenschen. Darum ist es faszinierend, dass wir die Wurzeln unserer Vertrauensfähigkeit schon in unserer Zeit als Embryo finden können. Das hilft uns, zu verstehen, warum sich der eine Mensch mehr in die Gesellschaft einbringt, und der andere weniger.“

Nun lässt sich das Geburtsgewicht eines Baby nicht unmittelbar von der Mutter beeinflussen – dennoch sind die Chancen für ein gesundes Baby mit einem guten Gewicht natürlich höher, wenn es der Mutter während der Schwangerschaft gut geht.

Dies kann zum Beispiel davon abhängen, wie gut sie von ihrer Familie und ihren Freunden umsorgt wird. Wenn die Mama in einem fürsorglichen und vertrauensvollen Umfeld lebt, wird das Baby wahrscheinlich mehr Vertrauen in die Welt haben, in die es hineingeboren wird. „Andere Studien haben gezeigt, dass Kinder stark davon beeinflusst werden, ob ihre Mutter in einer kalten Welt ohne Fürsorge lebt, oder aber in einer sicheren Umgebung. Schon als Embryo wirken die entsprechenden Signale auf uns“, erklärt Petersen.

Was können wir aus diesen Ergebnissen lernen? Sie sind jedenfalls ein gutes Argument für mehr Einsatz für eine sichere und reichhaltige materielle Versorgung von schwangeren Frauen. Denn die Babys von heute sind die Gesellschaft von morgen – und wir alle wünschen uns doch eine vertrauensvolle Gesellschaft, die freundlich und hilfsbereit miteinander umgeht.

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