Was tun bei Überaktiver Blase?

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Foto: Holger-Raukamp, pixelio

Ratgeber

Je nach Flüssigkeitszufuhr bildet ein Mensch mit gesunder Blasenfunktion zwischen einem und 1,5 Liter Urin pro Tag, die er innerhalb von 24 Stunden in zwei bis sieben Toilettengängen wieder ausscheidet. Manchmal jedoch ist der Mechanismus der Blasenentleerung gestört. Dann erhält das Gehirn zu früh die Information „Blase voll“. Die Folgen sind ein viel zu häufiger, zwingender Harndrang und drohender Harnverlust – ein Phänomen, das Mediziner als „Überaktive Blase“ bezeichnen.

Auch wenn die Häufigkeit der Erkrankung mit dem Alter steigt, ist die Überaktive Blase keineswegs ein Seniorenleiden. In Deutschland kennen rund 10 Prozent aller Frauen im Alter von 25 bis 40 Jahren die Symptome der Erkrankung. Vielen von ihnen ist es unangenehm, die Problematik offen anzusprechen. Da die Gedanken nur noch darum kreisen, wo sich die nächste Toilette befindet, ziehen sich die Betroffenen oftmals aus dem sozialen Leben zurück.

Doch eine Überaktive Blase ist behandelbar. Darüber hinaus gibt es Einiges, was Betroffene selbst tun können.

Das können Sie tun:

  • Viele Frauen mit Kontinenzproblemen haben einen schwachen Beckenboden. Im Zusammenhang mit einer Überaktiven Blase hilft ein starker Beckenboden, den starken Harndrang in den Griff zu bekommen sowie Urinverlust bei Belastung zu verhindern. Nehmen Sie sich daher am besten täglich Zeit für Beckenbodengymnastik. Eine entsprechend ausgebildete Physiotherapeutin kann Ihnen Übungen zeigen. Beachten Sie jedoch, dass Sie bei dieser Maßnahme ein wenig Geduld und Disziplin benötigen. Der Effekt des Trainings wird in der Regel erst nach etwa vier Wochen spürbar.

  • Vertrauen Sie sich Ihrem Arzt an. Heutzutage gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung der Überaktiven Blase. Bestimmte Arzneimittel, die so genannten Anticholinergika, hemmen die Kontraktionsfähigkeit der Blasenmuskulatur und vermindern so den Harndrang, können aber auch zu unerwünschten Wirkungen führen. Eine Alternative zum Schlucken von blasenentspannenden Medikamenten ist das Einführen von Chondroitinsulfat-Lösungen (zum Beispiel Gepan instill) direkt in die Blase. Bei vielen Patienten mit Überaktiver Blase ist die innere Schutzschicht der Blase, die so genannte Glykosaminoglykan (GAG)-Schicht, nicht mehr intakt. Chondroitinsulfat ist ein natürlicher Bestandteil dieser Schutzschicht und legt sich wie ein Pflaster auf die angegriffenen Stellen. Dadurch hat die Blase die Möglichkeit, zu regenerieren und wieder ins Gleichgewicht zu finden. Der quälende Harndrang verringert sich.

  • Es empfiehlt sich außerdem, die medikamentöse Behandlung mit einem "Ausdauertraining" für die Blase zu ergänzen. Halten Sie sich bei den Toilettengängen zunächst an genau festgelegte Zeit. Verlängern Sie dann die Intervalle langsam Schritt für Schritt um einige Minuten. Sie werden sehen: Ihre Blase ist lernfähig.
  • Das „Toilettentraining“ kann durch das Führen eines Blasenentleerungsprotokolls unterstützt werden. Notieren Sie einfach, wie viel Sie trinken und wann sich Ihre Blase meldet. So gewinnen Sie ein tieferes Verständnis für Ihre Erkrankung und erkennen die Fortschritte, die Sie machen. Außerdem können Sie versuchen die Zeit bis zum Wasserlassen bei starkem Harndrang immer weiter zu verlängern, und dadurch Ihre Blase zusätzlich trainieren.

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