Wasser - Das heilende Element

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Wasser kann eine heilende Wirkung haben...

Es ist der Ursprung des Lebens. Wasser belebt all unsere Sinne, ist der Motor unseres Stoffwechsels. Es belebt und nährt jede Körperzelle. Und richtig eingesetzt, kann es sogar heilen

Am Anfang war das Wasser. In ihm liegt das Geheimnis unserer Existenz verborgen. Es ist der Quell des Lebens, Wiege allen Seins. Wasser umhüllt uns schützend vor unserer Geburt.

Später findet es sich in allen Körperzellen, die ja zu bis zu 75 Prozent aus Wasser bestehen. Darin eingebettet schwimmen Enzyme und Nährstoffe zusammen mit Natrium- und Kaliumionen. Wasser ist der Treibstoff unseres Stoffwechsels, ermöglicht den Transport von Vitaminen und Spurenelementen.

Wasser bedeckt aber auch rund 70 Prozent unseres Planeten, gestaltet Landschaften und Klima, kann Gebirge abtragen und Wüsten zum Erblühen bringen.

Wasser ist das Symbol für Vitalität, Sinnlichkeit, Beruhigung und Reinigung. Und es kann sogar heilen. So entdeckte Richard Russell, ein Arzt aus England, im Jahre 1750, dass sich erkrankte Lymphknoten durch die Behandlung mit Meerwasser wieder verkleinerten. Während des 18. Jahrhunderts entstanden daraufhin immer mehr Heilbäder, die Thalasso-Anwendungen anboten.

Heilung im Sinnenbad

Das Wasser wirkt selbst wie eine sanfte Massage. Die Wirbelsäule und die Bandscheiben werden entlastet. Die Muskulatur wird gelockert, die Beweglichkeit verbessert sich.

Warmes Wasser lindert Verspannungen, die Atmung wird tiefer - Körper und Geist können sich entspannen. Die optimale Wohlfühltemperatur: 34 Grad. Zu einem sinnlichen Erlebnis wird unser Bad durch gute Zusätze, und die können wir selbst zusammenstellen.

Nach einem anstrengenden Tag schenkt uns folgende Mischung süße Träume: zu 2 Esslöffel Mandelöl geben wir jeweils 5 Tropfen Lavendelöl und Melissenöl - gut mischen. Achtung, die ätherischen Öle verfliegen rasch, deshalb nicht zu früh, sondern erst in das bereits eingelaufene Badewasser geben. Die ätherischen Öle sowohl von Lavendel als auch Melisse lösen nervöse Anspannung, beruhigen und fördern einen tiefen Schlaf und angenehme Träume .

Im Wasser abtauchen und auftanken

Noch effektiver als ein Wohlfühlbad daheim ist der Besuch im Solebad oder Floating-Tank. Dieser ist zweieinhalb Meter lang, knapp anderthalb Meter breit, ungefähr genauso hoch. Darin: 30 bis 40 Zentimeter tiefes, körperwarmes Salzwasser, fast gesättigt und damit konzentriert genug, um uns zu tragen. Uns schweben, träumen zu lassen. Unsere Sinne zu schärfen.

Der Neuroendokrinologe John Turner und der Psychologe Thomas Fine vom Medical College in Ohio stellten bei ihren zahlreichen Floating-Tests unter anderem fest, dass eine Sitzung im Tank Schmerzen lindert und euphorische Gefühle auslöst. "Das Schweben regt den Körper zur Freisetzung von Endorphinen an", erklärt Fine.

Das Bad im Salzwasser steigere die mentale Stärke und unterstütze die Regeneration, so die Forscher. Wiederholte Aufenthalte im Schwebebad fördern die Kreativität und Konzentration, schützen sogar vor einem Burnout. Floating-Tanks gibt es in jeder größeren Stadt.

Wasser für die Schönheit

Wasser ist aber auch ein wahres Schönheitselixier. Eine strahlende Haut braucht vor allem eins: Wasser - von außen und innen.

Kosmetika versorgen unsere Haut mit Feuchtigkeit von außen. Sie enthalten deshalb jede Menge Wasser und Stoffe, die dieses in der Haut binden sollen. Doch diese Pflegeprodukte dringen nicht bis in die tiefen Schichten vor. Die dort liegenden Feuchtigkeitsdepots können wir nur von innen auflüllen.

Ein erfrischendes Sommergetränk: Wasser in eine Glaskaraffe füllen, ein paar Minzzweige und Zitronenscheiben hineingeben und abgedeckt im Kühlschrank kühlen - fertig ist der perfekte Durstlöscher an heißen Tagen.

Das Wasser versorgt unsere Zellen mit Energie und Nährstoffen, Menthol aus der Minze macht munter und die ätherischen Öle der Zitrone wirken stimmungsaufhellend.

Ob wir genügend trinken, zeigt ein einfacher Test: Greifen Sie die Haut am Handrücken mit Daumen und Zeigefinger, ziehen Sie diese nach oben und lassen Sie sie los. Die Hautfalte sollte sich sofort glätten. Je schneller die Haut es tut, desto besser. Bleibt die Hautfalte stehen, herrscht Wassernotstand in den Zellen - es fehlen etwa drei bis vier Liter Flüssigkeit!

Forscher des Franz-Volhard-Centrums der Berliner Charité unter Leitung von Dr. med. Michael Boschmann belegten in einer Studie, dass das Trinken eines halben Liters Leitungswasser bereits nach zehn Minuten messbar die Durchblutung der Haut sowie ihre Versorgung mit Sauerstoff fördert. Der Stoffwechsel wird aktiviert und der Energieumsatz gesteigert. Und all unsere Sinne werden belebt. Ganz natürlich.

Belebende Kniegüsse

"Wasser ist das allererste, vorzüglichste und allgemeinste Heilmittel für den menschlichen Körper", sagte Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) und entwickelte ein anerkanntes Heilverfahren aus Wasseranwendungen wie Bädern, Güssen und Waschungen: die sogenannte Kneippkur.

Viele Anwendungen können wir zu Hause für uns nutzen. Ideal im Sommer : der Knieguss. Im Sitzen oder Stehen den kalten Strahl aus dem Schlauch der Handbrause (ohne Duschkopf) vom Rücken des rechten Fußes außen am Bein bis knapp übers Knie führen. Kurz verweilen und eine möglichst große Fläche des rechten Unterschenkels "begießen". Danach den Wasserstrahl an der Innenseite des rechten Beines bis zur Ferse führen. Das Gleiche links; beide Beine im Wechsel, bis sich eine leichte Hautrötung zeigt. Das Wasser mit den Händen abstreifen und die Beine kräftig bewegen. Effekt: Der Kältereiz zieht die Blutgefäße im Ober- und Unterschenkel zusammen und trainiert die Muskeln in den Gefäßen.

Wasser ist eine Wohltat für die Haut

Ein Meersalzbad entschlackt, lindert Entzündungen und strafft die Haut. Aber auch bei Neurodermitis oder Schuppenflechte verschafft es Linderung.

Für ein Meersalzbad werden etwa 30 bis 80 Gramm Meersalz pro Liter in warmem Wasser aufgelöst. Dadurch gibt das Salz seine wertvollen Inhaltsstoffe an das Badewasser ab, die tief in die Haut eindringen können. Baden Sie 15 bis 20 Minuten bei 28 bis 38 Grad. Duschen Sie sich anschließend kurz lauwarm ab, um die Poren zu schließen. Ruhen Sie sich eine Stunde aus, damit das Bad nachwirken kann.

Text: Christiane S. Schönemann

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