Was macht täglicher Milchkonsum mit meinem Körper?

milch h
Auch im Latte macchiato steckt Milch: Oft nehmen wir Milchprodukte nur unbewusst zu uns.
Foto: iStock

Ist Milch wirklich so gesund, wie alle sagen?

Latte macchiato to go, Käse und Joghurt stehen fast täglich auf unserem Speiseplan und alle drei Lebensmittel haben eins gemeinsam: Die Hauptzutat Milch! Schon in den 50er Jahren warb die Milchindustrie mit dem Slogan „Milch macht müde Männer munter!“, aber was steckt wirklich hinter dem Mythos Milch?

Ist Milch von Kühen wirklich gut für die Knochen?

Als Kind mussten wir immer viel Milch trinken, denn angeblich half das unseren Knochen beim Wachsen. Mittlerweile ist sich die Wissenschaft darüber nicht mehr so einig. Die einen sagen, dass Milch der Kalziumlieferant schlechthin sei.

Eine schwedische Studie fand hingegen heraus, dass Milchtrinkerinnen ein erhöhtes Risiko haben, später eine Hüftfraktur zu erleiden. Denn durch die Übersäuerung greift der Körper Knochen und Zähne an, um die Mineralstoffe zu neutralisieren.

Hilft fettarme Milch beim Abnehmen?

Das würde man im ersten Moment vermuten, aber tatsächlich hilft die fettreiche Vollmilch beim Abnehmen. Die Proteine in der Vollmilch (Fettanteil 3,5 Prozent) sind wahre Turboantriebe, die die Produktion von Sättigungshormonen anregen. Also bei der nächsten Diät einfach ein Glas Vollmilch mit in den Ernährungsplan aufnehmen.

Aber Achtung: Dieser Turbo kann bei einigen Menschen auch das Gegenteil hervorrufen. Durch die Hormone in der Milch werden Signalwege angekurbelt, die für die Steuerung von Zellzyklen verantwortlich sind, diese veränderten Zyklen können zu Akne oder Übergewicht führen.

Was passiert, wenn ich zu viel Kuhmilch trinke?

Was viele nicht wissen: Milch ist sehr schleimbildend. Das kann bei übermäßigem Verzehr zu Atemwegserkrankungen führen. Auch der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren wirkt sich negativ auf den Körper aus, es kommt zu Arterienverengungen, die später häufig zum Herzinfarkt führen.

Andere Forscher raten hingegen zwei bis drei Gläser (je 200 ml) Milch pro Tag zu trinken, da so das Darm- und Blasenkrebsrisiko verringert werden soll.

Milch als Stresstherapie?

Täglicher Verzehr von fettfreien Milchprodukten, wie Joghurt oder Käse senkt das Bluthochdruckrisiko um fast 50 Prozent. Die Harvard School of Public Health in Boston fand heraus, dass das Kalzium in der Milch die Blutgefäße entlastet.

Vom biologischen Standpunkt aus, ist unser Körper eigentlich nicht für Milch ausgelegt und so wundert es nicht, dass 75 Prozent der Weltbevölkerung Laktose intolerant sind.

Aber jetzt nicht gleich in Panik ausbrechen und eine Phobie gegen Milch entwickeln, denn alle Forschungsergebnisse sind noch nicht mit längerfristigen Tests bewiesen. Aber man sollte Milch nicht als Getränk, sondern eher als Genussmittel ansehen und es dementsprechend bewusst konsumieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt einem Erwachsenen täglich nicht mehr als 200–250 ml Milch oder Joghurt zu konsumieren, zusätzlich dürfen 50–60 Gramm Käse dazu gegessen werden.

Die Alternativen zu Kuhmilch

Kuhmilch hat seine Vor- und Nachteile, wer ganz darauf verzichten will, für den gibt es mittlerweile leckere Alternativen. Die verschiedenen Pflanzenmilchsorten sind oft mit Kalzium angereichert und enthalten zusätzlich noch Vitamin B12 und Vitamin D, dieses fördert die Aufnahme von Kalzium, welches gut für die Knochen ist. Egal ob Dinkel-, Mandel- oder Reismilch, die Milchalternativen sind allergenarm und enthalten jede Menge Ballaststoffe, die das Cholesterin senken. Und sogar Leute mit einer Laktoseintoleranz können problemlos die pflanzlichen Milchsorten trinken - ohne lästige Nebenwirkungen.

Autorin: Winnie Hildebrandt

Weiterlesen:

Beauty-Tipps: Pflege mit Milch zum selber machen

Noch mehr spannende News zu Ernährung:

Kategorien: