Was es über dich aussagt, über wen du dich aufregst

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Mal wieder aufgeregt?
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Sag mir, wer dich aufregt und ich sage dir, wer du bist

Die einen könnten ausrasten, sobald an der Supermarktkasse der vorangehende Kunde seelenruhig seine Cents abzählt. Andere drehen durch, wenn jemand völlig emotional durch's Leben geht. Jeden regt uns etwas anderes auf - und das hat einen einfachen Grund: die eigene Persönlichkeit.

Wie wir auf andere reagieren bestimmen allein wir selbst. Ist es wirklich der schleichende Autofahrer vor uns, der uns gerade auf die Palme bringt? Oder ist es viel mehr die Ungeduld, welche in uns selbst schlummert? Vielleicht sollten wir diesen Autofahrer, diese Situation, als Lehrstunde ansehen. Quasi als Geduldsübung.

Jeden Tag erwarten uns Aufgaben, die wir meistern müssen. Ob wir gelassen und fröhlich durch den Tag gehen oder nervös und wütend, ist unsere eigene Entscheidung. Was wir bei Begegnungen mit anderen Menschen empfinden, liegt allein in unserer Hand.

Achten wir auf unsere Gefühle - etwa Wut, Aufregung oder Ungeduld -, verraten sie uns etwas über uns selbst. Sie offenbaren Informationen über uns, die wir noch nicht einmal selbst wussten. Sie lassen uns in die Tiefen unserer Seele blicken, geben uns die Möglichkeit, neue Seiten an uns zu entdecken, die uns in der Regel verborgen bleiben.

Warum also ärgern wir uns über den nörgelnden Kollegen? Wieso regt uns der intolerante Passant auf? Und weshalb werden wir wütend, wenn der Partner einfach nicht zurückschreibt (obwohl wir genau gesehen haben, dass er diese Nachricht schon ängst gelesen hat)?

Die Ursachen für unseren Ärger liegen in uns selbst. Entweder wir fühlen uns persönlich angegriffen - fühlen uns respektlos behandelt, angegriffen, verletzt, bedroht oder nicht wert geschätzt - ("Ich bin ihm wohl nicht wichtig genug, deswegen schreibt er nicht sofort zurück").

Oder aber, wir fordern (zu) viel vom Leben - die Mitmenschen sollen mitdenken, vernünftig und nett sein, Rücksicht nehmen und sich uns gegenüber fair verhalten - ("Wie kann der mir nur die Vorfahrt nehmen?!", "Was sieht sie mich so abschätzig an?", "Warum bedient mich in diesem Laden keiner?").

Für beide Ursachen gilt gleichermaßen: Wir können unsere Umwelt, andere Menschen, nicht ändern. Was wir allerdings durchaus ändern können, ist unsere Einstellung zu den Dingen, Personen und Situationen, die uns im Alltag begegnen.

Aber wieso empfinden wir so? Wir können unseren Emotionen auch gelassen auf den Grund gehen. Fühlen wir uns womgölich nicht ernst genommen, weil wir uns selbst nicht ernst nehmen? Jeder Mensch will gemocht und akzeptiert werden. Dieses Bedürfnis steigt mit sinkender Selbstliebe. Doch wie können wir von anderen fordern, uns zu achten und wertzuschätzen, wenn wir es selbst nicht (genügend) tun?

Der erste Schritt zur Gelassenheit ist die Liebe zu sich selbst. Nur wir selbst können uns eine "Wohlfühlgarantie" geben. Nur von uns selbst können wir fordern, uns treu zu bleiben, liebevoll mit uns umzugehen, unsere Gedanken und Gefühle ernst zu nehmen.

Sind unsere Selbstliebe, unser Selbstwert und unsere Selbstachtung stabil, fühlen wir uns nicht mehr so schnell angegriffen. Wir unterstellen anderen nicht mehr vorschnell eine böse Absicht. Stattdessen beginnen wir, nachsichtig mit anderen umzugehen, ihnen zu verzeihen, sich selbst zurückzunehmen und Gefühle wie Wut und Ärger unter Kontrolle zu halten.

Der Weg zur Selbsterkenntnis ist lang. Wir lernen uns jeden Tag ein bisschen besser kennen. Auf uns warten tagtäglich neue Herausforderungen - im Großen (Trennungen, Jobwechsel, Miteinander in Familie und Gemeinschaft) und im Kleinen (nervige Autofahrer, Freunde und Feinde, Kinder und Kollegen, Partner und Fremde).

Wer sich dessen bewusst ist, hat schon den ersten Schritt zu einem ärger-losen Leben gemeistert - und zwar mit Bravour...

(ww7)

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