Was verdienst du? Manuela Schwesig fordert Transparenz bei Gehältern

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Faire Gehälter für alle: Das ist das Ziel der SPD-Politikerin Maneula Schwesig, die alle Unternehmen dazu zwingen will, die Gehälter der Angestellten zu veröffentlichen.
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Die SPD-Politikerin fordert die Veröffentlichung aller Gehälter

Die SPD-Politikerin Manuela Schwesig fordert die Veröffentlichung der Gehälter in Deutschland. Ihr Ziel: Gleichwertiger Lohn für gleichwertige Arbeit.

Wie viel Geld verdienst du eigentlich?

Diese Frage ist in Deutschland ein Tabu. Wie viel Geld wir am Ende des Monats auf unserem Konto haben - darüber wird nicht geredet. Entweder weil wir vertraglich zum Schweigen verpflichtet sind, oder weil wir Neider fürchten. Über Geld spricht man nicht, so lernen es die Deutschen oft von Kindesbeinen an.

"Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit – das ist leider keine Selbstverständlichkeit. Im Gegenteil: Hier gibt es große Differenzen in Deutschland. Vor allem Frauen sind benachteiligt."

Dies schreibt die Bundesfamilienminsterin Manuela Schwesig (SPD) auf ihrer Facebook-Seite. Weniger Geld für Frauen, fehlende Transparenz bei Gehältern von den Kollegen - das alles will die Politikerin für uns ändern. Sie fordert dieser Tage ein Gesetz, das Unternehmen dazu verpflichten soll, die Gehälter ihrer Mitarbeiter zu veröffentlichen.

Nie über unser Gehalt sprechen - diese Haltung führt dazu, dass wir ungerechte Löhne bekommen, dass ein Kollege, der das Gleiche leistet wie wir, mehr verdient, weil er in der Verhandlung mit dem Chef stärker aufgetreten ist und konsequenter mehr Gehalt gefordert hat.

Wenn wir wüssten, wie viel die Menschen um uns herum verdienen, hätten wir in der Gehaltsverhandlung eine starke Argumentationsgrundlage. Kein Wunder, dass die Chefs die Gehälter lieber nicht offen legen wollen.

So sind wir auf schwammige Schätzungen angewiesen, die selten ausreichende Basis für eine Einschätzung eines angemessenen Gehalts speziell in unserem Unternehmen sind.

Kritiker des Gesetz-Vorschlags warnen davor, dass diese Initiative massig Bürokratie-Aufwand mit sich bringen würde. Nach Frauenquote und Mindestlohn wollen sie nicht noch mehr rechtliche Vorgaben. So eine Regelung würde zu einem "Klima des Misstrauens" führen, sagte ein Vertreter des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Auch die Union äußert sich sehr ablehnend: "Solche Ideen sollte sich Frau Schwesig lieber wieder abschminken", erklärte der CDU-Politker Christian von Stetten.

Wir meinen: Genau das Gegenteil wäre der Fall. Wo sich Mitarbeiter heute machtlos fühlen, würden sie künftig durch Wissen gestärkt. Bisher unfaire Gehälter könnten endlich fair verhandelt werden. Und noch dazu wäre es endlich vorbei, mit der Unsicherheit, die jeder Arbeitnehmer verspürt, der immer nur durch Gerüchte hört, wie viel die Kollegen verdienen.

Mehr Transparenz = mehr Fairness bei unseren Gehältern = weniger Misstrauen = mehr Zufriedenheit und Motivation bei den Arbeitnehmern.

Und von wegen Bürokratie: Die Gehälter in anonymisierten Excel-Tabellen zu veröffentlichen, wäre vergleichsweise nicht halb so viel Arbeit wie eine handelsübliche Spesenabrechnung. In einem Land, in dem viele Menschen unfair bezahlt werden und schon lange nicht mehr von Tarifabschlüssen profitieren, weil die Unternehmen sich nicht mehr an die Tarife halten, wäre diese Arbeit absolut sinnvoll und angemessen.

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