Mama-BlogWas ich alles bin, was ich vor dem Kind nicht war: Mutter - davor und danach

Alles anders als vorher: Wenn du Mutter wirst, verändert sich dein Leben sehr.
Alles anders als vorher: Wenn du Mutter wirst, verändert sich dein Leben sehr.
Foto: iStock

Mama-Bloggerin Timea aus München schreibt für Wunderweib.de über ihr neues Leben als Mama einer 1-jährigen Tochter. Jede Woche lernt sie etwas Neues, sie wundert sich, lacht und weint. Diese Woche schreibt sie über Diebstahl, Unpünktlichkeit und fleckige Blusen.

"In meinen ganzen 35 Jahren habe ich, zumindest soweit ich mich erinnern kann, noch nie etwas geklaut. Doch mit Léla, meiner ständigen, süßesten Begleitung in meinem Leben wurde ich nun auch zu einem Dieb. Indirekt. Aber ja, ich bin nun ein Dieb.

Letztes Wochenende machte ich mit meiner kleinen Familie einen Abstecher in die Spielwarenabteilung eines Kaufhauses. Wir wollten Léla einen kleinen Buggy kaufen für ihre Plüschtiere, sie ist jetzt schon in der Phase, wo sie Mama alles nachmachen möchte. Das neue Spielzeug ist ein voller Erfolg. Eule, Pinguin, Teddy, Affe und Wauwau werden abwechselnd oder übereinandergestapelt im Buggy in der Wohnung rumgeschoben. Als wir vom einkaufen nach Hause kamen, entdeckte ich in Lélas eigenem großen Buggy eine Packung Murmeln. Wo kommen die denn her? Die hat meine liebe kleine Tochter tatsächlich aus dem Kaufhaus mitgehen lassen!

Ich kann mich noch erinnern wie eng der eine Gang war. Der Gedanke, dass sie etwas von den Regalen nehmen könnte, war allgegenwärtig. Ich war allerdings so fasziniert von dem Pupskissen, dass sie uns in die Hand drückte, dass ich nicht merkte, wie sie anschließend eine Packung Murmeln vom Regal nahm. Wahrscheinlich wurde sie des eher langweiligen Spielzeugs schnell überdrüssig und ließ es fallen - geradewegs in die Ablage unter ihrem Sitz.

Wir haben uns zu hause beraten, ob wir es zurückbringen sollen. Ich habe beschlossen meine kriminelle Karriere zu beenden und das Diebesgut auszuhändigen. Peinlich.

Notorischer Zuspätkommer

Bevor ich ein Kind hatte, war ich immer sehr stolz auf meine Pünktlichkeit. Egal ob beruflich oder privat, mit einigen Ausnahmen konnte ich mich stets pünktlich nennen. Nun muss ich oft Sätze wie “Gerade, als wir das Haus verlassen wollten, hat Léla in die Windeln gemacht” als Entschuldigung vorbringen. Klingt wie eine schlechte Ausrede, aber es entspricht fast immer der Wahrheit. Ein schlechtes Timing für Kaka und noch weitere Gründe tragen dazu bei, dass die akademische Viertelstunde zur inakzeptablen halben Stunde werden. Früher rollte ich die Augen, wenn meine Freundin mit ihren zwei Kindern mal wieder zu spät zu unserer Verabredung kam und dachte erbost: “Kinder sind doch kein Grund zu spät zu kommen”. Oh doch! Das lernte ich nun am eigenen Leib kennen.

Die Frau mit den Flecken auf der Bluse

Gestern kam ich von einem Dolmetscherauftrag nach Hause, zog meinen Blazer aus und stellte mit Schrecken fest, dass meine Bluse mit einem leckeren saftigen Fleck Tomatensauce glänzte. Da war nun wieder der Beweis: ich bin eine Mami. Ich wäre früher niemals mit Bananenschmiere auf der Hose und Milchflecken auf dem T-Shirt aus dem Haus gegangen. Die postnatale Timea nimmt es in Kauf, schließlich möchte ich nicht auch noch wegen meines Äußeren zu spät kommen. Oder doch?

Die Liste kann ich ewig weiterführen. Wer war ich? Wer bin ich heute. Beim nächsten Mal mehr.

Eure Timea

 

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