Was soll ich anziehen?

was soll ich anziehen
Sehr übersichtlich, das Klamottenangebot. Aber auch mit 50 Teilen mehr lässt uns die Kleiderfrage oft verzweifeln ...
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Generell gilt: lieber ein wenig overdressed als underdressed. Denn das kann man immer noch ausgleichen

Was soll ich anziehen? - Diese Frage diskutieren wir mit unseren Freundinnen vor fast jeder Party. Warum wir uns Verbündete bei der Kleiderwahl suchen. Und was gängige Dresscodes bedeuten.

Eigentlich wollten wir ja schon längst auf dem Weg zur Party sein - wenn wir nicht noch einmal am Flurspiegel vorbeigegangen wären und unser komplettes Outfit in letzter Minute über den Haufen geworfen hätten. Spätestens jetzt erfolgt der Anruf bei der besten Freundin: "Was soll ich anziehen?"

Ich hab' nichts anzuziehen!

Meist haben wir davor bereits Stunden vor dem Spiegel gestanden und uns gedacht: "Verdammt, ich hab' gar nichts anzuziehen". Natürlich stimmt das nicht, denn eigentlich platzt unser Schrank aus allen Nähten. Warum wir trotzdem nichts finden? Weil wir nur ca. 30 Prozent unserer Klamotten im Schrank auch wirklich regelmäßig tragen . Der Rest nimmt zwar immens viel Platz ein - wir nehmen die Sachen aber gar nicht wahr, weil wir sie unbewusst längst ausgemustert haben.

Und was ziehst du an?

Aber selbst wenn wir zufrieden sind mit unserem Kleider-Repertoire, werden wir oft unsicher, ob wir mit dem ausgewählten Outfit auch "passend" für den Anlass angezogen sind. Deshalb suchen wir uns gern eine Verbündete - und rufen unsere Freundin an. "Wir möchten dazugehören. Over- oder underdressed zu sein, heißt, irgendwie falsch zu liegen, und somit außen vor zu sein", sagt Psychologin Susanne Altweger. Und wenn wir bei der Kleiderwahl schon danebengreifen, wollen wir diesen Fauxpas wenigstens mit einer ähnlich angezogenen Freundin teilen.

Was bedeuten die Dresscodes?

Um ein Malheur bei wichtigen, offiziellen Anlässen wie Firmen-Events, Vernissagen oder Hochzeiten zu vermeiden, sind Dresscodes auf der Einladung vermerkt. Sehr hilfreich - wenn man sie richtig entschlüsseln kann. Aber was genau bedeutet noch mal "Black Tie"? Oder "White Tie"?

Ursprünglich (und wörtlich) beziehen sich beide Dresscodes auf die Garderobe des Mannes. "White Tie" ("Tie" = engl. für Krawatte) bedeutet für ihn unbedingt: schwarzer Frack mit weißer Fliege. "Black Tie" verpflichtet die Herren zum Smoking. Und was sollten Frauen tragen? Modedesignerin Anna von Griesheim erklärt: "Für uns bedeutet 'White Tie': Man darf das große Abendkleid rausholen." Ein Kostüm oder Hosenanzug ist bei einer solchen Veranstaltung keine Alternative. Und auch für den Rest des Stylings gilt: Wir dürfen klotzen. "Hohe Schuhe und hochgesteckte Haare sind Pflicht ", sagt von Griesheim.

"Black Tie" heißt für uns: elegantes Kleid oder Hosenanzug. Falls "Cocktail" auf der Einladung steht, gibt es zwei Möglichkeiten. Die sichere Variante ist das kleine Schwarze. Auch passend: "Ein knielanges Cocktailkleid, gern in einer kräftigeren Farbe", so die Designerin.

Etwas lockerer werden die Vorgaben bei Dresscodes wie "Smart Casual". Die Stil-Expertin: "Dieser Dresscode ist eine Mischung aus lässig und chic. Das geht zum Beispiel mit einem schlichten Pulli , schmal geschnittener Hose und Ballerinas."

Selbstbewusst sein!

Immer noch die Frage "Was soll ich anziehen?" im Kopf? Generell gilt: Lieber ein bisschen over- als underdressed . Wenn man sich zu chic fühlt, kann man immer noch die Haare durchwuscheln oder die Statement-Kette schnell in der Tasche verschwinden lassen. Hat man sich aber doch mal kräftig vertan - egal, in welcher Richtung - hilft nur eins: Haltung bewahren. Und sich und sein Outfit als völlig selbstverständlich verkaufen.

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