Was uns Friseure total nervt

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Friseure bewegen: Das Video zeigt ehrliche Bekenntnisse der Hairstylisten.
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"Es gab Zeiten, da habe ich mich für meinen Beruf geschämt"

Ein Beruf, der für viele Berufung ist: Friseur. Denn mit "waschen, schneiden, fönen” ist es nicht getan. Was nervt: Dass viele Menschen den Job nur wenig wertschätzen - und sich so sogar viele Friseure für ihren Beruf schämen.

Wir gehen durchschnittlich 5,2-mal im Jahr zum Friseur und hoffen, dass er bezwingen kann, wovor wir häufig kapitulieren: eine fiese Krause, fehlendes Volumen oder Haare, die abbrechen, bevor sie überhaupt vernünftig gewachsen sind. Wenn's gut läuft, vollbringt der Friseur also regelmäßig Wunder in seinem Salon. Ein Beruf, der dementsprechend gefeiert werden sollte. Oder?

Doch die Wirklichkeit sieht oft anders aus: "Lange Stehen, schlechtes Image, schlechte Bezahlung", so wird das Berufsbild des Friseurs immer wieder in der Öffentlichkeit gezeichnet. Zu unrecht, sagen die Friseure selbst. Und doch fühlen sich viele unwohl. "Es gab Zeiten, da habe ich mich für meinen Beruf geschämt", so Chantal Feldker im Video "Friseure bewegen" . Der YouTube-Clip ist Teil der Wella-Initiative, die auf den Job wieder in ein besseres Licht werfen soll. Und Schluss machen will mit den bösen Vorurteilen.

Das Problem ist oft die Wertschätzung. "Ich würde wollen, dass die Menschheit draußen unseren Beruf viel mehr anerkennt", so Bilge Kilinc. Dabei war genau das früher der Fall. In Alt-Ägypten genossen Friseure Top-Status: Sie mischten Schönheits-Rezepturen für Nofretete & Co. Okay, schon etwas her. Aber hätten Sie auch gewusst, dass der Friseur bis ins vorletzte Jahrhundert auch Zähne zog, Brüche versorgte oder Hautleiden behandelte? Erst durch die Entwicklung der Medizin im 19. Jahrhundert blieb die medizinische Behandlung Ärzten überlassen.

Und auch heute gehört zum Friseurberuf viel mehr als das bloße Waschen, Schneiden, Föhnen . Den Seelen-Doktor ersetzen viele nämlich allemal. In der entspannten Atmosphäre des Salons wird über alles gesprochen, was bedrückt und bewegt. Dieses Phänomen ist sogar historisch belegt: Eine babylonische Urkunde (um 1800 v. Chr. ) zeugt davon, dass schon damals beim Barbier geklatscht wurde, was das Zeug hielt.

Wir freuen uns schon aufs nächste Haareschneiden. Schließlich ist nichts so schön, wie das Frisch-vom-Friseur-Gefühl .