GesundheitÜberaktive Blase: ein Reizthema

Harndrang Blase
Eine überaktive Blase macht Druck
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Inhalt
  1. Überaktive Blase: Woran es liegt
  2. Nervosität ist ein wichtiger Faktor
  3. Was Wasserplätschern mit einer überaktiven Blase zu tun hat
  4. Häufiger Harndrang: kein Altersphänomen
  5. Die Hilfe-Strategie gegen eine überaktive Blase

Wenn du oft auf die Toilette musst, weil du den Druck nicht aushälst, kann das an einer überaktiven Blase liegen. Was du dabei beachten solltest.

 

Überaktive Blase: Woran es liegt

Je nach Flüssigkeitszufuhr bildet ein Mensch mit gesunder Blasenfunktion zwischen einem und 1,5 Liter Urin pro Tag, die er innerhalb von 24 Stunden in zwei bis sieben Toilettengängen wieder ausscheidet. Manchmal jedoch ist der Mechanismus der Blasenentleerung gestört.

Dann erhält das Gehirn zu früh die Information „Blase voll“. Die Folgen sind ein viel zu häufiger, zwingender Harndrang und drohender Harnverlust – ein Phänomen, das Mediziner als überaktive Blase bezeichnen.

 

Nervosität ist ein wichtiger Faktor

Meist hat die Psyche Schuld am Harndrang in den unpassenden Situationen, aber einmal ausgelöst, lässt sich der Reflex nicht mehr stoppen. Wer mit Macht versucht, seine Blase für ein höheres Fassungsvermögen zu trainieren, schadet jedoch seiner Gesundheit. Darauf weist die Uro-GmbH Nordrhein, ein Zusammenschluss niedergelassener Urologen, hin. 

 

Was Wasserplätschern mit einer überaktiven Blase zu tun hat

Manchmal reicht schon das Wasserplätschern eines Brunnens oder ein fließender Wasserhahn. "Menschen, bei denen solch ein Geräusch Harndrang auslöst, müssen rein organisch betrachtet meist noch nicht zur Toilette",  unterstreicht Dr. Reinhold Schaefer, Urologe und Geschäftsführer des Netzwerks.

Hier kommt es zu einer Fehlinterpretation zwischen Ohr, Gehirn und Blase. Doch egal, warum sich die Blase meldet, Harndrang ist eine individuelle Sache und lässt sich nicht hinauszögern.

 

Häufiger Harndrang: kein Altersphänomen

Auch wenn die Häufigkeit der Erkrankung mit dem Alter steigt, ist die überaktive Blase keineswegs ein Seniorenleiden. In Deutschland kennen rund zehn Prozent aller Frauen im Alter von 25 bis 40 Jahren die Symptome der Erkrankung.

Vielen von ihnen ist es unangenehm, die Problematik offen anzusprechen. Da die Gedanken nur noch darum kreisen, wo sich die nächste Toilette befindet, ziehen sich die Betroffenen oftmals aus dem sozialen Leben zurück.

 

Die Hilfe-Strategie gegen eine überaktive Blase

Eine überaktive Blase ist behandelbar. Es gibt unterschiedliche Ansätze, die Symptome zu bessern. Oft hilft es auch, mehrere Maßnahmen miteinander zu kombinieren.

Beckenbodentraining

Viele Frauen mit Kontinenzproblemen haben einen schwachen Beckenboden. Im Zusammenhang mit einer überaktiven Blase hilft ein starker Beckenboden, den starken Harndrang in den Griff zu bekommen sowie Urinverlust bei Belastung zu verhindern.

Nimm dir daher am besten täglich Zeit für Beckenbodengymnastik. Eine entsprechend ausgebildete Physiotherapeutin kann dir Übungen zeigen. Beachte jedoch, dass du bei dieser Maßnahme ein wenig Geduld und Disziplin benötigst.

Der Effekt des Trainings wird in der Regel erst nach etwa vier Wochen spürbar.

Medikamentöse Behandlung

Vertraue dich  deinem Arzt an. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung der überaktiven Blase. Arzneimittel, die so genannten Anticholinergika, hemmen die Kontraktionsfähigkeit der Blasenmuskulatur und vermindern den Harndrang, können aber auch zu unerwünschten Wirkungen führen.

Eine Alternative zum Schlucken von blasenentspannenden Medikamenten ist das Einführen von Chondroitinsulfat-Lösungen (zum Beispiel Gepan instill) direkt in die Blase. Bei vielen Patienten mit überaktiver Blase ist die innere Schutzschicht der Blase, die so genannte Glykosaminoglykan (GAG)-Schicht, nicht mehr intakt.

Chondroitinsulfat ist ein natürlicher Bestandteil dieser Schutzschicht und legt sich wie ein Pflaster auf die angegriffenen Stellen. Dadurch hat die Blase die Möglichkeit, zu regenerieren und wieder ins Gleichgewicht zu finden. Der quälende Harndrang verringert sich.

Verzichtserklärung: Alkohol-, Nikotin und was sonst noch reizt

Diese Dinge solltest du nur sehr sparsam verzehren: Kaffee, Tee, kohlensäurehaltiges Wasser, Alkohol und Chili. Das alles reizt die Blase. Rauchen begünstigt ebenfalls eine überaktive Blase. Denn Nikotin wirkt an bestimmte Rezeptoren, die normalerweise nur bei voller Blase aktiviert werden und Harndrang auslösen. 

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Welche heftigen Auswirkungen Schlaflosigkeit auf deinen Körper hat, zeigt dieses Video.

 

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